Full text: Pädagogische Revue - 14.1846 (Januar - December der 2. u. 3. Abt.) (7)

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die ſegensreichſten Folgen erſprießen müßten, und die jüngere Generation zu gegenſeitiger 
Liebe und Eintracht geführt werden könnte. Es wurde daher beſchloſſen, dieſe ganze 
wichtige Angelegenheit in die Hände einer gemiſchten Commiſſion zu geben. Von Seiten 
ver Verſammlung wurden ernannt die Herren Vorſteher Gräff , deſſen Stellvertreter 
Siebig, der Protocollführer - Stellvertreter Linderer, Klo>e, Kopiſch, Laſſal, Ludewig, 
Milde, Poſer, Regenbre<t und Worthmann. 
Aus Schleſien. 13. Oct. Die häufigen Klagen der Lehrer an den Glementar- 
ſchulen über bedeutende Schulgeldverluſte , die ihnen aus der immer mehr um 1 ſich grei- . 
fenden Verarmung der untern Volksclaſſen erwachſen und hie und da eine ſo bedenkliche 
Höhe erreicht haben, daß ſie vie Exiſtenz der Lehrer gefährden, haben die königl. Regie- 
rung zu einem Entſchluſſe vermocht , der die betreſſenden Zehrer mit großer Freude er- 
füllt und für unſer Volksſchulweſen von den wohlthätigſten Folgen ſein wird. Es ſoll 
nämlich für „diejenigen Kinder armer Weber, Spinuer und Wittwen, für welche das 
Schulgeld nicht zu erſchwingen iſt“, dasſelbe aus Staatskaſſen gezahlt werden. Zu dem 
Ende hat die königl. Regierung an die Reviſoren die Einreichung der Nachweiſe ſolcher 
Rinder verſügt. Ihre Zahl dürfte, namentlich in den Gebirgökreiſen, ſehr bedeutend 
ſein, da es hier Lehrer gibt, die jährlich 50 bis 60 Thlr. Schulgeldreſte und darüber 
verlieren, (Breol. Ztg.) 
Sachſen, Die ſächſiſchen Schullehrer geben bei den Ständen eine Petition ein. 
Sie begehren : 1) Größere Beachtung ihrer Perſönlichkeit bei allen Maßnahmen , welche 
das Gedeihen der Schule bezwecken ; 2) Beſchränkung der Unterrichtsgegenſtände und des 
Unterrichtsſtoſſes ; 3) Entlaſtung von übermäßigen Unterrichtöflunden ; 4) Beſchränkung 
der tabellariſchen Nachweiſe auf die nothwendigſten. und wichtigſten Bemerkungen 3; 5) tüch- 
tige , erfahrne, für die Schule erwärmte Inſpectoren , mögen fie Geiſiliche oder Lehrer 
fein 3; 6) tüchtigere Befählgung zum Berufe; 7) möglichſte Beachtung der geeigneten 
Charafkterbeſchaffenheit der Schulamtsaspiranten ; 8) Erhöhung des Gehalts. 
= Das Frankf. Journal berichtet aus Dresden, 11. Nov. : Die mit großer In- 
dignation im Volke aufgenommene Aeußerung des Abgeordneten aus dem Winkel, daß 
ein Schullehrer für z wei Neugroſchen Mittags eſſen könne, wird jeht auch durch ſatiriſche 
Carricaturen gegeißelt. Auf dem einen Bilde läßt ſich ein Mann in den weitaufgeſperrten 
Mund die Sonne ſcheinen! „Alles für 2 Neugr.“ ſteht darunter. 
Würtemberg. Am 1. Juni ſtarb zu Gmünd Raimund Jakob Warſt, der 
berühmte Verfaſſer der „Sprachdenklehre“ und einiger andern Schriften , die ſämmtlich 
ein großes Publicum gefunden haben. - 
Wir bitten die Freunde des Seligen, uns eine Notiz über ſeine Lebensumſtände 
für dieſe Blätter zukommen zu laſſen. So viel wir wiſſen, war Wurſt bis 1835 Lehrer 
einer würtembergiſchen Dorfſchule , wurde dann vom katholiſchen Adminiſtrations- 
rath zu St. Gallen als Directox des mit der katholiſchen Cantonsſchule verbundenen 
Schullehrerſeminars berufen z; hier gerieth er, mit dem' St. Galler Terrain nicht hinläng- 
lich bekannt , in die zwiſchen der katholiſchen und der radicalen Partei beſtehenden Con- 
Jicte und nahm nach ein paar Jahren aus Verdruß ſeine Entlaſſung. Nachdem er einige 
Jahre in Ellwangen wieder eine Schullehrerſtelle verwaltet, begab er ſich nac Smünd, 
um dort einem Privatſeminar vorzuſtehen. Sein früher Tod ift zu beklagen. 
Durch ſeine Sprachdenklehre iſt ſeinem Namen in der Geſchichte des deutſchen Ele- 
mentar - und Volksſchulweſens eine Stelle geſichert. Das Buch kann nicht bleiben, aber 
dfe Erinnerung an das Buch wird bleiben. 
=O g>>------ 
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