Full text: Evangelisches Schulblatt - 39.1895 (39)

Der gute Kamerad. 
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2. Ein Freund liebet allezeit, und ein Bruder wird in der Not erfunden. 
(Spr. 17, 17.) 
3. Der Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht ihm nichts an, als daß 
er Treu' erzeigen und Freundschaft halten kann. (Simon Dach.) 
Methode. 
1. Wie kannst du dich gegen deine Mitschüler als guten Kameraden er 
weisen? 
2. Worauf mußt du in erster Linie sehen, wenn du mit jemandem Freund 
schaft schließen willst? 
3. Kann man mit allen Leuten gut Freund sein? 
4. Wie zeigt sich ein treues Herz im Unglück? 
5. Warum heißt es in einem Sprichwort: Freunde in der Not — ein 
Dutzend auf ein Lot? 
6. Erkläre den Spruch: Wo zwei Herzen eins geworden^ blaut der Himmel 
allerorten! 
7. Nenne Personen, die sich in ihrer Jugend von dem Beispiele schlechter 
Kameraden nicht verführen ließen! 
8. Welche Pflichten hast du gegen dein Vaterland? 
9. Welches sind die schönsten Tugenden eines Soldaten? 
10. Welches Lied handelt von dem ungewissen Schicksal des Soldaten? 
11. Welche Soldatenlieder kennst du sonst noch? 
12. Welches Lied besingt das treue Herz? 
Synthese II. 
Das Gedicht hat drei Strophen; jede Strophe führt uns die beiden Kame 
raden in einem andern Bilde vor. Wir treffen sie zunächst auf dem Marsch, 
sodann im Kampf, endlich wie sie voneinander Abschied nehmen. Die Worte des 
Gedichts sind einem Soldaten in den Mund gelegt; daraus erklärt es sich, daß 
das Lied in ganz einfachen Sätzen gehalten ist. Der Soldat singt ein Lied von 
seinem guten Kameraden, den er in der Schlacht verloren hat; er nennt ihn mit 
diesem Namen am Anfang und am Ende des Liedes, und auch die Überschrift 
lautet dementsprechend. Die Strophen des Gedichts sind in ähnlicher Weise ge 
baut, wie in dem Scheurlin'schen Gedicht. Der erste Vers jeder Strophe reimt 
sich mit keinem der folgenden. Auffällig ist besonders das „es" in „gilt's mir 
oder gilt es dir?" und „ihn hat es weggerissen"; es soll die unabwendbare 
Macht des Schicksals verdeutlichen. 
Zur schriftlichen Bearbeitung eignet sich die erweiterte Inhaltsangabe des 
Gedichts etwa in folgender Form:
	        

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