Full text: Haas - Ulrich Zwingli (2)

 
„Winter. -- Wirthſchaft. 
niß ſebke in demſelben Jahre Dinter*n ein Denk- 
mal 3 allein die erſte Anregung dazu ging ebenfalls von 
uns aus, denn Görnik hatke früher nie daran ge- 
dacht, Dinter'n auf eine ſolche Weiſe zu ehren, und 
erſt, nachdem wir die Gemeinde Görnit eingeladen 
hatten, ſich beim Borna'ſchen Denkmale zu bethei- 
ligen, beſchloſſen die Görnißer, in Görnit ſelbſt 
Dinter'n ein Denkmal zu ſeen. Und ſo freue ich 
mich in der That, die Urſache geweſen zu ſein , daß 
unſers unſterblichen Dinter*s große Verdienſte in Sach- 
ſen durc<&) zwei Denkmäler geehrt worden. 
Endlich darf ich auch nicht unberührt laſſen, daß 
i< im Monat Juli 1844 beim Königl. Landgerichte 
in Kirc<berg als Rec<hnungsverſtändiger eidlich 
verpflichtet worden binz ein Umſtand, den ich deshalb 
vier mit erwähne, weil meiner jährlichen Einnahme . 
dadurM ein nic<t unbedeutender Zuſchuß erwächſt. 
Aber freilich häuft ſic) dadurc< auch zu Zeiten die Ar- 
beit bei mir ſo, daß ich, namentlich im Winter, Wo- 
den, ja Monate hindurch tagtäglich von früh 4 Uhr 
bis des Nachts um 11 auch 12 Uhr unabläſſig be: 
ſhHäftigt bin. Doh habe ich ſchon ſehr oft die Be: 
merkung gemacht, daß ich mich um ſo glü&klicher und 
heiterer fühle, je mehr ich von nothwendigen Arbeiten 
gedrü>t werde. 
„Aber da leidet doH die dir anvertraute Schule 2“ 
Verargen will iM dieſe Frage Niemandem. Doch 
tann ich heilig und mit beſtem Gewiſſen verſichern: 
Mögen meine Nebenarbeiten noh ſo dringend ſein, 
Schule und Vorbereitung darauf iſt und bleibt ſtets 
und unter allen Umſtänden bei mir Nr. Eins, und 
ſo ij?s in meinem nunmehr elfjährigen Amtsleben 
auch noh nicht einmal vorgekommen, daß von irgend 
einer Seite her irgend wie auch nur die leiſeſte Miß- 
dilligung über meine Leiſtungen in der Schule ausge- 
ſprochen worden wäre, im Gegentheil hatte ich mich 
ſ<on oft Aeußerungen und Beweiſe, die einer Miß- 
billigung ſchnurſtra>s entgegengeſeßt ſind, zu erfreuen. 
Und ſo lebe iH, mich, Gott ſei Dank! einer dauer- 
haften Geſundheit erfreuend, recht zufrieden und glüd- 
lic in meinem Wirkungskreiſe und kenne keinen h0- 
heren Wunſch als den: Gott möge mich no< viele 
Jahre ſo glülich und geſund in meiner gegenwärtigen 
Stellung erhalten ! 
Doch will ich ganz offenherzig ſein =“ und wes- 
hald ſollte ich es nicht? --- ſo muß ich bekennen, daß 
zu meiner Zufriedenheit und zu meinem Glüde auch 
der Umſtand viel beiträgt, daß meine ſchriftſtelleriſchen 
Verſuche von der Volksſchullehrerwelt ſtets mit Liebe 
aufgenommen*) und gern gekauft wurden. Daß man 
 
