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ber von drei pädagogiſchen Zeitſchriften : „Der neue
Landſchullehrer /' eine Fortſezung des Landſchullehrers
von Moſer und Wittich. 5 Bde. 1802---7. --
„Theoretiſch-practiſches Handbuch für deutſche Schuk-
lehrer und Erzieher,/ 1802-1812 und „Magazin fir
deutſche Elementarſchullehrer und Erzieher“, 1813-17.
Außer dieſen verdient no in die ſämmtlichen Amtsverrichtungen und Verhält-
niſſe eines deutſchen Elementarlehrers mit Rüficht
auf“ die Peſtalozzi'ſche Lehrart'“ (Heilbronn 4818) Be-
achtung. Vergl. Süddeutſchen Schulboten vom Pfar-
rer Stolz. Jahrg. 1840. S. 112 und 160.
Völter hat ſih dur die Schullehrer ſeiner Zeit ſehr verdient gemacht und
zugleich mit den Grund zur pädagogiſchen Journmali-
ſtik gelegt, die in unſern Tagen ſo weit verbreitet iſt
und ſo eifrig betrieben wird.
Bor - und nachſprechen f. Lehrform.
Vorſchriften --- kalligraphiſche ſ. Schrei»
n.
Vorſchule ſ. Bewahranſtalten.
Borſtellungen giebt es dreierlei Art: Anſchauun-
gen (Wahrnehmungen), Begriffe und Ideen. Die
Anſchauungen paſſen blos auf den Gegenſtand, den
man eben angeſchaut hat, von welchem her alſo das
Bild entſtanden iſt, das als Vorſtellung dieſes Ge-
genſtandes in der Seele fortlebt; die Begriffe paſſen
ſtets auf eine Mehrheit von Gegenſtänden , die ver-
ſchieden, aber troßdem ähnlich ſind, denn die Begriffe
enthalten nur die gleichen Elemente aus den Gegen-
ſtänden , die ungleichen bleiben unbewußt, wogegen die
Ideen auf keinen Gegenſtand ganz paſſen, indem fie
jederzeit den Gegenſtand, auf den ſie ſich beziehen, in
einer Vollkommenheit vorſtellen, der alle Wirklich-
Leit übertrifft. Die Anſchauung z. B. Haus paßt
lediglich auf das Gebäude, von dem ſie herſtammt,
der Begriff Haus kann auf alle Bauwerke, große,
kleine, hölzerne , ſteinerne, ſchöne, häßliche 2c. bezogen
be
werden, die dem Sprachgebrauche nach den Namen-
Haus führen, denn er paßt auf alle, weil er nur das
ihnen allen Weſentliche vorſtellt, das Unweſentliche
und darum bei jedem anders Vorkommende ausſchließt z
die Idee Haus ſtellt mir dagegen innerlich ein Ge-
bäude vor*s Bewußtfein, dein keins in der Wirklichkeit
entſpricht, weil meine Idee vollkommner iſt, als ſie
alle. Der gewöhnliche Sprachgebrauch nimmt zwar
das Wort Idee oft gleichbedeutend mit Anſchauung
oder auch Begriff, indem man z. B. ſagt: jekt kann
ich mir eine Idee von dieſer Sache machen; wir ha-
ben es hin aber nicht mit dem ungenauen alltäglichen,
ſondern mit dem beſtimmten wiſſenſchaftlichen Sprach-
gebrauche zu thun. Auch verſteht es ſich von ſelbſt,
daß man den Ausdru& Haus nicht im uneigentlichen
oder bildlichen Sinne nehmen. darf, wenn die gegebene
Erklärung zutreffen ſoll, ſondern jederzeit im eigentli-
ein großes Haus, oder dieſer Student iſt ein lüderli-
Haus mit einem ganz andern vertauſcht und nur das
Wort noc< beibehalten iſt. Alle Begriffe und Ideen
haben ihren Urſprung rein in unſerm Innern, denn
die Außenwelt kann ſie uns nicht geben, weil ſie nur
Dinge und Thätigkeiten der Dinge hat, die, wenn ſie
ſih in uns abſpiegeln, eben Wahrnehmungen oder
Völter. == Vorkrag ==“ mündlicher.
