Hebel. ==“ Hegel.
unter folgendem Titel erſchienen iſt: „Blätter aus
dem Gedenkbuche eines alten Landpredigers“' 2c. Zittau
und Leipzig 1835. S. 183 für die Kirchentaufen,
und zwar hauptſachlich aus dem von uns bereis a::ge-
führten Grunde , daß die Taufhandlung als kirchliche
Handlung in die Kirche gehöre. Wenn aber Herr
Pfarrer Willkomm hinzuſebt , daß die Haustaufen
ihren Grund mehr in Hintenanſeßzung des Kirchlichen
überhaupt , als Geringſchäßung der heiligen Hand»
lungen hatten , ſo mag dies wohl in einzelnen Faiien
ſich auch wirklich ſo verhalten , aber nach dem von
uns für die Haustaufen Angeführten iſt es gewiß ſel-
ten der Fall , daß nicht die Eltern, deren Kinder im
Hauſe getauft wurden, mit frommer Rührung , mit
dankbaren Aufblike zu Gott dieſer heitigen Handlung
beigewohnt hätten. Der von dem Herrn Pf. Will-
komm angeführte Grund , daß die Sitte det Haus-
taufen aus Befürchtung für Geſundheit und Leben
des Kindes entſtanden ſei, hat wohl etwas mehr für
ſic) , wozu auch die Aerzte das Ihrige wohl mogen
beigetragen haben. Ueber das in dieſem Aufſabe bis-
- her Vorgetragene iſt zu vergleichen: Practiſche Pre-
diger-Zeitung. Herausgegeben von Dr. F. W. Lom-
ler. 1837. Nr. 39. S. 273 -- 278. Paſtoral:Zei-
tung der Geiſtlichkeit in der Provinz Sachſen. Her-
ausgegeben von Dr. -F. Fiedler. 1839. Heft 5. S.
393 -- 402. 1840. Heft 2. S. 84--87.
Sausvater |f. Familie, Häuslichkeit und
aus. -
Hanusverſtand ſ. geſunde Vernunft.
Hausweſen ſ. Häuslichkeit und Haus.
HSauswirthſchaft [. Familie, Hauslichkeit
und Haus.
Hauszucht ſ. Häuslichkeit und Haus,
HDazardſpiele ſ. Spiel.
HOrbel (Joh. Lebrecht). Geb. zu Baſel 1760,
woſelbſt er Theologie ſtudirte , und dann als Profeſſor
an das Lyceum zu Carlsruhe kam , wo er 1805 Kir-
logie wurde. Geſtorben zu Schweßingen 41826. Der
berühmte Verfaſſer der ,,Allemanniſchen Gedichte“
(Karlsruhe 1804. 5. Aufl. Aarau 1820) aber auc)
ein ſchäßbarer pädagogiſcher Schriftſteller , beſonders
durch ſeinen lehrreichen „Hausfreund“ und ſeine treff-
lich abgefaßten „Bibliſchen Geſchichten für die
Jugend“. Stuttgart 1824. 2 Bde. 8.
SOebräaer (Erziehungsweſen der) ſ. Juden.
Hebräiſche Sprache ſ. Orientaliſche
Sprachen.
Heftgelehrker , Seftianer oder HSeft:-
ſchreiber [. Nachſchreiben und Nac<ſ Hegel (Georg Wilh. Friedrich). Da dieſer
berühmteſte aller neuern Philoſophen nac; Schelling,
der Begründer eines alle Gebiete des Wiſſens, alfo
auc) das der Pädagogik, in ſtrengſter Conſequenz
durchdringenden Syſtemes geworden iſt, ſo darf na-
türlich auch in dieſem Werke ein beſonderer Artikel
über ihn nicht fehlen. Er ward geboren zu Stutt:
gart 1770 , ſeit 4861 Privatdocent und ſeit 4805
außerordentlicher Profeſſor der Philoſophie zu Jena,
wurde 1808 Profeſſor und Rector des Gymnaſiums
zu Nürnberg, 1815 Profeſſor der Philoſophie zu Hei-
delberg , und kam 1818 in gleicher Eigenſchaft nach
Berlin, wo er am 14. Nov. 183k an der Cholera ſtarb.
