Full text: Pharus - 16.1925 (16)

Bücherschau. 
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besonders die der natürlichen Grundlagen 
des Wirtschaftslebens der Erde zu vermit 
teln und so das Verständnis für die Wirt- 
schaflsverhältnisse Deutschlands und der 
übrigen Länder und ihre gegenseitigen Be 
ziehungen zu erschließen. Der Anschaulich 
keit des Stoffes dienen strenge Gliederung, 
Vergleiche mit den entsprechenden Größen- 
verhältniffen des Deutschen Reiches sowie 
eine Anzahl Skizzen. Das Merkchen wird 
in seiner Neubearbeitung Lehrenden und 
Lernenden gute Dienste tun. Anton Mackes. 
Humburg, Dr W., Wirtschaftsgeographie 
von Deutschland. Ein Leitfaden, l.und 
2. Teil. Leipzig 1925, G. A. Gloeckner. 
72 und 152 Setten. Kartoniert. 
Der Verfasser unternimmt den Versuch, 
Wirtschaftsgeographie und -künde buchmäßig 
voneinander zu trennen. Die vorliegenden 
beiden Hefte enthalten den geographischen 
Stoff, dem in einem zweiten Teile theo 
retische Ausführungen und praktische An- 
schanungsbilder folgen sollen. Jedenfalls 
macht er mit einer sorgfältigen Betrachtung 
der geographischen Bedingtheiten der Wirt 
schaftskunde, wie sie die Praxis der Berufs 
und Handelsschulen, für die der Leitfaden 
bestimmt ist, erfordert, keinen Schritt rück 
wärts. Die Behandlung der einzelnen na 
türlichen Einheiten gründet sich auf das 
Schema: A. Die Landschaft als Grundlage 
des Wirtschaftslebens, B. Das Wirtschafts 
leben, C. Der Verkehr. Druck und Anord 
nung sind übersichtlich. Zahlreiche Skizzen 
erhöhen den Wert der Hefte. Anton Mackes. 
Praxis der Grundschule. 
Troll, Max, Das erste Schuljahr der Grund 
schule. Theorie und Praxis für die Ele 
mentarklasse der Einheitsschule als Er- 
ziehungs- und Arbeitsschule. 13. Auflage. 
Mit zahlreichen in den Text gedruckten 
Abbildungen. Langensalza 1925, Her 
mann Beyer u. Söhne. VIII, 241 Seilen. 
2,70 Mk 
„Es ist ein neuer Lenz über den Schul 
acker gekommen... Als schönste Edelfrucht 
laßt uns die Freude anbauen!" Dieser 
Satz des Lehrerdichters P. G. Münch stieg 
mir beim Lesen des vorliegenden Buches 
ins Bewußtsein. Es will ja auch „Sonnen 
schein über die Arbeit des ersten Schul 
jahres ausgießen". Nach einem grund 
legenden theoretischen Teil, der unter an- 
derm einen überaus wertvollen Beitrag 
„Die psychischen und physiologischen Eigen 
tümlichkeiten des Kindes bei der Aufnahme 
in die Schule" birgt, folgt ein ausführ 
licher praktischer. Der Grundsatz der Kinder- 
tümlichkeit der Stoffe, das Prinzip des 
erziehenden Unterrichts wie auch die Ar 
beitsschulidee befruchten die ganze Arbeit, 
welche dem Lehrer der Kleinsten eine Fülle 
von Anregungen bietet. Die Durchführung 
des Gesinnungsunterrichts, der Heimat 
kunde, des Gesangs, Spiels, Formens, Zeich 
nens und Rechnens wird unter Veranschau 
lichung durch viele Bilder an jedem der 
zehn Märchen gezeigt, welche den Kon- 
zentrationsmiltelpuukt der ganzen Schul 
arbeit bilden. Ein Lehr- und Konzentra 
tionsplan am Schluffe des Buches ergänzt 
und veranschaulicht die vielen Zusammen 
hänge zwischen dem Ethischen, Sachlichen 
und Aesthetischen innerhalb der einzelnen 
Gesinnungsstoffe. Auch wenn das Buch nicht 
heute schon in 13. Auflage (seit 1907) vor 
liegen würde, müßten wir ihm wegen seiner 
Brauchbarkeit volles Lob spenden Freilich 
werden wir bei Benutzung des Werkes nie 
vergessen, daß wir in der katholischen Er 
ziehungsschule noch wertvollere Gesinnungs 
stoffe als Märchen besitzen. Etwas unan 
genehm berührt es uns, daß der reiche 
Schrifttumsnachweis keinen der Männer 
kennt, die auf katholischer Seite den Ar 
beitsschulgedanken seit mehr als einem 
Jahrzehnt tatkräftig in Wort und Schrift 
vertreten. Joseph Schmitt. 
Schaffen und Schauen. Arbeitsschulmäßiger 
Anschauungsunterricht in der Grund 
schule 1. Teil: Zur Begründung Von 
Schulrat Wagner. 2. Teil: Beispiele aus 
der Praxis einer einklassigen Landschule. 
Von Lehrer Hesse. Langensalza 1925, 
Hermann Beyer u. Söhne. 78 + 201 
Seiten. 5,60 Mk. (Pädagog. Magazin, 
Heft 1021/1022) 
Fußend aus dem Boden der neueren 
Sinnesphysiologie und der modernen Psy 
chologie versteht es Wagner im 1. Teil, 
das Anschauungsvroblem tiefgründig zu 
erfassen. Das geforderte „Vor-den-Sinnen- 
stehen der äußeren Gegenstände" mit all 
seitiger Sinnesbetätigung führt uns ohne 
weiteres in die Arbeits-, die Tatschule. 
Das „Regemacheu des Bewußtseins der 
Sinneseindrücke" muß aber damit Hand 
in Hand gehen, wenn bleibende Anschau 
ungen zurückbleiben sollen. Die weitere 
Aufgabe besteht darin, das Kind spielend 
experimentieren und experimentierend spie 
len zu lassen im Dienste der „Erkenntnis 
bildung". Das erfordert aber auch eine 
Stoffgestaltung, „die das Alltägliche dem 
Kinde in ein Licht stellt, daß es mit ganzer 
Seele zugreift". Für die Lösung dieser 
Frage der „Unterrichtskunst" weist Wagner 
praktische Wege: 1. Das Ding in Tätigkeit 
oder Gebrauch, im Werden oder Vergehen, 
in seiner natürlichen oder einer erdachten 
Geschichte zu zeigen. 2. Das Kind das 
Ding herstellen oder zerstören, nachbilden, 
nachzeichnen oder in sein Spiel aufnehmen 
zu lassen. Wie Wagner das alles flüssig
	        

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