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nuben können. Auch ſpäter gibt uns nichts Anderes wah-
rere und tiefere Aufſchlüſſe über den Character eines
Menſchen, als die unbewachte Phantaſie, die wachen
Träume, die Richtung der Einbildungsvorſtellungeny,
. wenn dieſelben, frei von Störungen durch Geſchäfte
oder ſonſtige äußere Beſtimmungen, ganz ſich ſelbſt
überlaſſen ſind. =- Platon betrachtet ſogar die Spiele
der Kinder bis zum ſechſten Jahre als eine nübliche
Borbereitung zu ihrem künftigen Berufe, was freilich
auf die viel complicirteren Lebens - und Berufsverhalt-
niſſe unſerer Zeit nicht ſich anwenden läßt. Nie-
meyer ſagt: „„Eine dem jedesmaligen Alter entſpre-
Muſterwerk der Erziehung. Gibt man ihrem Körper
und Geiſts Anlaß zu Thätigkeiten, die nicht über ihre
Kräfte gehen, ſo kann man faſt ſicher ſein, daß ſie kaum
eine Verſuchung fühlen werden, Böſes zu thun oder
auf Thorheiten zu verfallen. Sogar, was beſchloſſen
war, hört auf Reiz für ſie zu haben, ſobald dem Thä-
tigkeitstrieb eine beſtimmte Richtung gegeben iſt. Nur
Zwang zu läſtigem Geſchäft würde die entgegenge-
ſette Wirkung thun. Doch ſei die Beſchäftigung nicht
zu anhaltendz ſelbſt Spiel ermüdet auf die Länge oder
führt üble Laune herbei. Das Anhaltende ſei wenig-
- ſtens freie Wahl, und es bleibe den Kindern unbemerkt,
- was man beabſichtigt. Am meiſten wirkt eine Lieblings-
beſchäftigung, welche die ganze Seele füllt, und deren
Betreibung allerlei Nebengeſchäfte nöthig macht, Kleine
Anlagen, Sammlungen, beſonders von Naturprodu-
eten, in den früheren Jahren ſelbſt eigentliche Spiele-
reien ſind dazu treffliche Hilfsmittel. Sie machen den
Kindern das Haus lieb und bewahren vor dem unruhi-
gen Streben nach Außen hin. Sie üben den practi-
ſchen Verſtand, Tage und Jahre werden dabei ſchuldlos
verlebt. In der Veranſtaltung und Leitung ſolcher
Beſchäftigungen zeigt ſich auch das, was man Aufſicht
auf Kinder nennt, am wohlthätigſten.“ =- Ciner der
allerwichtigſten Puncte hinſichlich der Kinderſpiele iſt
das Kartenſpiel, weil kein anderes Spiel ſo nachthei-
lig auf die Jugend wirkt, als dieſes, zumal wenn es
dabei auf Gewinn und Verluſt abgeſehen iſt. Son
aus dieſem einzigen Grunde ſollte es den Kindern nie
geſtattet werden, Alle Erzieher ſtimmen hierin überein
und am ſtärkſten erklärt ſich Niemeyer dagegen. „Sie
* find --- ſagt er=- die gefährlichſte Beſchäftigung; denn
ſie werden, ehe man es denkt, zur Leidenſchaft, zur
elenden geiſt- und herztödtenden Leidenſchaft.
Man ſollte zittern, wenn man Kinder, voll heißer
Begier nach Gewinnſt, am Spieltiſche ſibend oder da-
Hinter ſtehend erblit. Umſonſt verſucht man ſie durch
die intereſſanteſten Geſpräche, ſelbſt durch fröhliche
Spiele von den Karten abzuziehen. Sie hören nichts,
ſie ſehen nichts, ſie denken nichts als das Spiel, und
aller Sinn für beſſere Freuden iſt abgeſtumpft. Es
iſt unausſprechlich, welche Verwüſtung dieſe unſelige
Leidenſchaft in jugendlichen Seelen anrichtet. Ich bitte
alle Erzieher aufs Dringendſte, ſich nicht durch eige-
nes Beiſpiel ſo ſehx an der Jugend zu verſündi-
genz ich bitte alle Aeltern, keine Kinder zu ihren ge-
wöhnlichen Spielgeſellſchaften zu ziehen. Die lauteſten,
wildeſten , gefährlichſten Spiels ſind ſo gefährlich .
nicht, als zur Leidenſchaft gewordene Gewinnſpiele.“
Man follte glauben, es wäre nicht möglich, daß dieſes
Spiel die Jugend ſo aufregen, verblenden und auf den
,
“.
