Full text: Evangelisches Schulblatt - 46.1902 (46)

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n. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens re. 
dem stetigen Einflüsse einer mächtigeren Blutversorgung als die rechte, und 
infolgedessen müssen auch die Extremitäten der rechten Seite von vornherein mehr 
zu Bewegung und Einübung angeregt werden als die der linken Seite. Nichts 
aber ist in der Anordnung der Teile des menschlichen Körpers so variabel wie 
die Anordnung der Blutgefäße. Und darum ist es wahrscheinlich, daß bei ent 
schiedenen Linkshändern durch die Anordnung der Blutgefäße ausnahmsweise eine 
mächtigere Blutversorgung für die rechte Gehirnhälfte vorgesehen sein wird. 
Die Ferien der Volks- und höheren Schulen. Auf neuerliche Ein 
gaben mehrerer städtischer Kollegien betreffend die Gleichlegung der 
Ferien der städtischen Volksschulen mit denen der höheren Lehr 
anstalten hat der preußische Kultusminister der „Post" zufolge mitgeteilt, 
daß in dieser Frage zunächst noch weitere Erwägungen stattfänden und daß daher 
vorläufig bis zum Jahre 1903 die bisherigen Anordnungen in Anwendung 
kommen müßten. Bis zu jenem Zeitpunkte werde aus eine zweckentsprechende 
Lösung der Frage gerechnet werden können. — Was es in dieser Frage noch 
für „Erwägungen" bedarf, ist uns unverständlich. Die Materie ist doch so 
außerordentlich einfach, daß unseres Erachtens eine Entscheidung sofort getroffen 
werden könnte. Selten ist eine Forderung so berechtigt gewesen, wie die Gleich 
legung der Ferien. Eine baldige Verwirklichung der Forderung wäre daher 
dringend zu wünschen. 
Dem verstorbenen Dr. Kügler widmet der „Reichsanzeiger" folgenden 
Nachruf: „Am 24. Mai verschied nach kurzem Krankenlager der Präsident des 
Königl. Oberverivaltungsgerichts, Wirklicher Geheimer Rat Dr. Kügler. Nur 
wenige Wochen hat er das letzte der ihm anvertrauten Ämter bekleidet. Bis 
dahin gehörte er der Unterrichtsverwaltung an; auf ihrem Gebiet liegen 
seine V e r d i e n st e und seine Bedeutung. Max Kügler, am 24. 
September 1845 zu Liegnitz geboren, studierte die Rechte, wurde am 4. Nov. 
1871 zum Gerichtsassessor ernannt und trat nach kurzer Beschäftigung als Hilfs 
richter bei dem Berliner Kreisgericht im Jahre 1874 als Justitiar und Ver 
waltungsrat bei dem Provinzial - Schulkollegium in Posen zur Unterrichts 
verwaltung über. Im Jahre 1882 wurde er als Hilfsarbeiter in das Kultus 
ministerium berufen, 1884 zum vortragenden Rat, 1889 zum Ministerialdirektor 
befördert und mit der Leitung der Zweiten Unterrichtsabteilung betraut. Am 
26. Dez. 1899 wurde ihm der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit 
dem Prädikat Exzellenz verliehen. Bei dem diesjährigen Krönungs- und Ordens 
feste wurde er durch die Verleihung des königlichen Kronenordens erster Klasse 
ausgezeichnet und durch Allerhöchste Bestallung am 24. Februar d. I. zum 
Präsidenten des Königl. Oberverwaltungsgerichts ernannt. Die glänzende Lauf 
bahn Dr. Küglers entsprach seinen ungewöhnlichen Geistesgaben und seinen her 
vorragenden Verdiensten. Schnelle Auffassung, durchdringender Verstand, sicheres 
Urteil, klarer Blick für das Wesentliche und Mögliche verbanden sich in ihm mit 
der Kraft schöpferischer Gedanken, mit seltener Gabe der Darstellung in Schrift 
und Wort und mit einer unermüdlichen Arbeitsfreudigkeit, die ein innerstes per 
sönliches Interesse an den der Volksschulverwaltung gestellten Aufgaben immer 
aufs neue stärkte und belebte. An der Entwicklung und Förderung 
des preußischen Volksschulwesens arbeitete Kügler nicht nur
	        

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