Full text: Pharus - 8.1917, Halbjahrband 1 (8)

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Bücherschau. 
den Schlüssel bilden. Es scheint nicht möglich zu sein, daß angeborene Dispositionen 
durch Apperzeption vollständig eliminiert werden können. Läßt man die schlimmen 
angeborenen Neigungen üppig wuchern, dann wird der „geborene Verbrecher" das 
Resultat der Entwicklung sein. Aber bei einer planmäßigen Erziehung kann durch in 
tensive Apperzeptionsrätigkeit der Grund zu anderen, gegensätzlichen Dispositionen ge 
legt werden, wodurch die schlimmen paralysiert werden. Dr. M. Lechner, Donauwörth. 
Sprechftelle der Redaktion. 
Zur Einführung eines neuen Mitgliedes der Pharus-Redaktion: 
Dank dem Entgegenkommen der Vorstandschaft des Cassianeums war es möglich, in 
der Person des hochw. Herrn Dr. Matthias Lechner einen dritten Redakteur für „Pharus" 
zu gewinnen. Dr. Lechner widmete sich am Lyzeum zu Freising und an der Universität 
München, hier unter der Leitung von Hertling und Lipps den philosophischen Studien. 
Im Jahre 1911 wurde er von der Universität München zum Doktor der Philosophie 
promoviert. Seit Herbst 1913 oblag er an dieser Universität neben weiteren philo 
sophischen auch juristischen und volkswirtschaftlichen Studien. Außer der Doktordissertation, 
welche die Erkenntnislehre des Suarez untersuchte, schrieb Dr. Lechner folgende Ab 
handlungen: 1. Die Sozialpädagogik Natorps. 2. Das Problem der Persönlichkeit in 
der Pädagogik Gurlitts. 3. Die Stellung Gurlitts zur Schulreform. 4. Das Gefühls 
leben des Kindes. — Diese Abhandlungen sind im „Pharus" veröffentlicht worden. 
Abhanolung 1 und 2 hat Dr. Prinz in sein Buch „Zeitgenössische Pädagogen" auf 
genommen. Ab 1. Februar 1917 wirkt Dr. Lechner am Cassianeum als Anstalts 
geistlicher und Religionslehrer des Knabeninstituts (Bürgerschule) Heilig-Kreuz, als 
Nachfolger des vom Stadtmagistrat Donauwörth auf die Pfarrei der Nachbargemeinde 
Zirgesheim präsentierten bisherigen Anstaltsgeistlichen Dr. Max Kreutle. 
Berichtigung: In dem Artikel des Januarheftes 1917: „Charaktergefahren im 
Schulleben" sind die auf Seite 44, 45 und 47 enthaltenen Ausführungen über den Zu 
sammenhang des neuzeitlichen Brownleesystems mit den „Reflexionen" des heiligen 
Johann Baptist de La Salle, ein Urteil Lombrosos über das Präventivsystem Don 
Boscos, der Hinweis auf F. Weigls Abhandlung, die Betonung der Bedeutung des 
Prüveniivsystems für eine Vertiefung der Schulzucht, zum Teil ganz wörtlich einem 
Artikel entnommen, welchen der verdiente Herausgeber des „Lexikons der Pädagogik", 
Lateinschulrektor Roloff, in dem im Druck befindlichen Band 5, Spalte 637 ff. selber 
geschrieben und im Korrekturabzug bereits im Juni 1916 dem Verfasser des Pharus- 
Artikels zur Einsicht zugeiandt hatte. Herrn Fr. Kahl liegt es selbstverständlich fern 
die Priorität Roloffs in dieser Materie irgendwie verwischen zu wollen. 
Herausgegeben von der Pädagogischen Stiftung Casfianeum tu Douauwörth. 
Verantwortlicher Chefredakteur: Josef Weber in Donauwörth. 
Redakteure: 
Dr. Antou Luible, Dr. Matthias Lechner, 
Stadtpfarrprediger in Friedberg (Bayern.) Anstaltsgeistlicher und Religion; lehrer in Donauwörth. 
Druck und Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer (Pädagogische Stiftung Casfianeum) iu 
DouauwSrtd. 
Alle nicht anders verabredeten Einsendungen an: Redaktion des PharuS, Douauwörth, Casfianeum. 
Für Manuskripte, die nicht im ausdrücklichen Einvernehmen mit der Redaktion eingesandt werden, wird 
jede rechtliche Haftung abgelehnt. Nachdruck sämtlicher Beiträge im Hauptteil ohne vorausgehende Ab 
machung mit der Redaktion untersagt.
	        

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