Full text: Magazin für Pädagogik und Didaktik - 9.1844 (9)

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Gehört diesen Lehrern, die der geringern Einnahmen sich unwürdig 
zeigen, eine Besoldungsaufbesserung? Wohl kaum! — ES fehlt 
nicht an Andern, die wohl unterrichtet sind, Methode und Lehrfähig 
keit an den Tag legen; aber es gebricht ihnen an gutem Willen, an 
der Lust und Liebe in Anwendung derselben zu einem erziehenden 
Unterrichte. — Ist es zwekmäßig, solchen Männern eine Besoldungs 
erhöhung unbedingt zufließen zu lassen? 
Endlich finden sich auch Viele, welche Kenntnisse mit Liebe und 
Berufstreue vereinigen, und eine sorgfältige, religiöse Erziehung zu 
ertheilen suchen.— Wer sollte diese Männer durch eine entsprechende 
Besoldung nicht gerne auszeichnen? 
Es thut vor Allem Noth, einer Handlungsweise zu entsagen, 
welche ohne Rüksicht auf Subjektivität eine abnorme, objektive Gleich 
heit zu erzielen strebt. 
Wenn es sich also nicht darum handelt, dem Lehrerstande im 
Allgemeinen Dasjenige zuzuwenden, was überhaupt als ein Minimum 
seiner Existenz, wie die Verhältnisse sich dermalen gestaltet haben, 
betrachtet werden muß, so dürfte auf ihre subjektive Qualifikation ein 
genaues Augenmerk gerichtet werden. 
Indessen ist es in die Hand der Regierung gegeben, die zu dem 
Zweke der Personalaufbesserungen in das Budget aufgenommene 
Summe solchen Lehrern vorzugsweise zuzuwenden, welche mit andern 
Ansprüchen ein günstiges Zeugniß ihrer weltlichen und geistlichen 
Vorgesezten vereinigen, wobei sodann der Seekreis aus oben ent- 
wikelten Gründen zunächst zu berüksichtigen wäre. 
Denn, man wird wohl. den Gemeinden wie den Steuerpflichtigen 
alle diese an manchem Orte auferlegten unverhältnißmäßigen Opfer 
der Neubauten, der Schulgelder, Besoldungserhöhungen, Voraus 
bezahlungen u. s. w. auf die Dauer nicht zumuthen dürfen, um so 
weniger, wenn sich diese Opfer an Resultate knüpfen, welche die 
christlich-religiösen Ansprüche, welche die Eltern an die Schulen zu 
machen berechtigt sind / an manchem Orte so wenig befriedigen. 
Was korporative Schulanstalten für weibliche Jugend zu leisten 
vermögen, beweisen die nicht genug zu würdigenden in Freiburg, 
Bladen, Offenburg, Rastatt, Meersburg, Villingen, Konstanz, Brei 
sach bestehenden weiblichen Klosterschulen. Es wäre interessant, auch 
den Kostenpunkt mit dem Aufwande für die männliche Jugend zu 
vergleichen, unter gleichen Verhältnissen, abgesehen von manchmal
	        
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