Full text: Evangelisches Schulblatt - 56.1912 (56)

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evangelisches Schulblatt. 
)anuar. 
Zum neuen Jahr! 
vom Herausgeber. 
Wiederum habe ich dem Evangelischen, dem Dörpfeldschen Schulblatte 
zu einer neuen Reise ein Wort zum Geleit mitzugeben. Wir beginnen jetzt 
den 56. Jahrgang. Ich weiß nicht, welche andern Lehrerzeitungen auf eine 
so lange Reihe von Jahren zurückblicken können, sicherlich sind es nur wenige. 
Die Lebenskraft unseres Schulblattes ist die Lebenskraft der von ihm ver 
tretenen Ideale. Von vornherein war es seinem Begründer gewiß, daß er 
dem Blatt nur einen Teil der Lehrerschaft erobern werde; beschränkte er sich 
doch in allzugroßer Zurückhaltung anfangs auch räumlich, er besümmte es 
für die Lehrer in Rheinland und Westfalen. Aus vielen zustimmenden und 
aufmunternden Zuschriften, die anläßlich des Verlagswechsel aus dem bis 
herigen Kreise der Leser und Mitarbeiter an mich gelangt sind, habe ich die 
Gewißheit geschöpft, daß man auch heute noch von einer Schulblattgemeinde 
reden darf, sofern darunter eine Gemeinschaft verstanden wird, die sich inner 
lich mit der Geschichte des Blattes und mit den Grundgedanken, die seine 
Arbeit und seinen Charakter besümmten, eins weiß. 
Der neue Anfang ist diesmal ein wichtiger Abschnitt in der Geschichte 
unseres Blattes, mit besonderen Erwartungen lassen wir von einem neuen 
Hafen aus unser Schiff hinausfahren. Wohin soll jetzt die Reise gehen? 
Es ist dasselbe Ziel, das Dörpfeld seinem Blatte gestellt hat, das heraus 
geboren war aus dieser großen Persönlichkeit, aus der Tiefe eines Gedanken 
kreises, der die Schule, ihre Arbeit und ihre Lebensbedingungen nur fassen 
konnte in dem großen Zusammenhange mit der Geschichte seines Volkes, mit 
dessen sittlichen, religiösen, kulturellen und politischen Grundkräften und Strebe 
zielen und mit den Gegebenheiten des Lebens in Familie, Gemeinde, Staat 
und Kirche. Er legte sich nicht fest auf eine besümmte pädagogische Richtung, 
noch trat er in den Dienst einer bestimmten politischen, theologischen oder 
ürchlichen Partei. Während die Enge und genaue Leitung durch die „Schulen", 
durch ihre Programme und Schlagwörter den meisten Menschen in dem Maße 
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