Kinderſtube, = Kindheit.
Weg des Verderbens hinüber führen könnte! Und doch
iſt das leider nur zu wahr. Wer ſich demſelben einmal
ergeben hat, in dem erſti>t es ſelbſt in der Blüthe ſei-
nes Lebens ſchon den Keim alles Guten , es raubt ihm
den Sinn für alles Wahre und Schöne. |
Kinderſtube. In den drei erſten Lebensjahren
iſt die Kinderſtube des Kindes Heimath und Welt zu-
gleich. Es hat in derſelben ſein Weſen und macht
in derſelben ſeine Reiſen. Site ſei alſo geſund, tro>en,
heiter, geraumigz und ſie ſei die Wohnung der Fami-
lie, worin auch der Vater gern weilt und oft geſehen
wird. Auch Könige waren in früheren Zeiten gern in
ſolchen Stuben bei ihren Kindern, wie wir es von Age-
ſilaus, Karl dem Großen und Heinrich IV. wiſſen.
Die Engländer denken an das trauliche fireside mit
edler Liebe auch) aus fernen Welttheilen zurük. Aber
was läßt ſich da erwarten, wo man die Kinder in der
wüſten Domeſtikenſtube findet, die Hunde der Dame-
Mutter dagegen bei ihr im eleganten Salon? -- Leider
findet man in den Kinderſtuben mehr als oft das erſte
einfame Gebot der Erziehung, die junge Kraft ſich in
freiem, fröhlichem Gedeihen ſelbſt entwikeln zu laſſen,
übertreten. Außer den Mängeln der Kinderſtuben hin«
ſichtlich des körperlichen Gedeihens findet man in den-
ſelben nicht minder große Fehler in Beziehung auf die
geiſtige und namentlich die ſittliche Bildung der Kinder,
wo ſie nämlic<, ſo lächerlich und naturwidrig es auch
iſt, in eine förmliche Arbeitsſtube, und die Familie
gleichſam in ein Zucht- und Arbeitshaus verwandelt
werden; wo der Vater nicht Vater , ſondern Sto>mei-
ſter iſt, der mit arithmetiſcher Pünctlichkeit die aufer-
legten Arbeiten eintreibt, das Kind nicht Kind, ſondern
Züchtling, das junge Leben ein Frohndienſt und das -
kindliche“ Gehorchen eine Zwangsarbeit iſt. Anderer
das ſittliche und religiöſe Gefühl unterdrüFender Vor-
gänge nicht zu gedenken.
Kindheit. Jeder Fortſchritt der Bildung des
einzelnen Menſchen dur riode zn Periode auf der Grundlage der vorhergegange-
nen Heranbildung, und von jeder dieſer Grundlagen iſt
allemal die vorhergehende wichtiger und einflußreicher
als die nachfolgende, ſo wie das feſteſte Gebäude auch
nur auf einem noch feſteren Grundbaue beſtehen kann.
Es bildet daher die Erziehung des Menſchen während
ſeiner Kindheit den wichtigſten Theil der ganzen Erzies
hung, und auch hier wieder kann nicht früh genug da-
mit begonnen werden, wenn die Erziehung eine wirk-
lich vollkommene ſein foll. Wir verſtehen hier unter
Kindheit die beiden erſten Perioden der Jugend, wenn
wir dieſe (mit Schwarz, Erziehungslehre, 11., S. 112.)
in die 3 Perioden der eigentlichen Kindheit (iafantia),
des Knaben- und Mädchenalters (pueritia) und des
Jünglingsalters (adolescentia) eintheilen. Um nun
die richtigen Gründſäge für die Erziehung und Bildung
des Menſchen während der Kindheit zu finden und als
nothwendig und naturgemäß theoretiſch und practiſch
zu begründen, muß man zuerſt die natürliche Entwi>ee
lung, welche das menſchliche Weſen während der Kinds
heit geiſtig und körperlich nimmt, die Anthropologie der
Kindheit, kennen.
I. Die natürli heit. Wir Übergehen hier die Entſtehung des Men»
ſchen und die Periode ſeines Werdens im Mutterleibe,
als außerhalb des rein pädagogiſchen Geſichtsöpunetes

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