Full text: Die Lehrerin in Schule und Haus - 18.1901/1902 (18)

978 Allgemeine deutſche Penſionsanſtalt ſür Lehrerinnen und Erzieherinnen. 
 
toriums und Direktor des Central-Verwaltungs8ausſc<huſſes einſtimmig an- 
genommen. 
Die Verſammlung tritt ſodann im die Tagesordnung. 
Zu Punkt 1 derſelben: „Umarbeitung der Statuten“ nach Maß- 
gabe des Geſees über die privaten Berſicherungsunternehmungen vom 
12. Mai 1901 und Vornahme der dadurch bedingten Wahlen erhält das 
Wort Herr Geheimer Ober-Regierungs3rat Altmann, welcher den nach 
Rückſprache mit einzeln Mitgliedern des ReichSsaufſichtsamts für Privatver- 
ſicherungen umgearbeiteten neuen Entwurf der Saßungen für die Penſion8- 
anſtalt vorlegt. 
Der Entwurf entſpricht den Forderungen des Geſees über die 
privaten Verſicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901, des Handels- 
geſezbuches und des Bürgerlichen Gejezbuches. Der Central-Verwaltungs- 
ausſchuß hat unter Leitung Seiner Excellenz des Herrn Dr. Kügler am 
7. April d. Js. den Entwurf durchberaten und genehmigt. Der Herr 
Vortragende verlieſt die 31 Paragraphen und macht namentlich auf den 
Unterſchied in der künftigen Verwaltung der Anſtalt aufmerkſam, ſowie auf 
den Umſtand, daß von jeßt an auch Lehrerinnen -=- als Mitglieder der 
Anſtalt = in den Organen der Verwaltung vertreten ſein werden. Durch 
eine derartige Einrichtung wird einer an den Central-Verwaltungsausſchuß 
gerichteten Eingabe einer Reihe von Damen, ſämtlich Mitglieder der 
Benſionsanſtalt, entſprochen. Die Leitung der Geſchäfte wird nach wie 
vor in den Händen des Central-Verwaltungsausſchuſſes liegen. Derſelbe 
wird aber künftig Vorſtand genannt und verſtärkt ſich um 2 Mitglieder, 
ein rechtökundiges und ein verſicherungstechniſches. Von den Vorſtand3- 
mitgliedern werden drei: der Direktor, der ſtellvertretende Direktor und 
das rechtskundige Mitglied vom preußiſchen Unterrichtsminiſter ernannt, 
die vier andern durch die Generalverſammlung gewählt und zwar auf ſechs 
Jahre; Wiederwahl iſt zuläſſig. Die Amter ſind in der Negel Ehren- 
ämter. --- Der geſeßlichen Beſtimmung gemäß wird neu eingerichtet ein 
Aufſichtsrat, beſtehend aus ſieben Mitgliedern, die von der General- 
verſammlung auf drei Jahre gewählt werden; auch hier iſt Wiederwahl 
zuläſſig. -- 
Das oberſte Organ der Penſionsanſtalt iſt künftig die General- 
verſammlung, welche zuſammengeſetzt ſein wird: 
1. aus dem bisherigen Kuratorium, deſſen Mitgliederzahl 60 nicht 
überſteigen ſoll und in welchem zur Zeit 7 Mitglieder zugleich Mit- 
glieder der Penſionsanjtalt ſind; 
2. aus Vertreterinnen der Intereſſenten und zwar: 
a) aus je einem von den elf Bezirk8verwaltungs8ausſchüſſen 
abzuordnenden Mitgliede und 
b) aus Vertretern der Mitglieder, je 1 für 300 Mitglieder. 
Das Eintritt8geld ſoll künftig für jedes neue Mitglied 5 Mk. be- 
tragen; die bisherige Tabelle A fällt daher fort. 
Um auch älteren Lehrerinnen Gelegenheit zu bieten, no< in vor- 
gerüdten Jahren Penſionen zu verſichern, wird die Beſchränkung des Bei- 
tritt8 bis zum 50. Lebens8jahre (8 3 des bis8herigen Statuts) aufgehoben.
	        

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