Full text: Jahresberichte über das höhere Schulwesen - 32.1917 (32)

 
 
Deutsch. V, 15 
Sehr richtig gegen Seemüller geltend! -- Th. Braun, Über „beginnen“ 
und Seine Sinnliche Grundbedeutung, ZAU. XXX1, 17--22, macht es nament-- 
lich aus der gotischen, althochdeutschen und mittelhochdeutschen Fügungs-- 
weise des Zeitwortes wahrscheinlich, daß es ursprünglich intransitiv war 
und „den Mund öffnen“ (gähnen) bedeutete; ganz überwiegend hängt 
nämlich die Nennform eines Ausdrucks des Sagens oder einer Gelfühls-- 
äußerung davon ab. -- Edwin H. Sehrts Zur Geschichte der westgerma-- 
nischen Konjunktion und, behandelt einleitend die Entwicklung des BinGe-- 
worts andi aus dem Verhältniswort (griech. dvtt) Sowie die Herkunft und: 
ursprüngliche Bedeutung von ahd. joh, got. jah, für das andi erst mit der 
Zeit immer ausschließlicher eingetreten ist. Der Hauptteil behandelt die- 
Entwieklung der Form andi im Westgermanischen und vermag deren 
Styfen von anti, aBdi durch enti, inti, inte, unte, unde durch das. 
10. und 11. Jahrhundert vom Bayrischen und Alemannischen zum Ost-. 
Süd- und Mittelfränkischen, neben noch bleibendem endi, and(a), ande- 
im Niederfränkischen und Friegischen (80wie Englischen), nicht nur in einem. 
Kartenbilde niederzusgechlagen, Sondern auch im einzelnen genau genug fest- 
zulegen, um danach 80gar Ort und Zeit alter Handschriften zu bestimmen.. 
Eine Fülle wissenschaftlich gediegener oder warm mahnender Anfsätze 
zur Sprachkunde und ihren Lehren enthält das 38. bis 40. Wissenschaſtliche: 
Beiheft zur Zeitschrift des Allgemeinen deutschen Sprachvereins. O. Be haghel. 
Stellt die ganze Geschichte der Verneinung in der deutschen Sprache vom 
Gotischen bis zur Gegenwart dar und erweist dabei manche Abweichung 
vom Regelmäßigen 80 gut in mhd. Zeit wie etwa die doppelte Verneinung 
der heutigen Mundarten als Stufen der einen natürlich ablaufenden oder 
durch fremde Art beeinflußten Entwicklung. -- Alfred Götze entwirit 
ein farbenreiches Bild der Wechselwirkung zwischen Deutscher Sprache: 
und deutschem Kriege von der führenden Urzeit, wo ungere Altvordern den 
(Kelten und) Romanen aus unserer Kriegssprache liehen, über den Tiet-- 
Stand der Heeressprache vor den Landsknechtzeiten bis zu den napoleonisch. 
bestimmten Befreinngskriegen hinweg zu. der neuesten Reinigung der 
Heeressprache unter Bismarck, Roon und Moltke und zuletzt Hindenburg 
und Ludendorff. -- Karl Scheffler gewinnt der neueren Soldatensprache- 
Hinweige zur [Erklärung der] Namengebung ab, nämlich zur Erklärung von 
Völkernamen aus Klang und Eigenart, bzw. Nichtversfändlichkeit Ihrer 
Sprechweise für den Hörenden. --Friedrich Kluge ruft unter Aufdeckung 
der Flecken, die frühere völkische Schwäche am Gewande ungerer Sprache 
hinterlasgen haft, zu deren bewußterer Entfernung auf, zu einer dem gewal-. 
tigen Erleben würdigeren Stellung gegenüber den fremden Sprachen, voran 
dem Latein. -- P. Pietsch würdigt eine lange Reihe von Zeugnissen deut-- 
cher Dichter über Luther als Meister des Wortes und Begründer unsgerer 
Gemeinsprache. -- Robert Petsch, Zur Pflege der Muttersprache in der- 
Kurfürstlich Deutschen Gesellschaft in M annheim zu Schillers Zeit, Wertet 
begonders einen Vortrag aus, den 1778 der Heidelberger Hochschullehrer-
	        

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