Full text: Pharus - 7.1916, Halbjahrband 2 (7)

Bücherschau. 
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:: Bücherschau. u 
Bergmann, Ernst, Deutsche Führer zur Humanität. Drei Vorlesungen. Leipzig, Felix 
Meiner. 1916. 43 Seiten. Mk. 1,—. 
Was Kant, Fichte, Hölderlin, Schiller, Goethe, Humboldt, Lessing und Herder über Bil 
dung und Erziehung zur „Humanität", zum Menschentum des deutschen Idealismus gesagt 
und geschrieben haben, findet man hier in fesselnder Darstellung kurz zusammengefaßt, wie 
Bergmann es geschaut. „Herder verzichtet darauf, die Idee der Menschheit jemals im Boden 
des Diesseits vollgestaltet vorzufinden. Fichte glaubte an diese Vollgestaltung für eine ferne 
Zukunft... Hölderlin zweifelt an allem und hat vielleicht das Rechte getroffen. 
Die Geschichte der Menschheit kann nur als Tragödie enden" (Seite 43): 
ob dieses Fazit wirklich auf der Linie des deutschen Idealismus liegt? 
Dr. A. Luible, Friedberg. 
Engelbrecht, Kurt, Deutschland lerne! Ein Ruf an das deutsche Gewissen. Berlin SW 11, 
Konkordia. 1915. 66 Seiten. 75 Pfg. 
Nach einer Einleitung, welche den Deutschen angesichts des großen Weltkrieges 8 sehr 
beherzigenswerte Ermahnungen gibt, entwickelt der Verfasser vorwiegend ethische Reflexionen: 
1. über Kämpfer und Krieg und hier über Kampfesfreude und Kriegskameradschaft, 
Mannentreue und Ritterlichkeit, 2. über das deutsche Volk und den Krieg und 
zwar über Egoismus und Persönlichkeit, Wahrheit und Freiheit, Recht und Gewalt, Pflicht 
und Ehre, 3. über das Menschengeschlecht und den Krieg. In diesem letzten 
Kapitel bietet der Verfasser seine Gedanken über Krieg und Erziehung des Menschenge 
schlechts, über Sühne durch Kraft, über den hohen Idealismus, über Gut und Böse und 
den Sieg der Menschlichkeit. Es ist eine kraftvolle, für Wahrheit und Recht eintretende 
ideale und hohen Zielen zugewandte Weltanschauung, die der Verfasser in überzeugenden 
Darlegungen verficht. Univ.-Prof. Dr. Stölzle, Würzburg. 
Espey, Albert, Deutscher Glaube. Die wichtigsten buddhistischen Parallelen zu neutesta- 
mentlichen Erzählungen und ihre ethische Würdigung. Berlin SW 11, Konkordia. 
1915. 68 Seiten. 75 Pfg. 
Die Hypothese irgendwelcher Anlehnung der Urheber des Christentums an buddistische 
Lehren ist durch die gründliche Arbeit gewissenhafter Historiker wohl für alle Zeit als halt 
los dargetan worden. Damit ist aber noch nicht die weitere Frage entschieden, ob nicht 
doch vielleicht der Buddhismus ethisch höher steht als das Christentum. 
Zur Lösung dieser Frage möchte nun das vorliegende Schriftchen in populärer Form 
seinen Teil beitragen, indem es durch textliche Gegenüberstellung der bemerkenswertesten 
buddhistisch-christlichen Parallelen dem Leser ein Urteil zu ermöglichen sucht über den höheren 
sittlichen Gehalt, der sich in der Verschiedenheit der ethischen Formulierung scheinbar gleicher 
Gedanke ausspricht. Die Ueberlegenheit der biblischen Darstellung und Denkweise läßt sich 
bei solcher Zusammenstellung unmöglich in Abrede stellen. Mit der Vermittelung dieser 
klaren Einsicht ist aber auch der Zweck der Verfassers erreicht. Es sollte keinen einsichtigen 
Deutschen mehr geben, der um des Märchenzaubers einer halb verstandenen, aber gerade 
darum angestaunten religiösen Denkweise willen den einfach tiefen Glauben des Christentums, 
der zum deutschen Wesen paßt und die Höhe der deutschen Kultur mitbegründen half, da 
hingibt! Hochschulprofessor vr. M. Waldmann, Dillingen. 
Gartmeier, Dr. I., Vorfragen zur christlichen Ethik. Nach einem Manuskript aus dem 
Nachlaß des hochseligen Erzbischofs Dr. Franz Joseph v. Stein bearbeitet. 50 Seiten. 
(Programm des Kgl. humanistischen Gymnasiums Landshut für das Schuljahr 1913/14.) 
Die Veröffentlichung enthält nur „die einleitenden Blätter" aus einem vorgefundenen 
umfangreichen Manuskript, das als Ganzes die Ueberschrift trägt: Prolegomena zur katho-
	        

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