Full text: Die Lehrerin in Schule und Haus - 18.1901/1902 (18)

Bücherſchau, | 127 
 
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Kochen, der das Notwendige in einfacher ſchulgerechter Weiſe darböte. -- Ein ſ<ön 
ausgeſtattetes Oktavbänd<hen von 88 Seiten bietet 195 Rezepte für die Zubereitung 
der verſchiedenartigen Speiſen und Getränke, eine Anweijung zum Einmachen von 
Früchten und zu anderen nühlichen Verrichtungen. Vorausgeſchi>t ſind in Ver- 
zeihni8ſorm die Stoffe, die während eines Schuljahres etwa zur theoretiſchen Be- 
handlung ſich bieten. . 
Da man die Vorteile einer ſol< ſachgemäßen gedruckten Anleitung erfahren 
hatte, wurde die Verfaſſerin aufgefordert, auch für den Gebrauch in Volks- und 
Fortbildungsſ<ulen ein ähnliches Werk<hen zuſammenzuſtellen. Die erfahrene 
Lehrerin kam dieſer Aufforderung mit größter Umſicht in Stoff und Form nach 
und ihr neueſtens erſchienenes „Ko<hbüclein“ iſt als „obligatoriſches Unterrichts- 
mittel" an den Volk8- und Fortbildungsſchulen Badens ſeit Oſtern d. J. einge- 
führt. Es enthält 125 Anweiſungen für die einfac<he Küche des bürgerlichen 
Haushalt8s. Auch hier iſt Dru> und Ausſtattung vorzüglich. Dem Jnhalt iſt ein 
„Kochplan“" beigefügt, dex in 580 Nummern die etwa herzuſtellenden Gerichte und 
die zur Beſprechung kommenden Themata angiebt. Den Schülerinnen der Fort- 
bildung3ſchule ſoll dann ſtatt Schreibens der Regeln eine kurze auſjazähnliche 
Niederſchrift über den behandelten Gegenſtand zufallen. =- Möchten die beiden 
Büchlein dazu beitragen, den jungen Mädchen die Sorge ſür das Haus, für das 
Wohl der Familie lieb zu machen. E. Sh. 
„Kinderzeitung.“ Heraus8gegeben von Felix von Stenglin. Er- 
ſcheint jeden Sonntag. Preis vierteljährlich 1,25 Mk, Einzelnummer 
10 TNſg. 
Die vorliegende Kinderzeitung hat ſich eine ſchwere Auſgabe geſtellt. Sie 
will für die Kleinen das ſein, was für den Erwachſenen ſeine Tage8zeitung iſt; ſie 
will den Kindern von allem berichten, was in der Welt vorgeht in einer dem kind- 
lichen Verſtändni8 angemeſſenen Weiſe. Der Gedanke iſt gut, die Ausführung ſehr 
ſchwer; und ob Felix von Stenglin die Aufgabe, die ex ſich geſte>t, löſen wird, 
läßt ſich kaum ſagen nad) der einen vorliegenden Vrobenummer, deren Beurteilung 
leicht zu einer Verurteilung werden könnte, wenn man ſie vergleicht mit einer 
anderen Zeitſchrift, die wohl derſelben Abſicht ihre Entſtehung verdankt und die ſich 
zufällig gleichzeitig, wenn auch nicht als RezenſionSexemplar, auf dem Schreibtiſch 
der Referentin eingeſunden, Wir meinen die Zeitſchrift „Der Hauslchrer“, deren 
Herausgeber Berthold Otto iſt und die dem Jdeale einer ſolchen Zeitung weit 
näher zu kommen ſcheint als die erſtgenannte. Wenn „Der Hauslehrer“ hält, was 
er verſpricht, wenn er weiterhin das Lob verdient, das der Gymnaſialdirektor 
Raſſow, dem bereits fünf Nummern vorgelegen haben, der Zeitung in der „Täg- 
lichen Rundſchau“ vom 6. April ſpendet, dann dürfte die „Kinderzeitung“ ſchon in 
den Schatten geſtellt, noc< che wir ſie recht bei Lichte beſehen haben. LS. R. 
Konrad Agahd, „Die Erwerbsthätigkeit ſchulpflihtiger Kinder, nebſt An- 
hang mit Tabellen, Fragebogen und Schriftennachweis". Sammlung 
pädagogiſcher Vorträge Bd. 10, Heſt 9 und 10, heraus8gegeben von 
W. Meyer-Markau. Preis des Einzelheſtes 80 Pfg. 
Der Verſaſſer beleuchtet in dieſem Auſſaß mit ebenſo viel Sachkenntnis wie 
warmer, barmherziger Liebe einen der böSartigſten Krebsſchäden unſrer Zeit, Wir 
müſſen e38 ihm Dank wiſſen, daß er, nicht nur auf Grund eigner Erfahrungen, 
ſondern geſtüßt auf reiches ſtatiſtiſches Material, die Blike auf Mißbräuche richtet, 
die, wenn ſie nicht abgeſtellt oder gemildert werden, den phyſiſchen und moraliſchen 
Berfall aufſtrebender Generationen zur Folge haben können. 
Der Verfaſſer zieht ſowohl die ſtädtiſchen, wie ländlichen Verhältmſſe vor 
das Forum der Öffentlichkeit ; indeſſen tritt er nicht nur denſelben kritiſch entgegen, 
jondern ſucht Vorſchläge über Mittel und Wege zur Abhilfe zu machen. Um ums- 
ſangreichere Erfahrungen zu ſammeln, dienen ſowohl die Fragebogen, wie die 
Tabellen am Schluſſe der Broſchüre. In Bezug auf jene können wir mit dem 
Schlußwort des Verfaſſers nur wünſchen, daß „die kalten Zahlen ein Feuer der 
Liebe anzünden, auf daß den Kindern ihr Recht werde. Wer den Nächſten nicht 
liebet, den er ſiehet, wie kann der Gott lieben, den cr nicht ſiehet?“ G. Ww.
	        

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