Symbol. =- Tadel.
wird das Erlernen jenes ohnehin nicht ſchwer halten z
er darf durc bleiben : denn daſſelbe ſoll ja nicht blos ein Spielzeug
ſeiner Phantaſie ſein, ſondern für ſeinen Geiſt gleich:
ſam ein Schlüſſel zur Pforte des Heiligthums werden.
Darum ſoll auch nicht jeder Gedanke ſymbötiſirt wers
den. Bedient man ſich des Symboles zu oft, kleidet
man den ganzen Unterricht in's Gewand der Symbo-
lif, ſo wird der Schüler leicht verführt, das Bild für
die Sache ſelbſt zu halten, und meint die höchſte
Wahrheit ergriffen zu haben, wenn er die äußerliche
Form derſelben feſthält. = Aus dieſem Grunde kön-
nen wir uns mit der von Baſedow für die Gottesver-
ehrung vorgeſchlagnen Symbolik niht befreunden.
(Vergl. den Artikel: „Philanthropie“ --- Th. Ul.
S. 897.)
Dieſe aufgeſtellten Grundſäge leiden auf alle Fälle
Anwendung, mag das Symbol nun im wirklichen
Bilde, oder im Worte oder in einer That ausgedrüt
werden.
Zur ſymboliſchen Lehrweiſe gehört auch die para-
boliſche und allegoriſche Darſtellung, über welche
in dem Art. „Gleichniß“ (Th. 1. S. 807.) gehan-
delt worden iſt. K--ſc Synonymen, Synonhymik, --- Synonym
(zrießh. &vvwvvuog,) eigentlich „Sleichnamig“,
heißt in der Sprachlehre ſo viel als „Sleichbedeu-
tend“. Wörter von völlig gleicher Bedeutung giebt
es, ſtreng genommen und philoſophiſch angeſehen, in kei:
ner Sprache 3 denn wenn die ſcheinbar gleichbedeuten-
den Wörter ſorgfältig gegen einander gehalten werden,
vy wird man immer noch feine Unterſchiede, gleichſam
einzelne Schattirungen des Hauptbegriffes, auffinden.
Daher überſeßt man „Synonymen“ richtiger durch:
ſinnverwandte Wörter. Demnach iſt Synony-
mif „die Lehre von der Unterſcheidung ſinnverwandter
Wörter.“
Alle finnverwandte Begriffe zerfallen in zwei
Hauptreihen. Sie ſind einander entweder nebenge-
ordnet (coordinirt), d, h. ſie laſſen ſich als Arten un-
ter einem ihnen zunächſt liegenden höhern Begriffe zu-
ſammenfaſſen ; oder ſie ſind einander untergeordnet
(ſubordinirt), inſofern der eine in dem andern völlig
aufgeht.
- Sälſ>lich hat man Wörter, die gleich oder ähn-
lich lauten, aber jn der Bedentung gar nichts
Tact --- practiſcher.
Encycl. Bd. 1. S. 630.
Tabellariſche Lehrform (Methode), S,
Lehrform in der pädagog. Regal: Encycl. Bd. 1,
- €. 160.
. Tadel, Je wahrer das Verhältniß zwiſchen Er-
dieher und Zögling iſt, deſto mehr iſt dieſer geneigt,
- nach jenem ſich zu richten, in feinem Denken und
jun nach dem von jenem ausgehenden Worte und
Veiſpiele ſich zu
S. pädagog. Real-
beſtimmen, deſto bereitwilliger iſt er
IE eee tema u ear genen „>
!
756
mit einander gemein haben, als Synonymen auf:
geführt,
Synonymiſche Wörterbücher (Synonymen-
Sammlungen) für unſere Mutterſprache ſind folgende :
3. A. Eberhard Verſuch einer allgemeinen deutſchen Sy-
nonymik , fortgeſest von Maaß. 6 Thle. Halle u. Leipz.