Anſchauungen von fich in xms zurüdlaſſen, weshalb
die meiſten Anſchaunmgen ſinnliche, durc vermögen erworbene find. Aber auch unſer Inneres,
die geiſtigen Gebilde und Thätigkeiten, werden von
uns wahrgenommen , und es giebt daher auch innere
Anſchauungen, Anſchauungen des Selbſtbewußtſeins
die ein ſehr reiches Gebiet umfaſſen und zuſammen
mit dem Titel innere Erfahrung bezeichnet werden
(ſ. Erfahrung). Ueber die Cinbildungsvorſtel:
lungen ſ. m. den ſie betreffenden Artikel.
Uebrigens ſtammen die Vorſtellungen nicht aus
einem beſonderen angeborenen Vorſtellungsvermögen,
wie die alte Pſychologie annahm, ſondern jede Vorſtel:
lung iſt ſelber ein Vermögen, das ſich eben zu dieſer
Vorſtellung, d. h. zur Vorſtellung dieſes oder jenes
Gegenſtandes entwi>kelt hat, und zulekt ſtammen alle
dieſe Vermögen aus den Urvermögen , aus den ange-
borenen oder ſpäter erzeugten (ſ. Bildungsvermö-
gen). Cben ſo muß erinnert werden, daß zwiſchen
Vorſtellungen, Begehrungen und Gefühlen nicht die
ſcharfe Abgrenzung ſtattfindet, wie es dieſen Worten
nach klingt. Ein und daſſelbe Gebilde (d. h. ein und
daſſelbe ausgebildete Vermögen), kann vielmehr Vor-
ſtellen , Begehren und Fühlen zugleich ſein , nur in
verſchiedener Beziehung. Das Wermögen, welches
ſich zur Begehrung eines Apfels entwikelt hat (ſ. An-
trieb), iſt zugleich Vorſtellung dieſes Apfels, inwie-
weit der früher aufgefaßte Reiz, der von dieſem Apfel
ausging, ihm verblieben iſt; es iſt Begehren, ſo weit
der Reiz entſ ſtrebt wird; es iſt Gefühl, inwieweit ſich diefer Act
als bewußter neben andern bewußten Acten als ein
von dieſen verſchiedener unmittelbar ankündigt. So-
nach erſcheint die Vorſtellung als eine Entwikelungs-
form neben anderen Entwi>kelungsformen , und dieſe
Wahrheit darf nie aus den Augen gelaſſen werben,
wenn man über das Verhältniß der Vorſtellungen zu
den Beuehrungen und Gefühlen in's Klare kommen
will. S, Form, Begehrung und Gefühl.
==t,
Voß (Johann Heinrich). Dieſer um deutſche
Sprache und Literatur hochverdiente Pädagog ward
am 20. Febr. 1751 zu Sommersdorf im Melenbur:
giſchen geboren, und ſtarb am 29. März 1826 zu
Heidelberg. Von 1778-+ 1802 bekleidete er die Rec:
torſtelle am der Schule zu Ottendorf und dann zu
Eutin, von wo er einem Rufe nach Heidelberg folgte.
Seine Ueberſezungen claſſiſcher Schriften haben ſo
manchen Jüngling in -das Alterthum eingeführt.
S. „Lebens: und Todeskunde über Joh. Heinr. Voß."
Von Dr. H. E€. G. Paulus. Heidelberg 1826.
Vortrag =-- mündlicher. Bei allem Unter:
richten hängt viel von dem Vortrage des Leh-
rers ab. Das Wort „Vortrag“ wird aber ſowohl
im engern als im weitern Sinne genommen. Man
verſteht darunter nämlich bald die Lehrform und den
Lehrt:n, bald jene oder dieſen allein, bald auch die
„Art der Lehrform, welche man vorzugsweiſe „die vor-
tragende oder akroamatiſche“ (das Dociren) genannt
hat. Alle dieſe Gegenſtände ſind am gehörigen Orte
ſchon beſprochen worden. - =
[Vgl. „Akroamatiſ<“, Bd. 1.
„ESehrformen“, Bd. Ir
Bd. U. S. 178 ff.]
S. 50 ff.z
S. 158 ff.z „Lehrton“,
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