Full text: Evangelisches Schulblatt - 51.1907 (51)

Die Schulverhältnisse in den polnisch redenden Gebieten. 
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Heymann, Aufklärung über das sexuelle Leben u. hygienische Ratschläge für die heran 
wachsende Jugend. Erhältlich bei der Verfasserin Lida Gustara Heymann, Hamburg, 
Paulstr. 25. 
Fricke. Wider den Erbfeind. Hamburg, Ev. Buchhandlung der Niedersächsischen Gesellschaft. 
Keller, Naturtrieb u. Sittlichkeit. Hagen i. W., Otto Nippel. 
Wegener, Wir jungen Männer. Düsseldorf, A. Langewiesche. 
Graham, Eine Vorlesung für junge Männer über Keuschheit. Leipzig, Th. Grieben's 
Verlag (L. Fernau). 
Ribbing, Ärztliche Ratschläge u. Bedenken in Bezug auf die Ehe. 
Boeckh, Ehefragen. Ärztliche Winke für Braut- und Eheleute. 
Rauhen Hauses. 
Leipzig, Peter Hobbing. 
Hamburg, Agentur des 
Meinem voranstehenden Aufsatze zur sexuellen Pädagogik füge ich hier ein kleines 
Verzeichnis von besonders geeigneten Schriften zur Belehrung und Anleitung für Eltern 
und Erzieher hinzu. Die beiden ersten gehen ausführlicher auf die Fragen ein; Koch 
bietet in schwäbischer Behaglichkeit eine vollständige stufenweise Methodik der sexuellen 
Belehrung. Reizvoll und liebenswürdig ist das Büchlein von Hanna Bieber-Boehm, 
der Vorsitzenden des Vereins „Jugendschutz" in Berlin, nach einem englischen Original. 
Die Schrift von Oker-Blom „Beim Onkel Doktor auf dem Lande" habe ich 
mit meinen 14- und 11-jährigen zusammen gelesen und besprochen und sie ihrem Zwecke 
ungemein angemessen gefunden. 
In Kürze faßt H. v. Bennigsen das Wichtigste zusammen; Frl. Heymanns 
Vortrag ist dadurch bedeutsam, daß er unmittelbar vor Mädchen selbst gehalten ist. 
Samuel Keller faßt die Sache realistisch mit tiefem sittlich-religiösem Ernst an. 
Für die moderne Empfindung eignet sich besonders Wegeners flammende Schrift. 
Dieses, von edlem sittlichem Pathos getragene Buch hat in seiner massenhaften Ver 
breitung zweifellos schon viel Segen gesttstet. 
Auch die Schriften von Graham und Ribbing sind empfehlenswert, namentlich 
auch für jüngere Lehrer und jung Verheiratete. 
Schließlich möchte ich aus der für Eheleute dirett besttmmten Literatur hier beson 
ders das neueste Buch „Ehefragen. Ärztliche Winke für Braut- und Eheleute" von 
I)r. Boeckh hervorheben. Außer bemerkenswerten Abschnitten über Vorbereitung zur 
Ehe in der Kinderzeit und Jugend, also sexueller Erziehung, bietet das Buch alles, was 
Eheleute nur an vernünftigen Ratschlägen sich wünschen können. Wir beglückwünschen die 
jungen Paare, die diesen Ratgeber rechtzeitig in die Hand bekommen und auf ihn hören. 
Die Schulverhaltniffe in den polnisch redenden 
Gebieten.') 
Von Sckulrar Dr. Raphahn in Graudenz, w.-pr. 
Ein großer Staat hat natürlich in seinen verschiedenen, oft fern voneinander 
liegenden Teilen verschiedene Interessen, und wenn eine allgemeine Vorschrift 
für alle Teile getroffen werden soll, wird man zunächst von Einzelheiten ab- 
*) Diese Arbeit wird vielleicht manchem Leser wenigstens nach ihrer Hanpttendenz 
befremdlich erscheinen. Wir kennen doch diese Dinge nur aus dritter Hand und ver 
gegenwärtigen uns nicht, daß es sich hier um Krieg handelt, und zwar um einen 
Krieg, der von der klerikal-polnischen Seite eröffnet und gewollt ist. Da ist keine Ge 
fühlspolitik am Platze (Vergl. Nr. 48 der „Christi. Welt": Die preußische Volksschule 
und die Polen, Zum Nationalitätenproblem). Alle Analogien, die man sonstwo 
herholt, etwa aus den fremdsprachlichen Einsprengungen in Österreich-Ungarn, Frank 
reich, England passen nicht, weil überall dieses Merkmal fehlt: dieser feste Wille, den
	        
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