Full text: Evangelisches Schulblatt - 46.1902 (46)

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III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser. 
Herausgegeben von B. Landsberg in Allenstein, O. Sch weil in Magde 
burg und B. Schmid in Bautzen. Jährl. 8 Hefte, 12 M. 
Der Vertiefung und methodischen Ausgestaltung des geographischen Unter 
richts sollen dienen die „Viertels ah rshefte für den geographischen 
Unterricht", herausgegeben von Dr. Franz Heid erich (Wien, E. Hölzel. 
Jährlich 4 Hefte. 10 M.) 
In Heymanns Verlag in Berlin erscheint „Fr au e n d i e n st. Zeitschrift 
für das Gesamtgebiet der Wohlfahrtspflege an und durch Frauen", herausgegeben 
von Prof. D. Dr. Zimmer. 12 Hefte. 4 M. 
Seit 1. April ist die Stöckersche „Deutsche evangel. Kirchenzeitung", die 
bisher ein Blatt für Theologen war, in ein kirchliches Blatt für die gebildeten 
Gemeindeglieder umgewandelt worden. Sie führt fernerhin den Titel „Die 
Reformation. Deutsche evangel. Kirchenzeitung für die Gemeinde", heraus 
gegeben von Pastor E. Bunke in Berlin (Buchhandlung der Berliner Stadt 
mission. Wöchentl. ein Heft. Biertelsährl. 2 M.). 
III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser. 
Fenker, Dr, H.: Arithmetische Aufgaben. Unter besonderer Berücksichtigung von 
Anwendungen aus dem Gebiete der Geometrie, Physik und Chemie. Ausgabe B. 
Berlin 1898, O- Salle. 222 S. 1,65 M. 
Der Verfasser hat die in achtzehn Kapiteln zusammengestellte Ausgabe B vor 
nehmlich für sechsklassige höhere und mittlere Lehranstalten, sowie für Seminarien und 
gewerbliche Fortbildungsanstalten geschrieben. Aber auch in solchen Anstalten, deren 
Lehrziel nicht sämtliche Kapitel des Buches umfaßt, — Handwerkerschulen, Werkmeister 
schulen - wird es sich verwenden lasien, vielleicht besser als die meisten dort gebräuch 
lichen Aufgabensammlungen. Schwer verständliche und schwierige Aufgaben, die auf 
den Schüler, besonders auf denjenigen letztgenannter Anstalten, nur verwirrend wirken, 
sind absichtlich vermieden. Darum verwirft der Verfasser auch alle Aufgaben, „welche 
nicht durch Befolgung einer Regel gelöst werden können, sondern deren Lösung besondere 
Kunstgriffe erfordern." 
Den einzelnen Abschnitten des Buches gehen kurze, recht elementar gehaltene 
theoretische Erörterungen vorauf. Die wichtigsten Lehrsätze und Regeln sind den Beispiel 
gruppen, an denen sie zur Anwendung kommen, in Sperrdruck vorangesetzt. Das 
umgekehrte Verfahren wäre pädagogisch richtiger gewesen. Immer wird die Regel erst 
an bestimmten, dann an unbestimmten Zahlen verdeutlicht. Die Aufnahme dieses 
theoretischen Materials in die Aufgabensammlung wird man besonders in Handwerker 
schulen und ähnlichen Anstalten freudig begrüßen, da in diesen Schulen in der Regel 
kein Lehrbuch der Algebra zur Verfügung steht. 
Ein Hauptgewicht legt der Verfasser auf die Lösung von Textgleichungen. Mit 
Recht erblickt er in den Lösungen von unbenannten Gleichungen nur ein Mittel zum 
Zweck. „Eine gewisse Fertigkeit in der Auflösung von unbenannten Gleichungen muß 
der Schüler erworben haben, ehe er zur Anwendung übergeht; aber jahrelang Gleichungen 
in allen erdenklichen Formen lösen zu lasten, ehe zur Anwendung übergegangen wird, 
führt zu einem geisttörenden Mechanismus." In der Auswahl und Zusammenstellung 
der Textgleichungen weicht das Übungsbuch von den gebräuchlichen Sammlungen durch 
weg ab. Den Stoff zu den eingekleideten Aufgaben liefern zumeist die andern Unterrichts 
fächer Geometrie, Trigonometrie, Physik, Chemie). Wenn der Verfaffer meint, daß 
durch eine solche Auswahl der algebraische Unterricht wesentlich zum tieferen Ver 
ständnisse der genannten Unterrichtsfächer beiträgt, so kann man ihm darin nur zu 
stimmen. Sein Versprechen, einen Beitrag zur Konzentration des Unterrichts zu liefern, 
hat er voll und ganz gehalten. Dieser Umstand wird nicht wenig dazu beitragen, dem 
Buche eine freundliche Aufnahme in den Kreisen zu sichern, für die es geschrieben ist.
	        

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