Full text: Mitteilungen der Gesellschaft für Deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, Berlin - 3.1893 (3)

96 Mitteilungen d. Ges. f. deutsche Erziehungs- und Schulgesch, II1 
 
Drittens die Ihme anvertraute Jugend bedes, im Truck, als 
auch Brieff, leſgen, Schreiben, Catechismo, pSalmen und andere 
heilsamen Sprüchen und gebetten, wie es Ihme von hieſsigen Orts 
Pfarrer, der Gelegenheit nach, vor- und angewieſsen werden wird, 
treulich unterrichten und zu aller Gottesfurcht anführen, anch wo 
Kin oder anderer Iust zum Lateinisch lernen hätte, diegelbe nach 
möglichkeit informiren, nit weniger 
Viertens, die Schreibende Kinder dahin anhalten, daſs Sie 
zuweilen, vmb Sich Selbsten anzutreiben, mit ihren Schriften certiren, 
Fünfftens, alle Mitwoch vnd Sambstag von 10 biſs 11 Uhren 
eine aparte Singstund halten damit die Jugend im Singen vnter- 
richtet und dann und wann bey der Orgel eine Music zue Gottes 
Khren gehalten werden möchte. 
vSechstens, weilen die Schulstub, wegen der Jugend Meng, 
faſt etwas zu eng, kann Kr Selber Seinem Gutfinden nach, die 
Verordnung machen, daſs zu Zeiten die Schriften zu Hauls ge- 
Schrieben, vnd Solche hernach zu corrigiren in der Schul ufge- 
wiesen werden. 
viebendens, auch dahin Sich bemühen, daſs die liebe Jugend 
in gut vnd KEhrbarer DisSciplin vnd respect, 80wohl gegen die 
HerrSchafft alls anch ihre Eltern vnd Vorgesgetzte vnd Sich Selbsten, 
halte nnd anfführe, anch wohl zu Sehen, daſs bedes in der Kirchen, 
unter der predigt, GeSang, als den GassSen, alle Zucht und Khr- 
barkeit in Obacht genohmen vnd kein Muthwillen yverübet werden, 
nicht weniger die Knaben. dahin anhalten, daſs Sie alle Sonn- und 
Feiertage, auch AMittwoch und Freytäge, wann Kirch gehalten 
wird, beim zweiten Gelenth im der Schul Sich einfinden und alsSdann 
je paar vnd paar, Inn vnd auſfser der Kirchen, ohne Tumult gehen 
mögen, wie er dann die Vebertrettern jederzeit, jedoch ohne affecten, 
zu züchtigen, vnd da einige 80 nicht unter Seiner disciplin wären, 
muthwillen in dergl. Orthe verübeten, Solle er Solches gehöriges 
Orths anzeigen, die dann, nach befindung, zur Straff gezogen 
werden Sollen, Achtens auch uff der Orgel gnte inspection halten, 
daſs diejenigen, 80 zur MuSic nicht gehörig vnd nur andern hin- 
derlich Sein, Solche nicht betretten, Sondern zeitlich zuschlieſsen, 
damit die jungen, 80 Sich in der Music, zu Gottes Ehren höhren 
lasSen vnd Sich üben wollen, an Hörung Göttl. Worts vnd Sonsten 
nicht verhindert werden. 
Neuntens gegen Seinen vorgeSetzten Herrn Pfarrer allen 
Schuldigsten respect erweilsen vnd bei Selbigem an Son- und 
Feyer-tägen, auch Mitwoch vnd PFreytags, wann Predigt vnd
	        

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