Full text: Pharus - 8.1917, Halbjahrband 1 (8)

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Bücherschan. 
:: Sücherschau. :: 
Jugendpflege. 
I. 
Habbel, Franz Ludwig, Vaterländische Jugendpflege. Regensburg, Joseph Habbel. 
1916. 126 Seiten. Mk. 2,50. 
hemprich, Karl, Grundzüge der Jugenderziehung und Jugendpflege für Gegenwart und 
Zukunft. Langensalza, Julius Beltz. 1916. 39 Seiten. 80 Pfg. 
höhlin, v., Generalleutnant, Zwei Jahre militärischer Jugenderziehung. München, 
Karl Schnell. 1916. 48 Seilen. 80 Pfg. 
petrich, Dr. jur. Hermann, Jugendpflege und Staat. Eine Frage der Bevölkerungs 
politik. Halle a. d. Saale, Buchhandlung des Waisenhauses. 1916. 32 Seiten. 
50 Pfg. 
Kriegs-Jugendpflege-Arbeit: Erziehungswoche — Kriegsbürgerkunde — Jugendwehr. 
Herausgegeben vom Ausschüsse für Jugendpflege in Godesberg. Godesberg a. Rh. 
1916. 47 Seiten. 
Ruttmann, W. I., Grundlagen der Jugendführung. Die körperliche und geistige Ent 
wicklung des Jünglings. Für Jugendführer, Erzieher und Arbeitgeber. Leipzig, 
A. Haase. 1916. 78 Seiten. Mk. 1,20; geb. Mk. 1,80. 
Von der vorliegenden Jugendpflegeliteratur befassen sich die Schriften von Hemprich, 
Habbel, Hößlin und die Godesberger „Kriegs-Jugendpflege-Arbeit" mit der mili 
tärischen Jugenderziehung. Die drei ersteren bringen Vorschläge, welche schon 
die Jugend der Volksschule hierfür erfassen wollen. Hemprich beschränkt sich auf eine 
kurze Ausführung von „fünf strategischen Grundgedanken", nämlich: 1. Erhaltung und 
Stärkung des sittlich-religiösen Grundcharakters des deutschen Volkes, 2. Größere Be 
tonung des deutsch-völkischen Gedankens, 3. Mehr unmittelbare Willensbildung, 4. Er 
höhte Ausbildung der Sinne und Hände zu technischen Fertigkeiten, Stählung des 
Körpers, 5. Unterstützung des Familienlebens als der wichtigsten Quelle der Volkskraft. 
Bei Erläuterung der Punkte 1 und 3 vermissen wir die Einreihung der Mitarbeit der 
Kirche und der spezifisch religiösen Erziehungsmittel, bei Punkt 2 fällt die Selbstver 
ständlichkeit auf, mit der von einem „freiwilligen Dienstjahr aller Mädchen in Kranken 
pflege und sozialer Tätigkeit" gesprochen wird. Die Arbeit der Fortbildungs- und 
Heeresvorschule soll ergänzt werden durch „die Jugendpflege, die Jugendvereine aller 
Art, die im Ortsausschuß für Jugendpflege zusammengefaßt sind". 
Habbel, wie Hemprich ein Praktiker der militärischen Jugendvorbereitung von 
erzieherischen Qualitäten, legt einen Plan vor, der bis ins Einzelnste durchgearbeitet ist. 
Für das Wirken der konfessionellen Vereine und die Mitarbeit der Kirche und ihrer 
Diener hat er Worte verdienter Wertschätzung. 
Hößlins Ausführungen lesen sich mit Genuß; hier spricht der disziplinierte, sach 
liche Geist des Militärs. Bei seinen Vorschlägen beschränkt er sich zumeist auf die un 
mittelbare militärische Vorbereitungszeit (18. bis 20. Jahr). Die mitgeteilten Erfahrungen 
aus feiner zweijährigen Tätigkeit in der militärischen Jugenderziehung sind interessant. 
Die ernsteste Beachtung auf seilen der Schulmänner verdient, was Hößlin über die 
geringe Nachhaltigkeit des Schulunterrichtes beobachtet hat (S. 11). Für die „Geistlichen- 
Seminarien" fordert er systematischen Turnunterricht: „Denn jeder Pfarrer sollte in 
der Lage sein, prüfen zu können, ob in der Schule seines Wirkungsbereiches dem Turn 
unterricht die nötige Aufmerksamkeit zugewendet wird" (S. 20). Auffallend ist, daß
	        

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