Full text: Wochenschrift für katholische Lehrerinnen - 38.1925 (38)

10 
legen der Zahlen keine Schwierigkeiten. - Außer ,der Rechen« 
Maschine für die Hand des Lehrers gibt es in gleicher Ausführung 
kleine Rechenmaschinchen für die Rinder, in Pappkästchen 47 pfg.. 
in Holzkästchen 80 Pfg.. in Doppelkästchen - ejne Seite zur Auf 
nahme der Stifte, Zedern usw., die andere für das Rechenbrettchen - 
Ji 1,20. Auf mannigfache weise kann die Rechenmaschine bei ver 
schiedenen Rechenarten verwendet werden, worüber die Gebrauchs 
anweisung Aufschluß gibt. Da der Reinertrag ausschließlich wohl 
tätigen Zwecken zufließt, ist dem Rechenlehrmittel weiteste Verbrei 
tung zu wünschen, wozu diese Zeilen in reichstem Maße beitragen 
mögen. Es würde sich freuen, viele Bestellungen entgegenzunehmen: 
Zrl. Anna Puff, Hauptlehrerin in Dormitz bei Erlangen, Bayern. M. L. 
Aus der Zeit. 
Aus Preußen. 
Lehrerkammer Berlin. 
Aus der 4. Sitzung vom 1. Dezember 1924. 
Nach ausführlichen Darlegungen des Herrn Tschentfcher hat die Lehrer 
kammer bei den Schuldeputationen Großverlins den Antrag gestellt, die 
Einstufung der Lehrerschaft in die einzelnen Besoldungsklassen zu ermitteln 
und, um die Lehrerschaft Berlins nicht schlechter zu stellen als die Land 
lehrerschaft, die Einrichtung der zweiten Konrektoren- oder Konrektorinnen- 
stelle zu beantragen. 
Da in Berlin 29 Junglehrer und 338 Junglehrerinnen ihre Rnstellungs- 
fähigkeit innerhalb 5 Rmtsjahren nicht erworben haben, hat die Lehrer 
kammer an das privinzialschulkollegium die Bitte gerichtet, Gesuche der 
Lehrer und Lehrerinnen in allen Fällen, wo besondere Gründe vorliegen, 
beim Herrn Minister zu befürworten. 
Der Abbau der Lehrkräfte und der in den verschiedenen Bezirken 
Berlins von einander abweichende Rückgang der Einfchulungsziffer führte 
in den letzten Jahren zur Versetzung von hilsslehrkräften von einem Bezirk 
in den andern, hierbei führten die Bezirksämter häusig Klage, daß die 
einzelnen Schulverwaltungen wenig geeignete Hilfslehrkräfte an andere 
Bezirke abgeben und damit die Verantwortung für ihre Entlassung aus dem 
Schuldienst infolge ungenügender Leistungen abwälzen. Sie begründeten die 
Vermutung damit, daß bei einer Reihe von hilfslehrkräften nach den Akten 
lange Zeit hindurch keine Revision ihres Unterrichts stattgefunden hat. Ruch 
die Hilfslehrkräfte haben ein erhebliches Interesse an der Feststellung ihrer 
Leistungen, damit sie bei Versetzungen vor den oben erwähnten Vermutungen 
geschützt sind. Ruch bei einer späteren Wahl ist es von wert, daß sich eine 
Hilfslehrkraft über ihre Leistungen in den früheren Dienststellen und Be 
zirken ausweisen kann. Daher hat die Schuldeputation die Anordnung 
gegeben, jährlich mindestens einmal den Unterricht der hilfslehrkräfte be 
sonders zu besichtigen und den Revisionsbericht zu den Personalakten zu 
geben. Die Lehrerkammer billigte die vom Magistrat vorgeschlagenen Maß 
nahmen für die dienstliche Förderung der Hilfslehrkräfte. 
Die Lezirksfchuldeputationen haben die Rnweisung bekommen, die Kon- 
rektorenstellen zunächst kommissarisch zu besetzen. Die Lehrerkammer nahm 
den Antrag an, daß der Wahl von Konrektoren oder Konrektorinnen eine 
nach dem Dienst, und Lebensalter geordnete Liste zugrunde zu legen ist. 
