Full text: Pharus - 7.1916, Halbjahrband 2 (7)

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Bücherschau. 
In dem flott geschriebenen Buche wird zu den schwebenden Fragen des Deutschunter 
richtes und zwar vom Standpunkte der sogenannten ungeteilten (wenig gegliederten) Land 
schule aus Stellung genommen. Lese-, Sprachlehre-, Rechtschreibe- und Aufsatzunterricht 
finden Besprechung. In der Hauptsache vertritt Heywang den gesunden Grundsatz: Das 
Gute liegt in der Mitte. Nicht allem, was in den Reformschriften angepriesen und emp 
fohlen wird, stimmt Heywang zu, aber im großen ganzen steht er doch an der Seite der 
Neueren. An Einzelheiten seien folgende hervorgehoben: Eine sonderbare Forderung ist 
das Einheitsalphabet Seite 25. In der Fibelfrage will Heywang eine Differenzierung von 
Stadt und Land. Interessant sind seine Ausführungen über die Lesebuchfrage, aber des 
Lesebuches wird die Oberstufe nicht entraten können. Nicht einverstanden sind wir mit der 
Behandlung erotischer Stoffe in der Volksschule (S. 104 und 125.) Was Heywang über 
den Sprachlehre- und Rechtschreibeunterricht sagt, ist zwar nicht neu, aber man wird seinen 
Darlegungen gerne folgen, weil sie zeigen, wie ein praktischer Schulmann in diesen Diszi 
plinen unter Beseitigung manches unnötigen Ballastes mit Erfolg vorgehen kann. In der 
Aufsatzfrage ist der Verfasser ein Anhänger des freien Aufsatzes, er läßt seine Schüler sogar 
dichten und veröffentlicht auch einige gut gelungene Proben dieser Versuche, indes dürfte 
dem freien Aufsatze zu sehr das Wort geredet sein. Mit dem freien Aufsatze allein wird 
man das Ziel des Aufsatzunterrichtes, das unseres Erachtens richtig umschrieben wird, nicht 
erreichen können. Unangenehm hat uns der Schüleraussatz „Eine lustige Beerdigung" S. 205 
berührt. Religiöse Gebräuche sollen nie verspottet werden; auf keinen Fall darf die Schule 
derartige Stoffe aufgreifen. In dem Buche finden sich leider viele Druckfehler, insbesondere 
auch bei Fremdwörtern. Ausdrücke wie Quark, Seite 180, Bildungsschuster, Seite 188, 
wären besser vermieden worden. Dr. I. B. Habiitzel, Jmmenstadt. 
Lange, Richard, Praktisches Handbuch für den Rechtschreib-Unterricht. Für 6 Unterrichts 
stufen auf phonetischer Grundlage. 11. Auflage. Leipzig, Dürr. 1916. VIII, 
250 Seiten. Mk. 2,75; in Leinenband Mk. 3,50. 
Das in der Praxis bewährte Handbuch baut sich auf der einzig richtigen Grundlage — 
der phonetischen — auf. Auch der Lehrer, der die Mundart berücksichtigt und darum mehr 
für einen b o d e n st ä n d i g e n Rechtschreibeunterricht ist, wird bei der Zusammenstellung von 
Uebungen das nunmehr in 11. Auflage vorliegende Buch mit großem Nutzen verwerten 
können. Vor allem empfiehlt es sich durch die Darbietung von systematischen Lehrgängen. 
Und ein systematischer Rechtschreibeunterricht ist eine dringende Notwendigkeit. 
Dr. I. B. Hablitzel, Jmmenstadt. 
m* 3ur gefälligen Beachtung! 
ab. Das erste Keft des neuen Jahrganges erscheint am 11. Januar 1917. Post- und 
Buchhandlungs-Abonnenten werden freundlichst gebeten, ihre Bestellung sofort zu er 
neuern, damit in der Zustellung Keine Unterbrechung eintritt, hingegen ist bei direktem 
Bezüge von Donauwörth eine Neubestellung nicht nötig, weil ohnedies Weitersendung 
erfolgt, wenn nicht eigens darauf verzichtet wird. Die Expedition. 
Herausgegeben von der Pädagogische« Stiftung Cassianeum in Donauwörth. 
Für die Redaktion verantwortlich: 
Josef Weber in Donauwörth, Stadtpfarrprediger Dr. A«to« Luivle in Friedberg (Bah.) 
Chefredakteur. Mitredakteur. 
Druck und Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer (Pädagogische Stiftung Cassianeum) in 
Donanwörth. 
Alle nicht anders verabredeten Einsendungen an: Redaktion des Pharus, Donanwörth, Cassianeum. 
Für Manuskripte, die nicht im ausdrücklichen Einvernehmen mit der Redaktion eingesandt werden, wird 
jede rechtliche Haftung abgelehnt. Nachdruck sämtlicher Beiträge im Hauptteil ohne vorausgehende Ab 
machung mit der Redaktion untersagt.
	        

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