Full text: Jahresberichte über das höhere Schulwesen - 32.1917 (32)

VI, 76 L.. Bicke 
für das ganze Leben hinterbleibt“. Der Unterricht in der alten Geschichte 
auf O II muß wirklich gründliche Arbeit ieisten und dazu erhebliche Stücke 
aus griechischen Historikern und Rednern bieten, wobei ihm das Deutsche 
hilfreich zur Seite Stehen Könnte. Außer der Lektüre einer griechischen 
Tragödie in der Muttersprache, wie gie die Lehrpläne bereits fordern, rät 
Unruh, einen Dialog Platos zu legen und bei der Behandlung Klopstocks 
pindarische und horazische Oden vergleichend heranzuziehen. „So dürfte 
auch den Oberrealschülern . . . die Bedeutung der antiken Kultue für die 
deutsche zum Verständnis kommen.“ Unruhs Vorschläge kann man nur 
mit größter Freude begrüßen, da gie zudem dem krasgen Utilitarismug, 
der gerade die Oberrealschule leicht ihre „humanistigehen“ Aufgaben ver- 
gessSen läßt, erfolgreich entgegen zu wirken vermögen. - Für die gechsstufige 
Realschule mit ihren -- ich möchte Sagen -- mehr praktischen Zielen würden 
dagegen meines Erachtens für eine wirkliche Vertiefung in die Antike 
zu große Widerstände erwachsen. Und es bedarf dessen auch dort nicht. 
3. Die Sehriftsteller. 
a) Progaiker. 
Cäsar. Die gangbaren Schulausgaben und -Kommentare finden wir 
auch im Berichtsjahre im wegentlichen wieder vertreten. Ich habe gie nur 
im Sehriftenverzeichnis vermerkt, da ich über gie Begonderes nicht zu. 
Sagen weiß. Neu erschienen ist dagegen, von dem unlängst verstorbenen 
Lindener Direktor Haynel bearbeitet, eine Auswahl aus dem bellum 
gallicum, die hauptsächlich für die Lektüre an den Mädchenstudienangstalten 
bestimmt, den Stoff in einem Umfange bietet, der in etwa dreiviertel- 
jährlicher Arbeit bewältigt werden kann. Das Buch eignet Sich darum 
auch für die Reformschulen und die Realgymnagien alten Stiles. Die Ans- 
wahl traf Haynel gemäß den Bestimmungen vom August 1908 über die 
Neuordnung des höheren Mädchenschulwegens. Dort wird im wegentlichen 
gefordert, die Erkenntnis zu wecken für die Größe und Bedeutung des 
Kampfes in und um Gallien. 80 finden wir mit Recht das letzte Buch (7.), 
die Erhebung des Vereingetorix, ohne jede Anslassung. Auch aus dem 
9. Buche, das die Fahrt nach Britannien Schildert, Sehen wir den größten 
Teil verwertet. Die früheren konnten dagegen dem angegebenen Zwecke 
aur wenig bieten. In gerade entgegengegetzter Art verläuft gewöhnlich 
die Lektüre auf den Angtalten, die ihren Schülern den ganzen Cägar in die 
Hand geben. Man liegt vorwiegend die ersten vier Bücher, und bietet die 
letzten dann in Auswahl. Ich Stehe nicht an, Haynels Weg, der übrigens 
nicht neu ist, als den richtigeren und erfolgreicheren zu bezeichnen. Die 
Übergicht über den Gegamtinhalt geht dabei nicht verloren durch die Bei- 
gabe kurzer Inhaltsangaben, welche die vorhandenen Lücken gschließen. 
Auch die Ausstattung des Buches wird allen Wüngchen gerecht. 
Von Haellingks Präparationen zum bellum gallieum (Buch 1-4) 
Negt die 2. Auflage, wohl unverändert, vor. Da ich dieses Bunch zum ersten
	        

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