Full text: Das Schulrecht - 1.1923/24 (1)

HMftaUlb 
beite 84 
..Da» Schvl» echt- 
Sk c. 14 
Brennho'zmenge für Volksschuilehrer. 
Auf den Bericht vom 25. Avril 1924 — OP 2496 III —. 
Der Artigen Ansicht trete ich bei. Die in dem Runderlaß vom 
A. Januar 1924 — Ü III L 2159 — (Zentrbl. S. 11) unter Nr. 9 er- 
«ebenen Richtlinien über die den VolksschuUehrern zu liefernde Menge 
an Brennholz lassen ein Hinausgehen über den Satz von 20 Raum 
metern durchaus zu. wenn matrikelmäßig bisher erheblich mehr ge 
liefert wurde und die örtlichen Verhältnisse, z. B. eine besondere Ein 
wirkung von Wind und Wetter auf ein freistehendes Schulgehöft, eine 
Mehrbelieferung erfordern. 
Dem weiteren Antrage des Ostvreußischen Provinzial-Lehrerver- 
«ins, den Brennholzbedarf in ein bestimmtes Verhältnis sum Luft 
raum der Wohnung zu bringen, kann nicht entsvrochen werden. 
Im übrigen will ich, nachdem eine Herabsetzung der Brennstoff« 
mengn in der dortigen Provinz allgemein durchgeführt ist. geneh 
migen, daß den Lehrern die Befugnis eingeräumt wird, das ihnen 
für die Heizung der Wohnung und den Wirtschaftsbedarf gelieferte 
Brennholz oder etwaige Ersparnisse davon — nicht etwa auch das 
Brennholz zur Beheizung der SchulZimmer — nach Schluß des Holr- 
lieferungsiahres selbständig ohne Genehmigung des Schulvorstandes 
tu. veräußern. Ich ersuche ergebenst, die Regierungen der dortigen 
Provinz mit entsprechender Anweisung zu versehen und den Ostpreu- 
bijchen Provinzial-Lehrerverein auf die Eingabe vom 6- März 1924 
in meinem Namen zu bescheiden. 
Berlin, den 22. Mai 1924. 
Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung. 
Im Auftrag: K a e st n e r. 
Auslandsreisen von Schülern. 
Auf Grund zahlreicher Berichte der auswärtigen Vertretungen 
Deutschlands, mehrfacher Anregungen des Auswärtigen Amtes und 
im Zusammenhange mit den von der Reichsregierung erlassenen Be- 
stimniungen über Auslandsreisen mache ich die Prooinzialschulkollegien 
darauf aufmerksam, daß Auslandsreisen von Schülern, soweit solche 
von der Schule oder einzelnen Lehrern geplant sein sollten, zurzeit 
als unerwünscht bezeichnet werden müssen. 
Es ist weder zu billigen, daß besonders zahlungskräftige Schüler- 
«ruvven in größerer Zahl im Auslande auftreten, noch auch daß 
Schüler im Auslande die Wohltätigkeit der deutschen Kreise oder gar 
der Bevölkerung in Anspruch nehmen. Beides ist im Auslande miß- 
roertet und mißbilligt worden. Unter dieser Mißbilligung droht auch 
in deutschfreundlichen Auslandskreisen die Bereitwilligkeit zu leiden, 
gesundheitlich leidende deutsche Kinder bei üch aufzunehmen. 
Wanderungen u. Reisen in Deutschland bieten so völlig ausreichende 
Bildungsmöglichkeiten für unsere Schüler, daß der Verzicht auf Aus 
landsreisen keine Beeinträchtigung unserer Jugendbildung bedeutet. 
Ich nehme an, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um bei den Lehrer 
kollegien volles Verständnis für die Wünsche der Staatsregierung 
LU bewirken 
Berlin, den 26. Mai 1924. 
Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung. 
Im Auftrag: Jahnke. 
An die Provinzialschulkollegien. — LI II 425. 1. 
