2 -„“
durc die Gewöhnung in activer Beziehung erhöht
werden , um das Schwere mit Leichtigkeit bewirken zu
können, ſo verleiht ſie auch in paſſiver , im Dulden,
die Stärke in Ertragung von phyſiſchen wie geiſtigen
Leiden. In Hinſicht auf die Gewalt, welche die Ge-
wohnheit auf den Körper ausübt; iſt die Wahrneh-
mung derſ&ben eine der wichtigſten Rükſichten zur Si-
Nachtheilige kann bekanntlich durch die Gewohnheit
ihr unſchädlich, ja ſogar forderlich, und die Unterlaſſung
dann ſelbſt nac im phyſiſchen wie intellectuellen und moraliſchen Ceh,
auf Gewöhnung, wie Entwöhnung und Verwah-
rung vor Verwöhnung weit mehr an, . als gewoöhn-
lich beachtet wird, denn ſelbſt Gewohnheiten, die uns
Vortheil gefbähren, ſollten wir keine. zu große Hetr-
ſchaft über uns geſtatten, weil die Freiheit des
menſchlichen Handelns doch immer dadurch) mehr oder
minder beſchränkt wird. Aus alle dem aber erhellt
nun, welche höchſt wichtige Aufgabe es für jeden Er-
zieher iſt, beſonders auf die Gewohnheiten, bei ſeinen
Zöglingen, wie an ſich ſelbſt, zu achten, welche ſich
Habitus, ve Hähn.
-
oder andrer Speculationen) und die ſfogenannke Beks
tfelſucht, welche durch Abſchwaßen und Abbetteln ihren
Zwe zu erreichen ſucht. Denn ſie bedient ſich in die-
ſen Fällen doch wenigſtens keiner unredlichen und unz
erlaubten Mittel. Greift ſie aber zu ſolchen, ſo
wird ſie zu einem der allerunmoraliſchſten Laſter, das
nicht nur zum Betrug und Diebſtahl, ſondern ſelbſt
bis zum Verbrechen des Mordes verleiten, und in
Selbſtruin (z. B. durc; Spielſucht) ſtürzen kann.
Der Erzieher hat e3 daher als eine ſeiner größten
*, Pflichten zu betrachten, ſeine Zöglinge vor dieſem, mehr
e-.
6.
Mc
..

ihm als bereits habituell geworden darthun. . (Vergl.
d. Art. Eigenheit.) Leider aber haben nur die mei-
ſten Volksſchullehrer nicht emmal klare Begriffe 'da-
von, wie jener, der ſeinen Schülern die Sünde däls
„ein zur Gewohnheit" gewordenes Laſter erklärte,
und daher von ihnen, als er ſie examinirte: „warum
der: Selbſtmord eine Sünde ſei2“' die Antwört er:
hielt: „„weil er ein zur Gewohnheit gewordenes Las
ſter iſt!“ = in
, Habitus ſ. Anſtand, Haltung, Gewohn-
eit. .- DISE
Hablerie, Hablenr f. Shwäßer, Wind-
beutelei, / Sn
Habſucht (Habgier) die leidenſ gierde nach dem Erwerb von Gegenſtänden , die nur
als Mittel zum Wohlſein einen Werth haben. Sie
entſpringt glſo wie der Geiz, aus dem höchſten Grade
.
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der Selbſtſucht oder des Egoi8Smus, nur mit dem Un-
terſchiede, daß der Habſüchtige, was der Geizige nie
iſt, auch Verſchwender ſzin kann, um die von ihm er-
beuteten Mittel wieder zu ſeinem Genuſſe zu vergeu-
den.
welche, wie der Geiz, die Gegenſtände des Eigenthums
betrifft, der Genuß aber, welchen ſie bezwet, iſt nicht
blos die Vorſtellung des Eigenthums wie beim Geize,
ſondern liegt vornehmlich in der Erlangung, wie 'in
der Benutzung des Erlangten, ja ſie geht oft ſogar
nicht einmal immer auf das blos Brauchbare, ſondern
findet ſich ſchon dadurch befriedigt, wenn ſie nur iören
Vorrath. zu möglicher Anwendung vermehrt weiß. Der
Geiz iſt einer paſſiven Natür, die Habſucht nber ei-
ner activen. Jener will nur befiten um ſich das
Erworbene zu erhalten, ohne es anzuwendenz dieſe
aber ſucht ſich in den Beſiß fremden Eigenthums zu
ſetzen, um ſich Genüſſe davon zu verſchaffen. Sie
iſt daher auch ſelbſt der Kühnheit fähig, wogegen der
Geiz ſtets mit Furchtſamkeit und Aengſtlichfeit ver-
bunden iſt. Denn dieſer fürchtet nur immer das Ge-
den und Verlieren, die Habſucht aber geht auf das
Nehmen und Gewinnen aus. Mildere Arten derſel
ben ſind die Erwerbſucht, die durch Kauf oder Tauſch,
die Gewinnſucht, die durcß das Glü> (mittelſt Spieſs
PT
gemäht, an
Spr a < bud, nebſt einer Regeklehre der deutſchen Sprache -
'* für“ Grindſchuten.