*) Seit 1837, in welchem Jahre meine erſte Shrift er- 
ſchien, hat mir die Schriftſtellerei nur ein einziges Mal 
Verdruß und Kränkung bereitet, und das war damals, 
als ſii) Erich Teutomund Offenherz in der „Sächſ. 
Schulztg.“ in drei, vier Zeilen ohne alle Begründung 
[0 bitter und verleßend über meine ſchriftſtelleriſchen Leiſtungen 
Wsſprach. I< verantwortete mich gegen dieſen niedrigen und 
gehäſſtgen Angriff ganz ruhig und in anſtändiger Spräche, 
und daß mehre meiner Collegen ſich öffentlich in der „Sächſ. - 
Sculztg.“ meiner annahmen, gereichte mir. zu einem großen 
Troſte. Ihm aber , dem Beleidiger aus niedrigen und gemei- 
nen Abſichten, habe ich längſt von ganzer Seele verziehen. 
Der Himmel bewahre ihn vor ähnlichen unverdienten Kränkun- 
gen, vor ähnlichen gehäffigen, vom Neide-dietirten Ausfällen, 
dies mein aufrichtigſter Wunſch. 
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aber meine Werk<hen immer ſo willig aufnahm und 
ihnen hauptſächlich viel practiſchen Werth beilegte, 
erkläre ich mir daher, weil alle meine Schriften --+ 
ausSgenommen der „Elementarſchüler“ - aus 
meinen Vorbereitungen für meine Schulſtunden ent- 
halten ſind. 
Bis jekt ſind folgende Sculſchriften von mir ver- 
faßt worden: 
1) Styliſtiſches en Naven Magazin, enthaltend 
1500 der verſchiedenſten Aufgaben zu ſchriftlichen Arbeiten 
und Aufiäßen --- darunter 450 Aufgaben zu Briefen -- 
vom Leichtern zum Schwerern fortſchreitend , für die obern 
Claſſen in Land = und niedern Bürgerſchulen. 
verb. u. verm. Aufl. Goimma, Verlags-Comptoir. 1837. 
-- 2) Hausfleiß. Ein Büchlein mit mehren huntert 
Aufgaben zu ſchriftlichen Arbeiten für die Kinder in den un- 
tern Glaſſen der Volksſchulen. 2. verb. u. verm. Aufl. 
Grimma, Verlags - Comptoir. =- 3) u. 4) Re<nungs- 
aufgab en nach dem ncuen Münz-, Maßs- und Gewichts- 
ſyſteme für Bürger - und Landſchulen. Erſtes Bänd- 
Yen, enthaltend Aufgaben für die Unter- und Mittelclaſſen. 
7. durc<gängig berichtigte Aufl. Leipzig, bei Im. Ir. 
Wöller. 1847, Rehnungsaufgaben, zweites 
Bänd<en, enthaltend Aufgaben für die obern Claſſen. 
9. Aufl. Leipzig, bei Im. Tr. Wöller. 1845. 
9) u. 6) Facitbühlein zum erſten , Facitbüchlein zum 
zweiten Bändchen Rechnungsaufgaben. 3. ſorgfältig be- 
Tichtigte Aufl. Leipzig, bei Im. Tr. Wöller, 1844, --+“ 
7) A<ht arithmetiſche Wandtafeln, enthaltend 
12000 Recnungsaufgaben mit 14 Zoll hohen Ziffern. 
Leipzig , Im. Tr. Wöller. 1842. --- 8) Fa citbu< nebſt 
Anweiſung zum Gebrauch der arithmetiſchen Wandtafeln. 
Leipzig, Wöller. 1842. --- 9) Erſtes Rechenbuch, 
enthaltend 12000 Rechnungsaufgaben in möglichſt ſtrenger 
Stufenfolge. Leipzig , Wöller. -- 10) Leichtfaßliche 
Anweiſung zur Feldmeßkund e, ſo weit dieſe für 
bas gewöhnliche Leben anzuwenden iſt. Für Stadt - und 
Dorfſchulen und zum Selbſtunterric<ht für den Bürgcr und 
Landmann. Leipzig, Wöller. 1843. --“+ 11) Der Unter- 
richt in der Re<htſ<reibung in ſeinem ganzen 
Umfange, oder in der Geſammtausgabe unter dem Titel: 
Ausführliche Lehrſtoffe für den Geſammtun- 
terricht in der Schreib - Lehrmethode , der Sprachlehre 
und der Rec<htſhreibung mit Intkerpunctionslehre in deut- 
ſchen Volksſchulen. 3 Bde. Leipzig, bei Im, Tr. Wöller. 
1846.*) --- 12) Der kleine Elementarſ<uüler, oder 
die erſten Anſchauungs - , Leſe - , Schön - und Rechtſchrei- 
beübungen des Kindes, methodiſch und ſtreng ſtufenweiſe 
bearbeitet. Eine wohlfeile Handfibel mit Dru>- und 
Schreibſchrift. Leipzig, bei Im. Tr. Wöller. 3. Auf. 
1846. -- 13) Der Denk2, Sprach- und Screib- 
ſchüler. Ein methodiſ< und ſtreng ſtufenweiſe geordne- 
tes Uebungs8- und Wiederholungsbuc<h mit einer großen An- 
zahl Aufgaben zu Verſtandes-, Sprach - und Rechtſchreibe- 
übungen. Leipzig, bei Im. Tr. Wöller. 1845. -- 14) 
Volksliederkranz für Schule und Haus. 3. Au 
Leipzig , Wöller. 1846. 3 N 
2. ſchr 
 
 
*): Dieſes Werk empficht* fiz deſonders dure& zwei lodenswerthe 
Eigenſchaften: es beobachtet eine lückenloſe Stufenfolge und has das für 
die Volksſchule gehörige Material ſorgfältig geſichtet. Die Interpun- 
etionSlehre verfoigt feſtere Anſichten als ſie Andere haden. 
Daß ich ſeit Jahren als Mitarbeiter an der „Sächſ. 
Schulzeitung und namentlich. als Recenſent bethei- 
ligt bin, und daß i< mehre für mich höchſt ſc<mei- 
<elhafte Aufforderungen von verſchiedenen HH. B::<- 
händlern, als Mitarbeiter bei Jugendzeitungen mit ein- 
zutreten, aus Mangel an Zeit ablehnen mußte, ſei nur 
nebenbei erwähnt. 
SIZirthſchaft --- Landwirthſchaft. 
die Mitwirkung der Elementarſchule und ihrer Lehrer 
für die Intereſſen der Landwirthſchaft“ hat ſich in einem 
an den Miniſter des Innern gerichteten Schreiben vom 
21. April des I. 1847 der 'gegenwärtige Miniſter der 
geiſtlichen und Unterrichts-Angelegenheiten, Eichhorn in 
118* 
„Jeber 
= == m m mt idg reren;
	        

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