Prüfungsgebühren. 
Die Gebühr für die Teilnehmer an den Prüfungen für Gesang 
lehrer und -lehrerinnen sowie für Organisten und Chordirigenten 
wird mit sofortiger Wirkung von 16.50 Eolomark auf 25 Goldmark 
erhöht. 
Berlin, den 24. Mai 1924. 
Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung. 
Im Auftrag: Nentwig. 
Heranziehung von Volksschullehrern und -lehrerinnen 
zur Nnterrichtserteilung an Fach- und Berufsschulen 
Im Einverständnis mit dem Herrn Finansminister, dem Herrn 
Handelsminister und dem Herrn Landwirtschuftsminister sowie nach 
Benehmen mit dem Herrn Kassenanwalt der Landesschulkasse bestimme 
ich folgendes: 
Lehrer und Lehrerinnen, die an meürtlasstgen öffentlichen Volks 
schulen im Sinne des VolissichuUebrer-Diensteinrommensgejetzes zwar 
voll beschäftigt werden, deren Arbeitsmaß aber hinter dem regel 
mäßigen zurückbleibt, sind verpflichtet, die an der normalen Srunden- 
zabl fehlenden Stunden ohne besondere Entschädigung an Fach- und 
Berufsschulen einschließlich der Lehrgänge für Erwerbslose zu erteilen, 
wenn sie nach dem Urteil der Leiter dieser Schulen für die Aufgabe 
geeignet sind. Es wird jedoch darauf »u achten sein, daß die Volks- 
schullebrerschaft in ihrem Arbeitsmaß an der Volksschule nicht ledig 
lich darum entlastet und der Unterricht der Volksschule verkürzt wird, 
damit Lehrkräfte zum Unterricht an den Berufs- und Fachschulen 
und den Lehrgängen für Erwerbslose herangezogen werden können. 
den 26. Mai 1924. 
Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung. 
In Vertretung: Becker. 
Meteorologische Beobachter. 
Das Meteorologische Institut in Berlin stößt neuerdings bei 
seinen Bemühungen um die Erhaltung eines ausreichenden Stammes 
von meteorologischen Beobachtern auf große Schwierigkeiten. Der 
Grund liegt bauvtsächlich darin, daß die geldlichen Entschädigungen 
für die Beobachtertätigkeit bei der gegenwärtigen Finanzlage nur 
gering sein können. Das Meteorologische Institut siebt infolgedessen 
den Bestand des Stationsnetzes und damit eine der wichtigsten Grund 
lagen seiner Tätigkeit ernsthaft gefährdet, wenn sich nicht weiterhin 
Beobachter finden, die in dem Bewußtsein, der Wissenschaft und der 
Allgemeinheit zu dienen, sich bereit finden, die Beobachtertätigkeit zu 
übernehmen. Da die Beobachter zum großen und besten Teil den Lehr 
körpern der verschiedensten Schulen anzugehören pflegen, so muß in 
erster Linie versucht werden, aus diesen bewahrten Kreisen auch 
künftig neue Beobachter zu gewinnen. Dabei können die Schulbe 
hörden und -leiter dem Meteorologischen Institut wertvolle Hilfe 
dadurch leisten, daß sie, sobald das Institut an sie mit der Bitte um 
Benennung einer zum Beobachteramt geeigneten und willigen Lehr 
kraft herantritt, die von ihm jedesmal mitgeschickten allgemeinen Er 
läuterungen und Bestimmungen über die an die Beobachtungsörtlich 
keit und an den Beobachter gestellten Anforderungen im Kollegium 
durch Umlauf bekanntmachen und unter Hinweis auf die Bedeutung 
der meteorologischen Beobachtungen für die wisienschaftliche Forschung 
und die Wettervorhersage sowie auf das besondere Interesse des Mi 
nisteriums an ihrer Förderung zur freiwilligen Meldung für das Be- 
obachteramt auffordern. Es wird dringend ersucht, dafür Sorge zu 
tragen, daß dieser Erlaß bei den unterstellten Lehranstalten weit 
gehende Beachtung findet. Ich weise in diesem Zusammenhange noch 
darauf bin. datz die durch den Erlaß vom 15. Oktober 1922 — U III A 
2060 — angeordnete Berücksichtigung der Wetterkunde im Lebrvlan 
der Volksschulen durch die Anweisungen und Hilfsmittel, die das 
Meteorologische Institut den Beobachtern zur Verfügung stellt, in 
vieler Hinsicht erleichtert wird, und daß es daher auch im Interesse 
der Schule liegt, wenn der Lehrer dem etwa an ihn gerichteten Er 
suchen um Uebernahme einer Beobachtungsstation entspricht- 
Berlin, den 31. Mai 1924. 
Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung. 
B o e l i tz. 
Prüfung für Schwimmeister und Schwimm 
meisterinnen. 
Am 2. LAIobrr ds. Js findet an der Preußischen Hochschule für 
Leibesübungen (Landesturnanstalt), in Spandau eine Prüfung für 
Schwimmeister und Schwimmeisterinnen statt. Durch das Bestehen 
der Prüfung wird die Befähigung zur Leitung und Beaufsichtigung 
des Schwimm- und Vadebetriebes in öffentlichen und privaten 
Schwimm- und Badeanstalten nachgewiesen. Zugelassen zur Prüfung 
werden Bewerber und Bewerberinnen, die in Groß-Berlin und der 
Provinz Brandenburg ihren Wohnsitz haben. Die Gesuche um Zu 
lassung sind bis zum 10. September ds. Js. an den Direktor der Hoch 
schule in Spandau, Radelandstraße 59, einzureichen. 
Es sind beizufügen: 
1. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. aus dem auch Art und Um 
fang der Vorbereitung auf die Prüfung ersichtlich ist, 
2. ein polizeiliches Führungszeugnis, 
3. ein amtsärztliches Zeugnis darüber, daß der Körperzustand 
und die Gesundheit des Bewerbers (Bewerberin) die Ausübung 
des Berufs als Schwimmeister (Schwimmeisterin) gestatten. 
Berlin, den 4. Juni 1924. 
Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung. 
Im Auftrag: Kr üb. 
Gewährung von Gehaltsvorschüssen an Lehrer 
(Lehrerinnen) der Volksschulen und der öffent 
lichen mittleren Schulen. 
Um etwa bestehende Zweifel zu beseitigen, weise ich darauf hin. 
daß der Runderlaß des Herrn Preußischen Finanzministers vom 30. 
April 1924 — 1 C 2. 6193 — (Pr. Bes. Vl. S. 116) über d'.e Gewäh 
rung von Gehaltsvorschüssen an Beamte usw. auch für Lehrer (Leh 
rerinnen) an den öffentlichen Volksschulen und den öffentlichen mitt« 
leren Schulen sowie die Ruhegehaltsemvfänger usw. gilt. Ich er 
warte. daß derartige Vorschüsie im Rahmen dieses Erlasses nur in 
ganz dringenden Fällen bewilligt werden, und mache auf den letzten 
Abschnitt (VIII) des Erlasses besonders aufmerksam. Schulverbande, 
die nach 8 36 Absatz 3 des VDG. das Diensteinkommen für die Landes« 
schullasse zahlen, dürfen selbständig Gehaltsvorschüsse nicht gewähren. 
Die Verfügungen über die Bewilligungen von Gehaltsvorschüssen 
sind vor ihrer Ausführung dem Beauftragten des Kassenanwalts der 
Landesschulkasse vorzulegen. Der Beauftragte hat dem Kassenanwalt 
zu berichten, wenn er einen Fall nach seinem pflichtmäßigen Ermessen 
nicht als dringend ansieht. 
Berlin, den 7. Juni 1924. 
Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildunü. 
Im Auftrag: Klotz sch.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.