Full text: Mitteilungen der Gesellschaft für Deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, Berlin. Beihefte 20 - 1910 (8)

100 Beiträge 7 zur Schoizerischen Schulgeschichts. 
 
fragt eine Dhren Comisgion ganz elwerblietig, ob es nieht zuträglich wäre, 
wenn die Hh. ProfesSores LJ]. hebr. et graecae im obern und nntern Collio 
volJaüfig, ehe Sie ihre gewohnte Pensa vor die Hand nehmen, dise loca 
grammatice mit ihren Studiosis, aber vielleicht auch privatim durchgehen 
und verstehen Jaßen möchten. Hierauf glaubt eine Khren Comission folgende 
Bitte gegrundet, daß man den Studiosis promotis ad philosophiam ſerner 
nicht bloß erlaube, Sonder ex lege Sie anhalte die dienstägliche horam 
graecam zu besuchen. 
4. Da die Krfahrung zeiget, daß die Studiosi, welche ex PhiloJogia 
ad PhiloSophiam aspirieren und gewohnter maßen eine Jateinische Oration 
elabhoriren und recitiren müßen, die meiste Zeit unnüz mit praeparatoriis 
dazu verschwenden und So ihren Studiis philologicis Abbruch thun, 80 wird 
gefragt, ob nicht dienlich Sein möchte, dise Orationen in den 1?/g jährigen 
cursum philosophicum, und zwar in den Somercursum, doch beständig unter 
der Aufsicht des H. Prof. eloqu. Jat. zu verschieben. 
59. wird als eine nothwendige Wolge das Änsuchen beygefügt, daß die 
Stud. philol. möchten angehalten werden, auch die horam oratoriam am 
Dienstag Nachmittag, die eben zur Recitation der Orationen bestimt ist, 
zu frequentieren, da Selbige Sonst nach obiger zu wünschender Anordnung 
nm zwei Uhr sSelbigen Nachmittags die griechische Sehr nöthige Lection 
besuchen müßen, und wohl zu gewahren, daß dise zwey in philol. ange- 
wendete Stunden, ohne den geringsten Abbruch der dritten Stunde Selbigen 
Abends im Studio phySico zugebracht werden Können. 
Jin Sechstes zuträgliches Mittel möchte Seyn, die Studiosos anzu- 
halten, Sich mehr und mehr in dem Collegivo im Jlatinisch Reden zu üben, 
welches völlig in desuetudinem gefallen; wenigstens ihnen nicht zu erlauben, 
SICh bei ihren Hh. Profi. bei Anhaltung um Kxamina und bey Kntschuldigung 
absentiarum anders als der JatiniSchen Sprache zu bedienen. 
17. Als ein ültimatum, wein vorhergehende Krmunterungs Mittel nic It 
gemaesam Seyn Sollten, möchte man Sämtliche Studiosos in allen 3 Classen 
jeden Cursum durch ein oder zwey "Phemata latina, more antiquo in ähn- 
lichen Wällen, componieren laßen, mit der offentlichen Anzeige, daß es von 
ihren dabev Sich zeigenden profectibus abhange, ob Selbige pro collocatione 
Sollen corrigirt werden; und da der eigentliche Grund noch nicht erheitert 
IsSt, warmin das Colleg, Iman. allein das Vorrecht, haben Soll, den I3Xx- 
Spectanten Catalogum zu collocieren, 80 möchte man im nöthigen Pall 
nicht mur die Collocation durch ?/5jähriges Verbleiben in Jeder besondern 
ÜClaß in Suo loco, Sonder wol gar durch ganze Qlaßen gelten lassen, Ja 
man endlich Selbst, weit die Studenten durch ihr Betragen dergleichen 
Strafen Selbst fordern Sollten, dergleichen Collocationen in theoJogica classe 
vornehmen könte, welche den unverändert ad deeretionem verbleiben gollten. 
Wenigstens glaubt man durch dergleichen Compositionen pro loco auch die 
XNebenabsSicht zu erlangen, die Stidios0s zu nöthigen in ihren Oertern Sitzen 
zu bleiben, weil hierdurch eine gewiße Khre ad Jocum gebunden wäre.
	        

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