-* Hähn (Johänp Friedrich).
- biger, (geb. 1754 zu Glogau,
Die Habſucht iſt demnach eine Leidenſchaft, “
“Jer Jugend als dem Alter (das wieder mehr zum Geiz
geneigt iſt) eigenen Fehler zu bewahren, was er haupt-
fächlig durch Anzegung der Schaam vor dem Ver-
"dachte; für habſüchtig, geizig und eigennübig gehalten
zu werdet, ud durch öftere Lehre und- Beiſpiele von
Ächtüng der Rechte des Eigenthums , von der Nich-
tigkeit des Reichthums als alleinigen Mittels zum wäh-
ten GlüF>e, von den ſchrelichen Folgen der Habſucht,
ſowie dürc< Anpreifung der Tugenden der Genügſam-
keit und Uneigennübigkeit, wie der Menſchenliebe und
des Vertrauens auf Gott bewirken kann. -
"Häbker (Wilh. Ludw.), Director der Königl.
Weſtpreuß. Leſeſchule zu Marienburg. Geb. 17..
haf. ſich urß. den Schulunterricht in der deutſchen
Sprache durch mehre zwe>mäßige -Schriften. verdienk
"I .„ " .., 9556 755 -. '
als dicrc 2te“ verb. Auflage. . Marienwerder
4329. 8. SE
%u8zug aus der Regöllehrs u. [192 Ehendaſelbſt. 1830. 8.
- Die Sprachlaute der d
rache. und ihre Zeichen,
31. / 8/0 * +
Geb: 41710 zu
Bayreuth; wurde 1759 Generalfuperintendent zu Stenz
dal in der Altmark, 1762 Abt und Schuldireckor
des Stiftes Kloſterbergen bei Magdeburg, und 1771
Generalſuperintendent zu Aurich, wo er 1780 ſtarb.
tſc . „Nebſt Betpielen. 'Ebenbarelbſt. 1
=Zerühmt als Pädagog durch ſeine Erfindung der nach
ihm ſogenannten Hähnſchen Literalmethode, über
die er auch eine beſondere Schrift: „Abhandlung von
der Literalmethode , Berlin 4771“ herausgab. Ein
ſchleſiſcher katholiſcher Geiſtlicher, Joh. Ignaz Fel-
wurde 1774 General-
director des öſtreichiſchen Schulweſens, 1782 aber vqm
Kaiſer Joſeph Il. ' dieſes Amtes entlaſſen , und ſtärb
' Eigenthümliche dieſer
dung der, damals '
' lernen z indem ſiein einer Buch ſtabirmethode |
dieſer Art beſtand, mittelſt welcher nun auch das Le-
4788 als Propſt des Colleglatſtifts zu Preßburg) der
"viele
führte dieſe
Schulbücher und Katechiemen heräusgegeben hat,
ethode in Oeſterreich ein, daher ſie auch
den Namen. der Felbigerſchen - erhalten hat. Das
| r Literalmethode war die Anwen-
Überhaupt ſo allgemein beliebten
tabellariſchen Lehrform -(ſ. d.) auch auf das | [
ſen (wie alle anderen Etementarkenntniſſe damals )
durch Tabellen gelehrt wurde. Seit man aber. die
tabellariſche Lehrform für eine, hinſichtlich“ des Ele-
mentarunterrichts, ganz unzwe&>mäßige erkannt hat,
indem ſie nicht Denken und Wiſſen, ſondern blos me-
nur den Buchſtaben lehrt, und alſo nur far den ſc Unterrichteten. als ein gutes Hilfsmittel zur Erleich-
terung des Gedächtniſſes und. der-Ordnung wie. Uebev-
ſicht des Preits Gelernten Werth hatz und ſeit die

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