Full text: Evangelisches Schulblatt - 46.1902 (46)

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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc. 
von der Professor Zander in Gütersloh berichtete, wie auch über die Apo 
logetik in der Schule — Bericht von Professor Prenzel in Mörs — 
wurde viel Gutes gesagt. In der letzteren Sitzung trat besonders der Vorsitzende 
Oberlehrer Dr. Dennert in Godesberg hervor, der Herausgeber des Universal- 
Lexikons (Verlag von Ulrich Meyer-Berlin), das die weiteste Verbreitung ver 
dient. Dennert eignet sich für seinen apologetischen Beruf ganz vorzüglich. Er 
ist ein Mann, der mit dem freien Blick eines Naturforschers alle falsche Apo 
logetik und ängstliche Harmonistik zwischen Bibel und Naturwissenschaft entschieden 
ablehnt, und sich nicht scheut, als positiver Christ sich doch zur Entwicklungslehre 
zu bekennen. So darf er es mit frohem Mut und gutem Gewissen auch wagen, 
einem Häckel auf seinem eigenen Gebiete entgegen zu treten. Umsomehr als er 
ein Schüler des s. Z. sehr bekannt gewordenen Oberlehrer Dr. Müller in Lipp- 
jtadt, der als Freund Häckels den Darwinismus in die höheren Schulen ein 
führen wollte. Das hatte freilich die sehr bedauerliche Folge, daß die beschreibende 
Naturwissenschaft überhaupt von dem Lehrplan der oberen Klassen gestrichen 
wurde. — — 
Endlich wäre auch noch von den Verhandlungen der Konferenz evang. 
Religionslehrer an höheren Schulen, die am 29. Mai in Düsseldorf 
tagte, und von der Sonntagsschul-Konvention, die den Reigen der 
diesjährigen zahllosen Düsseldorfer Kongresse eröffnete, ein Wort zu sagen. 
Erstere bot in beiden Vorträgen über Behandlung des Propheten Jona in den 
obern Klassen und das Verhältnis von Kirchengeschichte zur Weltgeschichte ganz 
Vortreffliches. Doch verbietet es hier der Raum darauf näher einzugehen. Der 
Ertrag des Sonntagsschulkongresses war für die Pädagogik nicht gerade groß; 
nur für die Behandlung des Liedes wurden ganz ausgezeichnete Winke gegeben, 
und in dem trefflichen Vortrage von Hofprediger Kritzinger über das Gebet 
pädagogische Probleme wenigstens gestreift. Es ist schade, daß die Freunde der 
kirchlich-erziehlichen Bestrebungen so ihre eigenen Wege gehen. Wir kommen in 
der doch so wichtigen Frage des Verhältnisses des kirchlichen zum Schul-Religions- 
unterricht so gar nicht weiter. Die Düsseldorfer Kreissynode und die rheinische 
Provinzialsynode will sich nächstens dieser alten Leidfragen wieder annehmen. 
Man kann gespannt sein, ob da ein Erfolg herausspringen wird. 
Von der PfingstVersammlung des Vereins evangelischer Lehrer 
und Schulfreunde folgt ein besonderer Bericht. von Rohden. 
Ein Höhepunkt in der Geschichte des „Vereins evange 
lischer Lehrer und Schulfreunde für Rheinland und 
Westfalen." 
C. Schmell-Langerfeld. 
So möchte ich die diesjährige Tagung in Barmen am 20. und 21. Mai 
nennen. Trotz des trüben Wetters draußen herrschte in den beiden Hauptver 
sammlungen, die von Mitgliedern und Gästen von nah und fern reich besucht 
waren, rechte Frühlingsstimmung; man spürte in den Referaten und den Be 
sprechungen etwas von dem Wehen des Pfingstgeistes echt evangelischen Christen 
glaubens und zuversichtlicher Christenhoffnung.
	        

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