1795--1802. == De ſſ. ſynonymiſches Handwörterbuch d.
deutſchen Spracße. Berlin, 1821. 2 Thlr. 45 Ngr. (8ste
Aufl. 1837.)
Dieſe beiden Werke haben für deutſche Synony-
mik recht eigentlich erſt Bahn gebrochen , nachdem vor-
her nur einzelne Theile derſelben (z. B. von Gott-
ſc Außerdem nennen wir:
I. G. F. Meineke Die Synonymen d. deutſchen Sprache
in einer Reihe von Fabeln , Parabeln, Anecdoten, Sinn-
u. Sittenſprüchen 2c., in Proſa u. in Verſen , zur ange-
nehmen u. belehrenden Unterhaltung. 3 Bde. Halberſtadt,
1828. 1 Thlr. 20 Nar. -- E. G. Müller Gemeinnüßi-
ges ſynonymiſches Wörterbuch. Nürnberg, 1814. 17 Ngr.
9 Pf. =- Deutſche Synonymen , eine gekrönte Preisſchrift
v. Fiſc beim , 1793. 2 Thlr. 15 Ngr. -- L.v. Alvensleben
Synonym-Fremdwörterbuch , enthaltend: alphabetiſche Zu-
ſammenftellung der gebräuchlichſten in die deutſche Sprache
aufgenommenen oder in d. Umgangsſprache vorkommenden
Fremdwörter v. ähnlichem Klange u. verſchiedenem Sinne
oder verſchiedenem Klange u. ähnlichem Sinne. Stuttgart,
1843. 6 Ngr. == Vergl. Allg. Schulzeit. 1844 S. 653. ==»
T- L. K. Weigand Wörterbuch d. deutſchen Synonymen.
Mainz, 1843. 3 Bd. (Unter den neuern Werken jedenfalls
das vorzüglichſte!) -- W. Curtmann Beiträge zu d. pä-
dag. Synonymik. Allgem. Schulzeit. 1844. Nr. 190 ff.
-- Stic : Berlags - Comptoir. 14 Thlr. 10 Nar. --- Deſf. kurzer
Auszug aus dem größern Werke f. Schulen. 7 Ngr. 5 Pf,
Ebendaſclbſt.
Syntax ſ. Satsbau.
Syntheſis Synthetiſch. --- Syntheſis,
(grieh. ovrSeots) oder Syntheſe heißt wörtlich :
„Zuſammenſeßung“, ,, Zuſammenſtellung “" == und
wird der Analyſis (griech. äyadvoig) oder Analyſe
(„Auflöſung“) entgegengeſebt. -
Für die Pädagogik iſt der Unterſchied der ſynthe-
tiſMen und analytiſchen Lohrmethode von gro-
ßer Wichtigkeit, Ueber das Weſen und die Aywend-
barkeit beider Methoden iſt ſchon in den Art.: „Ana-
lyſe“ (Th. 1. S. 67.) „Analytiſche Lehrmehode,
(Th. 1. S. 69) und „Lehrmethode“ (Th. 11. S.
170) geſprochen worden, --- Eine Vergleichung der
Begriffe analytiſch und ſynthetiſch, wie Dieſter-
weg dieſelbe gegeben hat, ſ. Th. 1. S. 72 f.
T-
auch, das mißbilligende Wort rein aufzunehmen und
durc< daſſelbe ſich herabſtimmen zu laſſen. Da
nun der Zögling, ſo lange er noch unfeſt iſt, und
in ſeiner Beweglichkeit und Lebendigkeit vielfachen
Einwirkungen offen ſteht, immer wieder vom rechten
Pfade abirrt, fo muß auch dem falſchen Streben im-
mer wieder ein beſchränkendes Gegenſtreben folgen,
„welches, wenn der Erzieher ſeiner Stellung nichts ver-
geben hat, ſondern ſein natürliches Uebergewicht überall
in voller Ausdehnung geltend zu machen weiß, in den
95*

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