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Inhalt: Beamte, Angestellte, Lehrer. Festbesoldete aufgepaßt! —
Das Landessteuer- (Finanzausgleichs-) Gesetz. — Aus de:
einen. — 100 Millionen Nachzahlung. — Wirtschaftliche
Das preußische Ausführungsgesetz zum Reichsjugendwohlfahrtsgesetz. —
n Preußischen Landtage. — Kriegsgrüberfürsorge. — Aus den Der
Fragen. — Vereinskalender. — Briefkasten. — Anzeigen.
2. 3ahrg Samstag, den 20. Ohtoher 1923
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Beamte, Angestellte, Lehrer, Festbesoldete
aufgepatzt!
Gottfried vom Berge.
Wir leben in einer Entlohnungskrise, wie sie schlimmer
nicht gedacht werden kann. Weit schlimmer aber ist es. daß sie
eine Gefahr für die Besoldung in sich enthält, die allerschlimmste
Folgen zeitigen wird, wenn wir jetzt ungerüstet oder g,ar unvor-
bereitet ihr gegenüberstehen!
Es ist hier der alte Kampf, Einnahmen und Ansgaben ins
richtige Einvernehmen zu setzen. Nun zeigen sich aber bei der
Festsetzung beider einander schroff entgegengesetzte Ziele, und
darin liegt für uns die Gefahr, die hier kurz gekennzeichnet
werden soll.
Heute ist das, was wir zum Loben notwendig haben, durch
dis wahnsinnige Teuerung auf allen Gebieten auf e-n so ge
ringes Maß beschränkt, daß eine weitere Herabsetzung des
Lebensnotwendigen nnr noch auf Kosten der Gesundheit er
folgen kann. Ist also das Maß dessen,' was wir zuim Leben
brauchen, nicht mehr herabzusetzen, so sind wir für die Aus
gaben nicht mehr in der Lage, durch Einschränkung noch auszu
gleichen und müssen das zahlen, was dafür verlangt wird. Nu«
sind aber diejenigen, die den Preis all der Waren, festsetzen,
schon eifrig dabei, die Gold- oder Festmark für sich vom Fabri
kanten über den Groß- und Kleinhandel festzusetzen und vom
Verbraucher auch einzuziehen. Gegen dieses Verfahren i-st cruch
vom Standpunkte des Verbrauchers nichts einzuwenden. Nun
kommt ferner hinzu, daß gegenüber dem Frieden auch in den
Ländern, die nicht vom Währungsverfall betroffen sind, sich all
gemeine Teuerung bemerkbar macht, die bis 100 Prozent und
darüber hinaus bewertet wird- Die Folge ist, daß sich bei der
Errechnung des in Gold- oder Festmark ausgedrückten Grund
preise die Erscheinung zeigt, daß der Preis der Ware, der als
Grundpreis auf den Rechnungen steht, gegenüber dem Frie
denspreis auch um 50 bis 100 Prozent höher angegeben wird
als er im Frieden war. Die Berechtigung dieses Verfahrens
zu untersuchen, hat hier keine Bedeutung.' es genügt die Fest
stellung der Tatsache, die leicht überall nachweisbar ist. —
Gs gilt also kurz der Satz: Die Lebenshaltung
wird bei aller Einschränkuna aeaenüber dem
Frieden mit 5 0 bks 100 Prozent höhersern oder
werden.
Dieser Tendenz in den Ausgaben für die Lebrnshaltung
steht eine direkt entgegengesetzte Tendenz in der Anpassung der
Gehälter gegenüber. Und hier liegt die Gefahr. Diese
Gefahr zeigt sich in zwei Erscheinungn. Die erste Art besteht
darin, daß die Waren, also unsere notwendigen Ausgaben be«
reits mit ganz verschwindend kleinen Ausnahmen sich schon aus
die Gold- oder Festmark umgestellt haben, während unsere Ge-
Hölter die Anpastung oder Umrechnung auf die Gold- oder Fest,
mark noch nicht gefunden haben, wir also eine gewijie Zeit
spanne hinterher hinken. Diese Erscheinung ist aber oas kleine
Uebel und wäre eher zu ertragen.
Weit schlimmer aber ist die zweite Erscheinung. Von hohen
und höchsten Stellen, von allen, die uns sicherlich auch wohl
wollend gegenüberstehen, ist wiederholt und in der bestimnitesten
Weise zum Ausdruck gebracht, daß auch die Gehälter der Beam
ten auf Eoldmark umgerechnet werden nrüßten- Das ist eine
Notwendigkeit, die alle einsehen — aber, und das wird für uns
das verhängnisvolle sein: „Hier können nicht die Friedens
gehälter einer guten alten Zeit in Frage kommen! Das können
wir uns nicht mehr leisten!" So und ähnlich lauten die Kom
mentare und aus allem klingt dann nur heraus: Friedensgehäl
ter können das nicht mehr sein! Von einer Heraufsetzung des
Grundpreises für die Arbeitskraft infolge der allgemeinen
Teuerung ist hier nicht die Rede, nein, man will herab, niedri
ger mit den Gehältern. Und was das bedeutet, wenn dann der
einheitliche, staatliche Multiplikator oder die Schlüsselzahl, wie
man das Ding auch nennen mag, 10 000 000, das Doppelte oder
noch höher ist, das kann sich ja jeder leicht ausmalen. Aber ein
einfaches Beispiel kann uns das leicht veranschaulichen.
Im Frieden kamen sich Einnahmen und Ausgaben so ziem
lich gleich, d. h. große Ersparnisse vom Gehalt hat wohl kaum
jemand gemacht und zu üppig gelebt haben die Gehaltsempfän
ger, die man heute bis zur IX. Stufe einfchl untergebracht hat,
wohl auch nicht. Also: hatte er früher 10 M- für Ausgaben, so
betragen sie jetzt bei 100 Prozent allgemeiner Teuerung 20 M.
mal Schlüsselzahl. Hatte er aber früher 10 M. Einnahmen, so
kann man ihm das heute nicht mehr geben, er kann nur 9. 8
oder aar nock weniger bekommen Und jede Differenz .nacht stcbi

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