Durch Erlaß vom 23. September 1924 - U III E 5722 - ist durch den Herrn 
Minister entschieden worden, daß die Umwandlung einer einstweiligen An 
stellung in eine endgültige trotz der Personalabbauverordnung zulässig bleibt. 
vezirkrlehrcrkammer Düsseldorf, 
Vorsicht beim Rbbauverfahren. 
Nach § 22 p. R. v. „ist v or der Versetzung in den einstweiligen Ruhe, 
stand oder der Entlassung dem Beamten, auf seinen Rntrag auch der Be- 
amtenvrrtretung, Gelegenheit zur Äußerung zu geben." wenn den erhabenen 
Einwendungen dann seitens der Behörde nicht stattgegeben, sondern die 
Versetzung in den einstweiligen Ruhestand ausgesprochen wird, steht dem 
Betroffenen, sofern die Voraussetzungen der §§ 23, 21 und 20 dafür vor 
liegen, nach 8 23 das Recht des „Einspruchs" gegen die tatsächlich erfolgte 
Versetzung in den einstweiligen Ruhestand zu. Die „Äußerung" nach 8 22 
hat auch dann Keine Wirkung in bezug auf 823, wenn die Eingabe „Einspruch" 
genannt wurde. Gegebenenfalls hat sich also der betroffene Lehrer noch 
ein zweites Mal an die Regierung zu wenden. Unterlassung hat 
bittere Enttäuschung hervorgerufen, zumal nach 8 24 „der Einspruch 
nur binnen einer Russchlußfrist von zwei Wochen zulässig ist". 
Ruf Grund der Rbbaubestimmungen mußte somit der Herr Minister 
(U III G 2728/24) wie folgt entscheiden: „Das Schreiben des Lehrers X. 
nom 6. Rugust 1924 ist keine Eingabe im Sinne des 8 23 der p. R. v. 
und der Allsführungsbestimmungen vom 10. Mai 1924, sondern seine Äu 
ßerung gemäß 8 23 der p. 6. v. Oie Regierung hat daher zunächst selbst 
ständig Entscheidung zu treffen und gegebenenfalls abzuwarten, ob der Lehrer 
auf die Verfügung, die ihn tatsächlich in den einstweiligen Ruhestand ver- 
setzt den im 8 23 a. a. tv. vorgesehenen Einspruch einlegt oder Beschwerde 
erhebt". h. Tiefe, Vorsitzender. 
Recklinghausen-Land. 
Ergebnis der Kreislehrerratswahl vom 12. November 1924. 
Es haben erhalten: I. Wahlvorschlag des Deutschen Lehrervereins 148 
Stimmen, II. Wahlvorschlag der kath. Lehreroereine 253 Stimmen, HI. Wahl 
vorschlag des Vereins deutscher kath. Lehrerinnen 230 Stimmen. IV. Wahl. 
Vorschlag des Vereins preuß. Volksschullehrerinnen 32 Stimmen. Gewählt 
sind vom Wahlvorschlag I 3 Vertreter: Schlömer. vuhme, Warnecke, vom 
II. 4 Vertreter: Kollmann, Wessels, haerkötter, Sangrogert, vom III. 3 vertr.^ 
Tckel, Machleb, Schräer. 
Die Lehrerschaft des Amtes Westerholt hat sich an der Wahl nicht beteiligt. 
Werken, 16. 11. 1924. K. vuhme. 
Au§ Danzig. 
Ausscheiden verheirateter Lehrerinnen. 
In der Wochenschrift vom 12. 4. 24 ist in einem eingehenden Artikel 
dre Frage der „verheirateten Lehrerin im Freistaat Danzig" behandelt 
worden. Die Berufsvertretung der Lehrer, die Lehrerkammer, war mit 
allen Standesvereinen darin einig, daß die Lehrerin, die wegen ihrer Ver 
heiratung aus dem Dienste scheiden muß, Entschädigungsansprüche an den 
Senat hat. Die Beamtinnenorganisationen halten durch ein besonderes 
Schreiben an volkstag und Senat dieser Meinung noch besonderen Ausdruck 
gegeben und ihre wünsche dahin formuliert, daß sie die Abfindungssumme 
in fünffacher höhe des Jahresruhegehalts festgesetzt wissen wollten. Uber 
das Ergebnis sollte zu gegebener Seit berichtet werden. 
