Full text: Die Lehrerin in Schule und Haus - 11.18994/1895 (11)

642 Dritte Generalverſammlung des Allgemeinen deutſchen Lehrerinnenverein3. 
 
 
 
„Die Mitgliedſchaft erliſc<t dur< den Tod, Ausſchließung durch 
einſtimmigen Beſchluß de8 Vorſtandes, freiwillige, ſchriftliche Austritts- 
erklärung und Verweigerung des Jahresbeitrags.“ 
Der Antrag wurde nach kurzer Debatte angenommen. 
Der dritte zur Beratung kommende (von Fräulein Liſchnewska- 
Spandau geſtellte) Antrag lautete: 
„1. Nach Beſtreitung der Jahre8ausgaben werden 10 Prozent des 
von den JahreS3einnahmen erübrigten Geldes zu einer Reiſeunterſtüßungs- 
kaſje abgeſondert. 2. Dieſe Kaſſe dient dazu, fern wohnenden, pekuniär 
ſchlecht geſtellten Mitgliedern den Beſuch der Generalverſammlung zu 
ermöglichen. 3. Die Unterſtüßungsſumme darf die Höhe von 50 Mk. 
nicht überſchreiten und nicht unter 30 Mk. ſinken. 4. Anträge auf 
Unterſtüzung können, auc< für direkte Mitglieder, nur von den Vor- 
ſtänden dx Zweigvereine geſtellt werden. 5. Die Vorſtände ziehen 
genaue Erkundigungen ein und haften dafür, daß nur ſolche Perſönlich- 
keiten unterſtüßt werden, welche in hervorragender Weiſe geeignet ſind, 
dem Ganzen zu dienen." 
So ſehr die Verſammlung mit der Tendenz des Antrages einverſtanden 
war, ſo glaubte ſie doch, im Hinbli> 1. auf die geringen verfügbaren 
Mittel, 2. auf die große Mitgliederzahl des Vereins und die unzweifelhaft 
darunter befindliche große Zahl bedürftiger und würdiger Mitglieder, 3. auf 
die Unmöglichkeit, die würdigſten darunter herauszufinden, den Antrag ab- 
lehnen zu müſſen. Es wird den Zweigvereinen warm empfohlen, Reiſe- 
hilfskaſſen für ihre Mitglieder einzurichten. 
Endlich kommt noch ein Autrag des Vorſtandes zur Durchberatung. 
Da es bei der ſtet8 wachſenden Ausdehnung des Vereins nicht mehr möglich 
erſcheint, jedem einzelnen Mitgliede das Recht zu geben, einen Antrag ein- 
zubringen, jo ſchlägt der Vorſtand vor, in Bezug auf die Anträge der 
Mäatglieder folgende Beſtimmung in das Vereinsſtatut aufzunehmen : 
„Anträge können uur von Veremen, oder von mindeſtens 30 Mit- 
gliedern derſelben, vder von mindeſtens 6 direkten Mitgliedern eingebracht 
werden.“ 
Der Antrag wird angenommen. 
Bei dem nun folgenden Titel: Geſchäftliche Mitteilungen 
erhält zunächſt Frl. Sprengel aus Waren das Wort zur Begründung 
ihres Vorſchlages, der Allgemeine deutſche Lehrerxinnenverein möge ſich dem 
in der Entſtehang begriffenen Allgemeinen deutſchen Verband 
gemeinnüßiger Anſtalten ſür wiſſenſchaftliche und teh- 
niſche Lehrerinnen (ſiehe „Lehrerm“, X]. Jahrgang, Heft 14 und 
Heft 19) anſchließen. Die Vorſißende teilt mit, daß der betreffende Vor- 
ſ<lag bereits der Stellenvermittlung vorgelegen habe und von dieſer ab- 
gelehnt worden ſei. Frl. Sprengel erwähnt, daß in Bezug auf einige der 
bei dieſer Ablehnung maßgebenden Gründe eine Änderung in Ausſicht ge- 
nommen ſei, iſt aber gleichfalls dex Meinung, daß die Sache für den Verein 
heute noch nicht ſpruchreif ſei. 
Die Vorſitzende empfiehlt ſodann das Berliner „Lehrerinnen- 
heim“ (Schellingſtraße 1 111, Vorſteherin Frl. Elijfe Stre>ſuß) der 
Berückſichtigung; es wird dem Vorſtand eine Summe zur etwa erforder-
	        

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