Full text: Evangelisches Schulblatt - 54.1910 (54)

Handfertigkeitsunterricht im ersten Schuljahr. 
Handfertigkeltsunlerrian m» —, , . 405 
Sollen nun diese Beschäftigungen nur dem ersten Schuljahre dienen, 
nd wenn nicht, wie lange wird man gut tun, sie beizubehalten? Wir 
leinen, solange wie sie dem Kinde noch geistige Nahrung sein können. 
)ören sie auf, dies zu sein, so sinken sie herab zur Spielerei. Je nach 
er Art der Beschäftigung wird der Zeitpunkt hierfür früher oder später 
intrelen. Falten und Stäbchenlegen wird in seinen schwereren Formen 
Mügend Stoff bieten für die drei Jahre der Unterstufe, wenn es auch 
lach und nach zurücktreten und vielleicht durch andere Arten der Be 
lästigung, wie Flechten und Ausnähen, die unmittelbarer dem Nadel- 
lrbeitsunterricht vorarbeiten, abgelöst werden könnte. Anders dagegen ver 
hält es sich mit dem Formen, dessen erziehlicher Wert und praktische Ver 
wendbarkeit besonders im naturkundlichen und geographischen Unterricht, 
sowie zur Erzänzung und Unterstützung des Zeichenunterrichts unbegrenzt 
ist und mit der zunehmenden Reife des Arbeitenden noch wächst. Hoffent 
lich glückt es, unsern Schülerinnen diese Beschäftigungen bis in die oberen 
Klassen hinein zu bewahren; die dafür angesetzte Zeit wird keine verlorene 
sein. Alle, die einmal den Versuch gemacht haben, die Fröbelschen Be 
schäftigungen in den Schulbetrieb einzuführen, werden das bestätigen können 
und bald gute Freunde und eifrige Förderer der Fröbelschen Bestrebungen 
werden. 
weiteres zur Praxis des Handfertigleitsunterrichts 
im ersten Schuljahr. 
. Auch in den Bürgerschulen zu Altenburg wurde wie wir aus 
Jahresbericht dieser Schulen zum Schuljahr 1907/08 ersehen, 
versuch mit dem Handfertigkeitsunterricht gemacht. Es wird zunächs nur 
ew für das Jahr 1908 entworfener Lehrplan mitgeteilt; vielleicht hören 
^ir demnächst etwas über die damit gemachten Erfahrungen, ^ch wr 
°b« zu« Vergleich mit dem, was Frl. Liudaw über die an der ,u°- 
"°dti,chen Mädchenmittelschule in Elberfeld vorgenommenen Übungen °e- 
^'chtet, etwas aus dem Altenburger Lehrplan mitteilen. ( 
Man nahm dort folgende Arbeiten vor: Formen, ®“ ucn ' J _ 
“«eiten. Stäbchenlegen, Falten, Verschränken, Flechten. Das F 
vorne an, denn das haben alle Kinder schon einmal » - * 
«probt. In der Schule soll dazu Ton oder b°s^ Pl°stllm° 
^«°ndt werden. Es wurden geübt: Kugel, runde Platte,'TtoM Jng 
Würfel, freie Gegenstände. Die letzteren im Anschluß an Sp , 
7 Unterricht, nämlich: Buchstaben, Ziffern, Schlüsse-, ,» ** 
* n,t Insel, Hammer, Beil, Nest mit Eiern, Schere, runder T.sch, Schemel,
	        

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