Full text: Evangelisches Schulblatt - 46.1902 (46)

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III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser. 
Biblische Geschichte. 
1. Oswald Förster. Der biblische Geschichtsunterricht in der Elementarklasse evang. 
Volksschulen. 5. Ausl. 142 S. Leipzig, R. Boigtländer. 1,60 M. 
2. Lämmermeyer. Handbuch zur biblischen Geschichte von Chr. v. Schmid-Werfer für 
den Gebrauch von Lehrer und Katecheten. 2 Teile. 148 S. und 156 S. Mün 
chen, R. Oldenbourg. L 1,50 M. 
3. Dr. Rich. Staude. Präparationen zu den biblischen Geschichten nach Herbartschen 
Grundsätzen, lll. Teil: Apostelgeschichte. 5. Ausl. Dresden 1901. Bleyl L Käm 
merer. 3,50 M. 
4. Dr. E. Thrändorf. Der Religionsunterricht auf der Oberstufe der Volksschule und 
in den Mittelklassen höherer Schulen. 11. Teil: Das Zeitalter der Apostel und 
der III. Artikel. 2. Aufl. 126 S. Dresden. Bleyl & Kämmerer. 2,50 M. 
5. Rickchen. Die biblische Geschichte Alten und Neuen Testaments in ausgeführten 
Katechesen für die Oberklasse. I. Teil: A. T. 238 S. Breslau 1901. Carl 
Dülfer. 2,40 M. geb. 3 M. 
6. Gebr. Falcke. Einheitliche Präparationen für den gesamten Religionsunterricht 
in 1 Teilen. I. Band. 22 bibl. Geschichten für die Unterstufe. (Mit Lehrbei 
spielen.) Halle a. d. S. 1900. Herm. Schroedel 5. Aufl. 168 S. 1,60 M. 
geb. 2 M. 
?. Fiedlers Biblisches Historienbuch. Mit Liederversen, Sprüchen und Katechismus 
stellen versehen von Aug. Schorn und Herm. Ruete. Ausg. B. mit großem An 
hang 45. Aufl. Herausgegeben von Rich. Busch. Ausgabe für die Provinz 
289 S. Sachsen. Leipzig 1901. Dürr. 95 Pfg. 
Zu Nr. 1. In der Einleitung anerkennt der Verfasser, daß die biblische Geschichte zur 
Entwicklung der religiösen Bildung der 6-jährigen Schüler ungeeignet ist; er begründet dies 
theoretisch und bestätigt es durch Berufung auf seine Erfahrungen in der Praxis. 
Treffend weist er nach, wie der übliche Unterricht zu Verbalismus führe und eine Pro- 
fanation des Heiligen darstelle. Nur schade, daß er nicht die nötigen Folgerungen daraus 
zieht und nicht, wie Ziller und Rein es thun, den Beginn dieses Unterrichts noch weiter, 
auf den Beginn des 3. Schuljahres hinausschiebt. Nach Förster soll der biblische Ge 
schichtsunterricht im 2. Halbjahre oder im 2. Schuljahre beginnen. Diese Vorschläge, 
besonders der erste, qualifizieren sich als eine halbe Maßregel. Unmöglich kann dem 
Schüler innerhalb eines halben Jahres die Befähigung zur fruchtbaren Aufnahme der 
heiligen Geschichte verschafft werden. Auch das ist noch immer eine bedenkliche Ver- 
frühung. — Nach längeren Erörterungen theoretischer Natur bietet Verfaffer von S. 23 
ab ausgeführte Unterrichtsbeispiele, 12 aus dem A. T., 20 aus dem N. T. — Sie be 
kunden den denkenden und erfahrenen Schulmann. Befremdend ist es, daß die Schöpfungs 
geschichte schon in den Anfangsunterricht aufgenommen worden ist. So viel Mühe der 
Verfasser sich gegeben hat, die Auffaffung der für diese Alters- und Bildungsstufe weit 
abliegenden Ideen und Erfahrungen der biblischen Erzählungen bei den Sechs- und 
Siebenjährigen zu ermöglichen, so muß sein redliches Bestreben doch an der faktischen 
Unmöglichkeit scheitern. Ein vorbereitender Unterricht, der ethische Volksmärchen zum 
Gegenstände wählt und in der Weise verfährt, wie es in der Jenaschen Übungsschule 
geschieht, wirft im ersten Schuljahr ungleich mehr Gewinn ab und ist keineswegs eine 
„kindische Tändelei". 
Nr. 2 ist für katholische Schulen bestimmt und hat die Approbation des bischöf 
lichen Ordinariates Augsburg erhalten. Der erste Teil bietet das Alte, der zweite Teil 
das Neue Testament. Die Erzählungen werden nicht gegeben, ebenso wenig ausgeführte 
Präparationen, sondern nur Materialien zur unterrichtlichen Behandlung. Nach einer 
Vorbemerkung folgt die eigentliche Handreichung, nämlich die Gliederung der betr. Er 
zählung mit hinzugefügten Bemerkungen. Am Schluffe folgen unter der Bezeichnung 
„Lehrpunkte" allgemeine Lehren und zuletzt Nutzanwendungen. 
Nr. 3 und 4 sind die Arbeiten zweier rühmlichst bekannten Herbartianer, beide sind 
gleich ausgezeichnet durch ihre theoretischen Arbeiten wie durch langjährige erfolgreiche 
Amtsthätigkeit. Die 5. Auflage der Staudeschen Präparationen zeichnet sich vor den 
früheren, namentlich der 1. Auflage vorteilhaft dadurch aus, daß sie viel kürzer ist. 
Der Stoff jener Auflage war so reichhaltig, daß man bei der Vorbereitung für den 
Unterricht oft verlegen war darüber, was man heranziehen, was man weglassen sollte. 
Namentlich wenig erfahrene Lehrer wurden dadurch veranlaßt, viel zu viel, besonders
	        

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