Full text: Die Lehrerin in Schule und Haus - 5.1888/1889 (5)

184 Mitteilungen aus dem In- und Auslande. 
 
wie ihr die Beſißerin einer der größten Blumenhandlungen Deutſchlands 
verſichert hat, geſc<mad>volle Blumenbinderei in ſelbſtändigem, künſt- 
leriſchem Geiſte ausgeführt, gebildeten jungen Mädchen mit maleriſchem 
Sinne eine lohnende Beſchäftigung bietet, welche in nicht allzu langer Zeit 
zur Selbſtändigkeit führen könnte. -- 
Nachdem Frau Cauer noch darauf hingewieſen hatte, daß die „Oſt- 
preußiſche Milch-Genoſſenſc<aft“ gebildete Damen als Lehrerinnen 
mit feſtem Gehalt von 1000--1200 Mk. anzuſtellen wünſcht = ein treff- 
licher Beruf für junge Mädchen, welche Buchhaltung gelernt haben und 
ſich für Meierei intereſſieren, =- ſc<loß die Sißung nach 8 Uhr, 
M. Niellien. 
 
=. d= SO -nuennmnmennnenn mudug 
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Mitteilungen aus dem In- und Auslande. 
Berlin. (Anſichten der Kaiſerin Friedrich über den gram- 
matiſchen Unterricht.) Der Dozent am orientaliſchen Seminar, Herr 
Mitſotakis, welcher bereits den Erbprinzen von Sachſen - Meiningen 
im der neugriechiſchen Sprache unterwieſen hatte, iſt auſgeſordert worden, 
auch die Prinzeſſin Sophie m dieſer Sprache zu unterrichten. Während 
der erſten Unterrichtsſtunde im Schloſſe zu Friedrichskron erſchien auch 
Ihre Maz. die Kaiſerin Friedrich, Bei dieſer Gelegenheit entwickelte die 
hohe Frau große Fachkenntni8 im Unterrichtsweſen. Unter anderm legte 
ſie beſonderen Wert darauſ, daß der Lehrer ſich weniger mit der Theorie, 
bezw. der Grammatik, befaſſe, ſondern vielmehr die Prinzeſſin möglichſt 
raſch in die Praxis der Sprache durch Schreib- und Leſeübungen, ſowie 
dur< Unterhaltung emführe. Bei dem regen Intereſſe und der Leru- 
freudigkeit, welche die fürſtliche Schülerin kundgiebt, hofft Herr Mitſotakis, 
die Prinzeſſin Sophie beſtimmt bis zum Beginn des nächſten Sommers 
ſoweit im Neugriechiſchen unterwieſen zu haben, daß dieſelbe ſich in ihrer 
künftigen Landesſprache wird unterhalten können. Zugleich mit der Prin- 
zeſſin Sophie nimmt eine Geſellſchafterin derſelben an dem Unterrichte teil, 
der vorläufig wöchentlich dreimal ſtattfindet. (Kath. Schulztg. f. Süddeutſchl.) 
 
Erfurt, 23. September. (Lehrerinnenprüſung.) Ju den Tagen 
vom 19. bis 21. d. Mts8. fand hierſelbſt unter dem Vorſiße des Herrn 
Geheimrat Dr. Goebel aus Magdeburg, ſowie im Beiſein der Herren 
Regierung38- und Schulräte Nagel und Hardt von hier die Lehrerinnen- 
Prüfung ſtatt, welcher ſich 33 Damen unterzogen und von welchen 32 
die Prüfung Ieſtanden. Dieſe 33 Examinandinnen waren aus den höheren 
Töchterſchulen zu Dingelſtädt, Heiligenſtadt, Fulda, Berlin und Erfurt 
hervorgegangen und gehörten zum größten Teil der katholiſchen Konfeſſion 
an. Zur ſchriftlichen Bearbeitung gelangten folgende Aufgaben: 1, „Der 
Rhem in Poeſie und Proſa.“ 2. a) Jemand nimmt von einem Kapital 
die Zinſen zu 4?/4 Proz. für 9*/5 Monate ein und muß von einem halb 
ſo großen Kapital die Zinſen zu 4?/5 Proz. für 8 Monate zahlen. Dabei 
bleiben ihm 47?/5 Mk. übrig. Wie groß waren beide Kapitalien? b) Ein
	        

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