In vorgenannter höhe haben sich die Forderungen zwar nicht durch 
drücken lassen, immerhin ist durch Volkstagsbeschluß vom Dkt. 1924 ein 
einigermaßen befriedigendes Resultat erzielt worden, vor kurzem ist durch 
den Senat die gesetzliche Regelung erfolgt. 
8 7 des betreffenden Gesetzes lautet: 
Das Dienstverhältnis verheirateter weiblicher Staatsbeamter im Staats 
dienste der Freien Stadt Danzig kann jederzeit mit dreimonatiger Frist zum 
Ablauf eines Monats gekündigt werden, verheiratete weibliche Staats 
beamte der Freien Stadt Danzig können jederzeit mit dreimonatiger Kün 
digung zum Ablauf eines Monats unter Wahrung des Anspruchs aus Absatz 3 
aus dem Dienste ausscheiden. Dieses gilt auch bei lebenslänglicher Anstellung. 
Entgegenstehende längere vereinbarte oder gesetzliche Kündigungsfristen 
treten außer Kraft. 
Die auf Grund des Absatz 1 ausscheidenden Beamten erhalten eine 
Abfindungssumme, deren höhe sich nach der Dauer der beim Ausscheiden 
zurückgelegten Dienstzeit richtet und beträgt: 
im 2. und 3. Dienstjahre das Dreifache 
4. 
5. 
„ vierfache 
6. 
„ 
„ Sechsfache 
7. „ 
8. 
„ 
„ Achtfache 
9. .. 
10. 
„ 
„ Zehnfache 
11. „ 
12. 
„ 
„ Zwölffache 
13. „ 
14. 
„ 
„ Dreizehnfache 
15. „ 
16. 
„ 
„ vierzehnfache 
„ 17. bis 20. „ und darüber das Fünfzehnkachs 
des letzten Monatseinkommens. 
Wenn die auf Grund des Absatz 1 ausscheidenden weiblichen Beamten 
auf eine Abfindungssumme verzichten, steht ihnen später im Falle des Be 
dürfnisses auf Antrag ein Ruhegehalt zu, sofern sie erwerbunfähig sind oder 
das 65. Lebensjahr vollendet haben. Die höhe des Ruhegehalts entspricht 
der Dauer der beim Ausscheiden des Beamten zurückgelegten Dienstzeit. 
Kindern unter 18 Jahren aus einer Ehe, die der weibliche Beamte 
während seiner Dienstzeit geschlossen hat, kann im Falle des Todes der Eltern 
eine Waisenrente widerruflich gewährt werden. 
Die Bestimmungen erhalten rückwirkende Kraft auf den 10. Januar 1920. 
verschiedener. 
Deutsches Institut für wissenschaftliche Pädagogik. 
Die Leitung des Instituts hat Herrn Dr. Gerhard Llostermann aus' 
Münster für seine wissenschaftlich hochwertige, für die positive Grund 
legung einer systematischen Erziehungswissenschaft sowie für die kritische 
Auseinandersetzung mit den wichtigsten bisherigen Systemen der Pädagogik 
ergebnisreiche Untersuchung: „Welche Fortschritte hat die theoretische Päd 
agogik in ihrer systematischen Begründung seit hrrbart zu verzeichnen?" 
den ausgesetzten preis von eintausend Mark zuerkannt. — Oaspreis- 
richterkollegium bildeten folgende Herren: Geh. Regierungsrat Univ.-Profi 
Dr. A. Dyroff (Bonn), Hochschulprofessor Dr: F. X. Eggersdorfer (Passau), 
Univ.-Prof. Dr. M. Ettlinger (Münster), Dompropst Prälat Unio.-Prof. Dr. 
J. Mausbach (Münster), Geh. Regierungsrat Gberstudiendirektor i. R. Dr. 
Werra (Münster). 
Amtlicher. 
Aus Preußen. 
Kunstaurfchöfie. 
Ausführungsbestimmungen 
des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, des Ministers, 
des Innern und des Justizministers zu der Allgemeinen Verfügung 
vom 26. März 1924 über die Bildung von Kunstaurschüsfen. 
I. 
Die Polizeipräsidenten haben die Kunstausschüsse im Einvernehmen mit 
dem Generalstaatsanwalt binnen fünf Wochen nach Bekanntmachung dieser 
Ausführungsbestimmungen zu bilden. Sie haben binnen wetteren vier Wochen 
über die Bildung und Zusammensetzung der Ausschüsse an den Minister 
für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zu berichten.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.