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neue Unglü>, nachdem fie kaum von einer eigenen
ſc; weren Krankheit wieder hergeſtellt war, ihren wür-
digen Garten durch einen plößlichen Tod zu verlieren,
durch den ibr auch ihr geliebter Vater berei:s entriſſen
worden war. Sie begab ſich nunmehr wieder zu ihrer
Mutter nach Jauer, wo ſie ſich ſeitdem ganz ihren
ſchriftjtetleriſchen Arbeiten, zu denen ſie ſchon bci ihrem
Gatten, durch deſſen Schwägerin Charlotte Häſclig,
die ſich ebenfals als Schriftſtellerin bekannt gemacht
hat, die erſte Anregung erhielt, gewidmet hat. Zuerſt
vollendete ſie ibren er|ten Roman: „die Pflegetöchter,"
den ſie ihrem Gatten zu einem Gebur:stagsgeſchenk
beſtimmt hatte, und anonym (Liegnis 1821) erſchei:
nen ließ. Der allgemeine Beifall, den er beim Publi-
eum fand, ermuthigte ſie, ihm nun auch ibre ferneren
Schriften unter ihrem Namen folgen zu laſſen, als
deren vorzüglichſte wir hier nur folgende nennen:
„Glaudia.“ 3 Bände. Liegnis 1825. „„Der lette
WWiile./' Ebendaſ. 1830. „„Vergel:ungen.““ 2 Tble.
Berlin 1830. „Die Säwiegermutter.““ 2 Thle.
Hannover 1830. und „die Stweſter.“ CEbend. 1831.
2 Thle. Cine vollſtändige Ausgabe ihrer „Sämmt-
lichen Schriften“ erſcheint jekt in der Hahn'ſchen
Buchhandlung zu Hannover 1841, bis jekt 8 Bände.
„Aile ihre Erzählungen und Romane zeichnen ſich durch
trefiliche Darſtel:ung des Familienletens, und- vor-
züglich weiblicher Charactere, wie durch die reinſte Mo-
ral und Religioſität auf das Rühmlichſte aus, «nd -
ſind daher allen jungen Madchen und Frauen als wahre
Lehrbücher zur Vervoükommnung ihrer ſittlichen und
geiſtigen Bildung zu empfeklen.
Hannovertſches Erziehungsweſen |.
Deutſc Hanſchmann (Johann Gottlob) Dr. der
Philoſophie und erſter Knabenlehrer an der zweiten
Bürgerſchule . in Leipzig. Geb, den 22. März 1804
zu Kleinbothen bei Grimma, wo ſein Vater Gemein-
derichter war, und er von dieſem wie in der dortigen
Parocjialſchule den erſten Unterricht erhielt. Im IJ.
4817 kam er auf die Läandesſchule in Grimma, und
ſtudirte hierauf von 1823-1825 die theologiſchen,
philoſophiſchen und padagogiſchen Wiſſenſchaften zu
Leipzig, wo “er 1826 Lehrer an der Rathsfreiſchule,
1828 Doctor der Philoſophie und 1829 Director
einer cigenen Erziehungsanſtalt wurde, die er jedoch
wegen ſeiner bald nachher erfolgenden obbemerkten An-
ſtellung an der neuerrichteten zweiten Bürgerſchule wic?
der aufgab. Seitdem hat er ſich fortwährend als prac-
tiſcher Schulmann wie auch als pädagogiſcher Schrift-
ſteller durch eine ungemein vielſeitige Thätigkeit rühm-
lichſt ausgezeichnet. Er gründete 1826 die pädago-
giſch - katechetiſche Geſelſchaft, welche unter der Direc*
tion des Profeſſor Plato (ſ. d. Art.) als ein treffli:
ner Art ganz einzigen Schullekrergerein der Epyhorie
Leipzig, und erwarb ſich durch ſeine Schrift „„Dinte-
rianum“* ein weſentliches Verdienſt um die Gründung
des ſeitdem in Grimma errichteten Schullehrer-Semi»
nars. Auch hat es der ſächſiſche Schulſtand vornehm-
ſich ſeinen Vorſkel!ungen im I. 1833 und 41834 zu
verdanken, daß die kön. ſächſ. Regierung wie Ständever-
ſammlung die Errichtung einer allgemeinen Landeswit«-
wencaſſe für die hinterlaſſenen Witwen und Waiſen
ſachſiſcher Schullehrer beſchloſſen. Nicht minder iſt er
Hannoveriſches Erziehungsweſen. = Hanſen.
ein ſehr thätiges Mitglied des Kunſt- und Gewerbever»
eins und der polytechniſchen Geſeliſchaft in Leipzig, und
iſt auch die von leztrer gegründete Sonntagsgewerb»
ſchule nach ſeinem dazu“ entworfenen Plane organiſirs
worden. Zugleich iſt er Vicedirigent des Centralgewer»
bevereins für das Königreich Sachſen, und Ehrenmit»
glied der Gewerbevereine zu Zittau, Annaberg und Zſcho»
pau. Als eifriger Beforderer des Guſtav Adolph Denk»
mals zu Göritz bei Coswig, erhielt er vom Konige von
Schweden die Guſtav Adolphs- Medaille, und das Gs»
river EChrenbürgerreht. Auch iſt ihm von der königl.
