Full text: Pharus - 7.1916, Halbjahrband 2 (7)

Bücherschau. 
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des deutschen Nationalbewußtseins zusammentreffen, ist großzügig, geistvoll und freimütig 
gekennzeichnet, ungewöhnlich große Belesenheit und Tatsachenkenntnis des Verfaffers zeichnet 
das Werk aus. In Weltanschauungsfragen trägt er, was vielleicht kaum eigens gesagt zu 
werden braucht, vorherrschend der protestantischen Betrachtungsweise Rechnung, hält sich jedoch 
frei von irgendwelcher Gehässigkeit. Daß einzelne Stellen nicht unwidersprochen bleiben 
können, ändert nicht das Gesamturteil, daß das Büchlein vorzüglich geeignet ist, in ein 
tieferes Verständuis politischer Gegenwartsfragen einzuführen. 
3. Die Schrift stellt ein Referat dar, das an der St. Gallischen Kantonalversammlung des 
Schweizerischen Katholischen Erziehungsvereins in Rorschach am 16. April 1916 gehalten 
wurde. Die Frage der staatsbürgerlichen Erziehung wird vom christlichen Standpunkt aus 
und mit besonderer Bezugnahme auf Schweizer Verhältnisse behandelt; zwischen staatsbürger 
licher Belehrung und Erziehung wird deutlich geschieden, die Möglichkeit und Notwendigkeit 
der Belehrung und Erziehung in den verschiedenen Schulgattungen und außerhalb der Schule, 
in der Familie und besonders auch in den Vereinen in übersichtlicher und sachlicher Weise 
dargetan. In einem Anhang wird eine ganze Reihe von Programmen für staatsbürgerliche 
Kurse, die von Schweizer katholischen Vereinen veranstaltet werden, sowie von Vortrags 
themen aus den Jahren 1914 bis 1916 mitgeteilt. 
4. Seit 1916 erscheinen in zwangloser Folge „Schriften der Schweizerischen katholischen 
Schulvereine", herausgegeben von Dr. P. Veit Gadient; sie sind im selben Geiste geleitet 
wie das Wochenblatt „Schweizer Schule", wenden sich aber an einen weiteren Leserkreis 
Sie wollen Schulschriften für das katholische Volk sein und die Verbindung zwischen Schule 
und Elternhaus, Schule und Volk, Lehrer und Volk fördern. Das erste Heft bringt be 
deutsame Aktenstücke aus Verhandlungen über die staatsbürgliche Erziehung; sie gewähren 
uns einen Einblick in die Fragen der Schweizer Schulpolitik überhaupt. 
Ghmnasialprofessor Dr. G. Lurz, München. 
vrixle, Klaus, Zur Schulpraxis. Ausführliche Monatsziele nebst Erläuterungen für die 
sieben Schuljahre der Hauptschule auf Grund der oberbaherischen Schul- und Lehr 
ordnung. Vierte, vollständig umgearbeitete und erweiterte Auflage. München 
R. Oldenbourg. 1916. 140 Seiten. Mk. 3.— 
Als die oberbaherische Schul- und Lehrordnung 1913 erschien, wurde sie freudig begrüßt; 
denn man erwartete von ihr Beseitigung manches veralteten und drückenden Stoffes und 
Verwirklichung guter, neuer Ideen. Die neue Lehrordnung gab dem Lehrer eine größere 
methodische Freiheit, forderte aber auch ein umfassenderes Ergreifen des Lehrstoffes, eine 
didaktische Vertiefung, die an das methodische Können des Lehrers erhebliche Ansprüche stellt. 
Die schwierige Arbeit der Gliederung und Sichtung des Lehrstoffes erleichtert Landes 
schulrat Brixle durch vorliegendes Werk, mit welchem er eine musterhafte Lehrstoffverteilung 
sowie Ergänzungen und Erläuterungen der Lehrordnung darbietet. Die Einleitung bringt 
Erwägungen über den Stoff und die verfügbare Zeit, die notwendigen Hefte und Hest-Ein- 
träge. Dann folgen die ausführlichen Monatsziele für die sieben Schuljahre, meist in metho 
dischen Einheiten und Lebensgemeinschaften. Der Verfaffer berücksichtigt stets die Höchst- 
forderungen, gibt aber auch Winke zur Kürzung und Beschränkung auf das jeweils benötigte 
Maß. Die folgenden Erläuterungen und Ergänzungen sind wertvolle methodische Beihilfen 
und ersparen viele zeitraubende Nachsuchearbeit in didaktischen Werken; zur Weiterbildung 
weisen sie auf die neuesten und besten pädagogischen Schriften hin. Die „Bolksschulpraxis" 
Brixles ist dem jungen Lehrer ein sicherer, treuer Wegführer, aber auch dem erfahrenen 
Schulmann bietet das Buch viele Beihilfen und Anregungen zu fruchtbringender Arbeit. 
Bezirks-Oberlehrer F. Will. Friedberg. 
Heywang, Ernst, Der Deutschunterricht in der wenig gegliederten Landschule. Methodisches 
Handbuch für Landlehrer. Prag, A. Haase. 223 Seiten. Mk. 3,40; geb. Mk. 3,70. 
„Sammlung methodischer Handbücher", Nr. 14.
	        

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