Das Urtheil über die Verdienſte dieſes Denkers iſt ge:
wiß nicht leicht. Noch ſtehen ſich) zwei Anſichten cin-
ander ſchroff entgegen. Auf der einen Seite ſehen
wir die zahlreichen Schüler und Anbeter des Mannes,
welche man die Unbedingten nennen kennt. Sie laſ-
ſen kein anderes Syſtem neben dem ihres Meiſters
gelten , außer höchſtens nur in ſofern, als deſſen
Wahrheit einen frühern nothwendigen Durchganzs-
punct odcr cine untergeordnete beſchränkte Anſicht der
Welt enthält , in welchem Falte aber auch das Wahre
darin ſ&on in Heacls Syſiem mit aufgenommen
worden und darin ſeine wahre Stelie erhalten bat.
Ueber dicſes hinaus , welc iſt , und al:e Formen in ſich ſdlicßt, giebt es keine
LWabrheit mehr z es iſt geſchloſſen. So Lkehauptete
einer dieſer entbuſiaſtiſchen Anhanger in ſeinex Mede
am Grabe des Meiſters: das Syſtem deſſelben ſei
vollendet , die Geſchichte der Philoſophie mit ihm
aus und fortan das Geſchäft der Philoſophie kein
anderes, als die Lehre auszulegen, anzuwenden und zu
verbreiten. Er verglich den Meiſter mit Jeſus Chri-
ſtus und er ließ, als einer der alteſten Schüler , der
zu den Füßen des Herrn geſeſſen, an die anweſenden
jüngern den Aufruf: Gebet hin in alle Welt und
prediget das neue Evangelium. Ein anderer Redner
verglich ihn mit Alexander dem Großen, in deſſen
Reich der Wiſſenſchaft ſich nunmehr ſcine Schüler
theilen würden. Auffaliend contraſtiren damit die Urs
theile ſeiner Gegner. Zwar ſprechen auch ſie Hegeln
großen dialectiſchen Scharfſinn nicht ab , und finden
einzelne Bemerkungen trefflich , aber ſie halten das
Ganze als Syſtem für verfehlt , für ein Gewebe abs
ſtruſer Formen , voll von Spikfindigkeiten und will:
kürlichen Dogmen , ohne bedeutenden Gewinn für Wiſ-
ſenſchaft und Leben. Beide Anſichten ſind viel- zu
einſeitig und tragen zu offenbar das Gepräge der Partei:
lichkeit und Leidenſchaftlichkeit , als daß ſie für das
befriedigende Endurtheil in dieſer Angelegenheit gelten
könnten. Eine unparteiiſche und gerechte Würdigung
der Verdienſte Hegels wird und muß . jekt nach dem
Tode des ausgezeichneten Mannes eintretenz die Her-
„ausgabe ſeiner ſämmtlichen Schriften und das endliche
Reſultat der jet in Berlin, von Schelling wider,
und von Marheineke u. A. für ihn begonnenen Po-
lemik wird dazu das JIhrige beitragen , indem ſie uns
in den Stand ſeßen wird , ſeine Wirkſamkeit nach den
verfchiedenen Richtungen ſeiner Thätigkeit zu verfol:
gen und zu einem Ueberbli& über die ganze Sphäre
derſelben zu gelangen. Für gegenwärtigen Zwe mö
gen folgende Andeutungen dienen.
Hegel trat in der Philoſophie zuerſt 4801 auf
mit zwei Schriften , einer Diſſertation ,,De orbitis
planetarum“, wodurch er ſich das Recht, in Jena
Vorleſungen zu halten, erwarb , und der „Differenz
des Fichteſchen und Schellingſchen Syſtems (Jena
18041). Er erhob darin Scheliings Syſtem auf Ko-
ſten des Fichteſchen und Kantſchen , ſo wie er auch
mit Schelling ſich zur Herausgabe des „Kritiſchen Jour-
nals der Philoſophie“ (Tübingen 1802) verband. In
dieſem iſt von ihm der geiſtreiche Auffaß: „Glauben
und Wiſſen , oder die Reflexionsphiloſophie der Sub-
jectivität in der Vollſtändigkeit ihrer Formen , als
Kantſc

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