ſachſ. Regierung die ehrenvoliſte Anerkennung feiner
padagdoziſchen wie patriotiſchen Verdienſte zu Theil ge»
worden. Außer zahlreichen Beiträgen zu pädagogiſchen,
tyeologiſchen und ſelbſt juriſtiſchen Zeitſchriften hat er
bis jezt noch folgende, beſonders in Betreſf des ſachſi»
ſc egeben:
97 Srſtes Leſchuch für Volköſc Abendunterhaltungen für Ki'!der. 2 Bde. 2. Aufl. ECbendaſ,
1839. Ein BtliEK auf den Sc zig. Ebendaſ. 1343. Der kleine Kateczimus für proteſtan»
tiiche Volksſchulen. 3. Aufl. Ebendaſ. 1834. Saciens
Schullehrer. 3 Bände. Cbendaſ. 1836. Das Dintcrianunt
oder beabſichtigte Schullehterſeminar für den Leipziger Kreis.
Ebendaſ. 1836 Das Eigen:bumsrc tifiſGen Producten. Ebendaſ. 1839. Erſter bis vierter Bes
richt des Kunſt - und Gewerbevereines zu Leipzig. Cbendaſ,
1835 = 1840. Erbauungstateche'e. Ebenda. 1839, Das
Denkmal Guſtav Ado!ph3 bei Göris. Evendaſ. 1840. Die
Fahnenweihe zu Coswig. Ebcnd. 1841. Muſeum für Schult
und Haus, mit Schneemann herau8gegeben. Ebend. 1838.
Die Statuten dcs goldnen Vließ - Ordens. Aus dem Lataint»
ſchen überſett. Ebendaſ 1840. Rouſſeau 8 Emil. In Vers»
bindung mit Karl Groß überſeet 3 Bde. Ebenda1. i841,
-- Aug war H. der E: ſie, der das neue kön. ſä&'". Munz,
Maaß - und Gewichtſyſtem durch folgende Schriften für den
Schulgebrauch wie für den allgemeinen Haus - und Marktver»
kehr bea: bei ete: Rechentafeln für Volks - und Bürgerſchulen
nach dem neuen Münz -, Maaß - und Gewichtſvftem. Cbend«
1840. Reductionstabellen der Alt - und Neugroſchen- Cbend«.
1841. Die ſäHſ. Steffel - und Getreidemaße. Ebend. 1841.
Methodiſ für Lehrer. 2 Bde. Ebend. 1841. Für dieſe Bemühungen
bat ihm auß das Miniſterium wie der König ſelbſt den ausge?
zeichnetſten Beifall zu erkennen gegeben.
Hanſen (Morib Chrittoph). Einer der auß»
gezeichnetiten jekigen Schulmänner, Scrriftſteller und
zugleich Dichter in Norwegen. Geb. den 5. Juli
1794 zu Modum, wo ſein Vater, ein geborner Dans,
damals zweiter Prediger war, ſchon 1796 aber als erjter
nach Portsgrund und 1806 nach Skytsma bei Chri»
ſtiania verſeßt wurde. Nachdem er in ſeinem elterlichen
Hauſe eine ſorgfältige Erziehung erhalten hatke, ſtudirte
er vom Jahre 1810 an, auf der Univerſität Chrijtiania
beſonders Philologie, neuere Sprachen und Mathema»
tik, wo er 4815 au< als Doctor der Philoſophie pro»
movirt ward, und dann bis 1820 als Lehrer der norwe?
giſchen und franzöſiſchen Sprache am konigl. Landcadeks
tencorps daſelbſt ſtand. Im I. 1820 kam er als Led»
rer der Realſchule und zugleich Adjunck des Gymna?
ſiums nach Droptheim, und 1826 wurde er *Rec»-
tor der gelehrten Schule in Kongsberg in Norwegen,
in. welchem angeſehenen Wirkungskreiſe er ſich noch jekt
um das dortige Erziehungsweſen überaus verdient
macht. Sc ner Gedichte, durch die er ſich ſelbſt auch in Schwe?
den und Dänemark als einen der talentvol!ſten jungen
Dichker berühmt machte, und nicht minderes Aufſehn
> g

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