Full text: Pharus - 1.1910, Halbjahrband 2 (1)

Literarische Notizen. 
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interessanten Briefes von Schiller an seine 
Schwiegermutter, mehrere Faksimiles nach 
seltenen ältern Drucken und die Porträts von 
Eichendorff, Heinrich Heine und Shakespeare. 
Außerdem findet sich eine Reihe Porträts im 
Texte. Möge das gediegene und reich aus 
gestattete Werk nun baldigst zum Abschlüsse 
kommen. 
Die 5. Auflage des Deutschen Wör 
terbuches' von Fr. L. K. Weigand 1 steht 
nun vor ihrer Vollendung, indem vor kurzem 
die Lieferungen 10 und 11 ausgegeben wur 
den, welche die Wörter von „Rabe" bis 
„Tapioka" umfaffen. Um die vorgesehene 
Zahl von zwölf Lieferungen einhalten zu 
können, erhielt die Lieferung 11 denverstärkten 
Umfang von IO, anstatt 6 Bogen. In der 
neuen Bearbeitung istdasWeigandscheWörter- 
buch nun wohl das gediegendste Werk dieser 
Art. Der jetzige Herausgeber desselben, Pro 
fessor Dr. Herman Hirt, zählt zu den her 
vorragendsten Sprachforschern der Gegenwart, 
deffen neuestes Werk: ,Etymologie der neu 
hochdeutschen Sprache. Darstellung des deut 
schen Wortschatzes in seiner geschichtlichen 
Entwicklung' (München, Beck. I960. JL 8), 
eine hochbedeutsame Leistung ist, deren Stu 
dium kein Gebildeter versäumen sollte. Der 
Hauptwert des neuen „Weigand" liegt da 
her auch ganz besonders auf dem etymolo 
gischen Gebiete. Nach der sachlichen Erklä 
rung wird nämlich bei jedem Worte seinem 
frühesten Vorkommen nachgegangen und deffen 
mittel- oder auch althochdeutsche Form vor 
geführt. Daneben werden die verwandten 
Ausdrücke in germanischen und andern Sprachen 
verzeichnet und überall die Quellen zitiert. 
Ein besondererer Vorzug des Werkes ist, daß 
auch die Fremdwörter aufgenommen sind. Wer 
sich deshalb ein wirklich gediegenes Hand 
wörterbuch der deutschen Sprache verschaffen 
will, dem sei dieses Werk wärmstens empfohlen. 
Angesichts der ansehnlichen Zahl von größern 
und kleinern Handbüchern sowie von mehr 
bändigen Darstellungen der Kunstgeschichte, 
zum Teil mit glänzender Ausstattung, möchte 
es fast als ein Wagnis erscheinen, ein neues 
Werk dieser Art herzustellen. Die Allgemeine 
Verlags-Gesellschaft m. b. H. in Berlin- 
München-Wien, der die katholische Literatur 
in neuester Zeit so viele hervorragende Pu 
blikationen verdankt, hat sich entschlossen, eine 
„Illustrierte Kunstgeschichte" herauszu 
geben, die in 20 Lieferungen a 1 M oder 
in zwei Bänden erscheinen wird. Der Ver 
fasser derselben ist Professor Dr. Joseph 
Neuwirth in Wien, dessen Namen längst 
schon zu den glänzendsten und gefeiertsten 
auf kunstwissenschaftlichem Gebiete gehört. 
1 Nach des Berfassers Tode vollständig neu be 
arbeitet von Karl v. Bahder, Herman Hirt und Karl 
Kant. Herausgegeben von Herman Hirt. Gießen, 
Töpelmann. Gr. 8. Erscheint in 12 Lieferungen zu 
je M. 1,60, 
Das Werk will die gesicherten Ergebnisse der 
Kunstgeschichte auf Grund der neuesten For 
schungen in leicht faßlicher Form darbieten 
und sich den Unterweisungsansprüchen weite 
rer Kreise zweckdienlich anpassen. Es wendet 
sich vornehmlich an jene Gebildeten. Studie 
renden, Freunde und Jünger der Kunst und 
des Kunsthandwerks, die das Kunstleben der 
Vergangenheit und Gegenwart nicht nur in 
Worten, sondern auch durch bildliche Anschau 
ung kennen lernen wollen. Daß das Werk 
eine mustergültige Ausstattung erhalten wird 
durch zahlreiche Abbildungen im Texte, ein 
und mehrfarbige Tafelbilder, dafür bürgen 
die bisherigen Leistungen des Verlages. Die 
bereits vorliegende erste Lieferung ist in dieser 
Beziehung ein vielversprechender Anfang. 
Auf gutem, holzfreiem und glattem Papier 
gedruckt, enthält sie 40 Textillustrationen so 
wie drei Tafeln, von denen zwei in vorzüg 
lichem Farbendruck ausgeführt sind. Letztere 
stellen dar: „Sechs indische Rakans von Cho 
Densu" und „Tizian, Zinsgroschen". Der 
Text beginnt mit einer guten Uebersicht über 
die Kunstübung der vorgeschichtlichen Zeit, 
worauf uns der nächste Abschnitt in die Kunst 
des Orients einführt und zwar zunächst in 
die Kunst der Aegypter. Von diesem Kapitel 
ist erst die Darstellung über die Baukunst 
dieses uralten Kulturvolkes abgeschlossen, wo 
bei die charakteristischen Denkmale trefflich 
eschildert sind. Den weitern Lieferungen 
ieses Werkes sehen wir mit gespanntem In 
teresse entgegen. 
Ueber die im Anschlüsse an Thomös .Flora 
von Deutschland' von Dr. W a l t e r M i g u l a 
bearbeitete ,Kryptogamen-Flora von 
Deutschland, Deutsch - Oesterreich und der 
Schweiz' (Gera, Friedrich v. Zezschwitz. Er 
scheint in Lieferungen ä 1 m) haben wir 
zuletzt in Heft 4 unserer Zeitschrift eingehen 
der berichtet. Inzwischen sind von diesem 
Werke die Lieferungen 91—96 erschienen, 
womit der erste Teil des dritten Bandes, der 
die Pilze behandelt, abgeschlossen ist. Be 
schrieben sind nunmehr die Myxomycetes 
(Schleimpilze), Phycomycetes (Schlauchpilze) 
und die Ordnungen Dstilagineae und üre- 
dineae der Basidiomycetes, im ganzen etwa 
1285 Arten. Dazu kommen 98 äußerst fein 
ausgeführte Tafeln mit schwarzen und far 
bigen Abbildungen. Weitere 62 Tafeln ge 
hören bereits zum zweiten Teile. Ein solch 
ausführliches und zuverlässiges Handbuch der 
Pilzkunde mangelte bisher und es wird da 
her dasselbe allen Pilzfreunden hoch will 
kommen sein! Auch Lehrer werden es beim 
Unterrichte vielfach mit Nutzen gebrauchen 
können. Um die Anschaffung zu erleichtern, 
wird diese Abteilung des Gesamtwerkes auch 
einzeln abgegeben. Der bereits vorliegende 
erste Teil kostet broschiert 24, in Halb 
franz gebunden M 28. Tr.
	        

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