Full text: Evangelisches Schulblatt - 46.1902 (46)

Rundschau. 
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fungsordnung vom 1. Juli 1901 zwölf verschiedene Verbindungen für die Wahl der 
Prüfungsfächer besonders empfohlen sind, so haben dadurch anderweite Verbindungen 
zwar nicht unbedingt ausgeschlossen werden sollen; es ist aber zugleich ein Finger 
zeig dafür gegeben, daß Verbindungen, die weder dem unterrichtlichen Interesse 
entsprechen, noch sachlich in irgend einer Beziehung stehen, als willkürlich und 
unzweckmäßig abzulehnen sind. Wir müssen Ihnen daher anheimgeben, die Wahl 
der Prüfungsfächer entsprechend zu ändern." 
Behufs Hebung des Obstbaues durch die Lehrer hat die Regierung 
in Arnsberg an die Kreisschulinspektoren folgende Verfügung erlassen: Nach den 
Berichten der Kreisschulinspektoren und den Wahrnehmungen unserer Departements- 
Schulräte wird der Pflege der Obstbaumzucht in den ländlichen Schulgemeinden 
seitens der Lehrer nicht überall das nötige Interesse zugewandt. Die auf den 
Schulgrundstücken angelegten Obstbaumschulen sind teilweise vernachlässigt, für die 
Anlage neuer derartiger Anpflanzungen zeigen namentlich die jungen Lehrer wenig 
Neigung. Wir ersuchen daher die Kreisschulinspektoren unseres Verwaltungs 
bezirks, auf der nächsten amtlichen Lehrerkonferenz die Lehrer auf die Wichtigkeit 
einer rationellen Obstbaumzucht, namentlich in den wirtschaftlich zurückgebliebenen 
Kreisen des Regierungsbezirks Arnsberg, hinzuweisen und sie anzuregen, alle auf 
dieses Ziel gerichteten Bestrebungen im Interesse des allgemeinen Volksschulwohles 
zu fördern. Soweit auf den Schulgrundstücken Obstbaumschulen vorhanden sind, 
erwarten wir, daß die Lehrer für die Folge sich der Pflege derselben mit Eifer 
hingeben. 
Das XXXIV. Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Päda 
gogik (herausgegeben von Prof. Vogt; Dreden, Bleyl und Kämmerer), das 
soeben erschienen ist, beschäftigt sich vorzugsweise mit den neuen preußischen Be 
stimmungen über Lehrerbildung. Nicht weniger als 10 Aufsätze sind diesem 
Gegenstände gewidmet. Prof. Rein behandelt die Bestimmungen im allge 
meinen, Thrändorf den Religionsunterricht, Just den Unterricht im Deutschen, 
Löwe das Zeichnen, Fack den naturkundlichen und mathematischen Unterricht, 
Will insbesondere noch einmal Mathematik, Bär die Geschichte, Otto die 
Fächer der Berufsbildung, Muthesius Unterrichtslehre und Unterrichtspraxis, 
Helm die Musik. Außerdem enthält das Jahrbuch noch folgende Arbeiten: 
Ietter, Badische Sagen im Unterrichte, Bolis, Themistokles im Kampfe gegen 
Persien, Friedrich, die Ägineten, Schreiber, eine pädagogische Betrachtung 
über das Gebet und endlich 26 Briefe Herbarts an Dr obisch aus der 
Königsberger Zeit. Die Briefe stammen aus dem Nachlasse von Prof. Drobisch. 
Es sind im ganzen 84. Die Fortsetzung der Veröffentlichung erfolgt in den 
nächsten Jahrbüchern. ..Die Briefe orientieren nicht nur über das Verhältnis 
Herbarts zu Drobisch, sie geben auch sonst wichtige Aufschlüsse über die Ent 
stehungsgeschichte mehrerer Schriften Herbarts, bezw. seiner Schüler und über einzelne 
Punkte seiner Lehre; sie bringen neues Material zur Biographie und Charakteri 
stik des Meisters." — Das Jahrbuch kostet 5 M., Mitglieder des Vereins 
erhallen es nebst ausführlichem Bericht über die Jahresversammlung für den 
Jahresbeitrag von 4 M. 
Neue Zeitschriften. Mit dem neuen Jahre sind einige neue Zeit 
schriften ins Leben getreten, auf die wir unsre Leser aufmerksam machen wollen. 
Im Verlage von B. G. Teubner in Leipzig erscheint seit Januar: Natur und 
Schule, Zeitschrift für den gesamten naturkundlichen Unterricht aller Schulen."
	        

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