Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

 
 
 
 
) 
PEN 
L N 
2 y% 1 
- A 
a 
NS 
Fr Ar 
2 2 
84 5; 
2 
Sy EINE 
. 
DER 
CH eh 
, a 
es 
6) 
3 
a) B° : 
RN 
D 
Fr 
N) 
ei 
EIN.) 
I Ih 
1353 
SEanyn) 
Ü Nm " 
N ul zn 
2 
N 
f 
Rn 
Hr 20 sr 
 
 
Zeitung fir Die Jugend, 
TE 
Donnerstag 
Sahre nach der Seftung Weichfelmünde bei Dans 
ig, und von da in die Dfifee. 
Son Karl Hahn. 
rs ih mid im Sftober 1806 in Danzig aufhalten 
mußte, mwurbe ich mit meinen Freunden von dem Kauf: 
manne, Kern Labes, der uns in Allem bie größte 
Aufmerkfamleit bewies, zu einer Sahrt nad der Mün- 
dung ber Weichfel und dann zn einer Spazierfahrt in’s 
Meer eingeladen. Von ber Stadt Danzig aus fuhren 
wir ungefähr drei Viertelftunden an dem linken Ilfer der 
Weichfel hin, auf der hier und da gweis aud, dreimaftige 
Schiffe Ingen. Auch Kalk: und Holzfhiffe von der Halb: 
infel Hela lagen gerftreut am Ufer. Der Weg war auf: 
feeattig von dem Kaufmanne, Hertn Brofchfe, ange: 
legt, und zwar aus dem Ballaft *), den bie Ediffe mit: 
bringen. Wir gelangten an den $leden Keufahrwat: 
fer, oder vielmehr an eine niedlihe Häuferreihe, weldhe 
längs dem neuen Sabrwaffer bingebauet it. Dad neue 
Sahrmwarffer ift ein neuerer Ausflug der Weichfel in’s 
Meer, durch welchen bie Schiffe ein- und ausgehen, und 
wird au Welterfahrt genannt. Che wir aber des neuen 
I Ieded Schif muß feine gemwilfe Ladung haben. KBetra: 
gen die eingeladenen Saufmannsgüter nicht fo viel und 
It Doch der Raum durch diefelben weggenommen , fo wer: 
den Steine und Schutt eingeladen, bie das Gewicht der 
Ladung erfüut ti. Diefe Ladung nennt man Baltafı. 
Sidwelten befieher fie auch in brauchbaren Dingen. Doch 
muß man wenigfiens die Hälfte nuplofe Laftien zum Batı 
laft baden, well es oft nöchtg wird, das Schiff zu er: 
leichtern und DBauaft wegzumerfen, 
63. 
26. Mai 1808, 
Sahrwailers Anfang, wo es durch einen Baum gefperrt 
ift, erreichten, fahen wir die Zeitung MWeichfelmunde ung 
gegenüber liegen. Wir fliegen bier aus dem Wagen, feb- 
ten uns in eine Schaluppe und fuhren über die Weicfel 
sur Zeftung. Die Weichfel ift bier funfjehn Faden oder 
neunzig Zuß tief. An der reiten Eeite dee Stromes it 
bie Zeftung angelest und bad Waifer der Weichfel tritt in 
den Seflungsgraben, ber ziemlich breit ift, Die Seftunge- 
werke {nd £lein. Die Hauptfhanze ift im Viereg ange- 
legt und fehließt einen engen Hofraum ein, in dem ein 
sirfelrundes Gebäude von einem Stode fiebet, dag Ge: 
mwölbe unter fih Bat. Indeß Easn man Biefe Gewölbe 
aud für einen Etod oder für das Erbaefhoß rechnen. 
Diefed Gebäude, weldes zur Wohnung des Kommandan- 
ten und ber übrigen Officiere beftimmt ift, bat einen in- 
nern Hof, in deffen Mitte fi ein flarker runder Thurm 
erhebt, Wir beftiegen diefen Thurm unb Fonnten von 
oben herab die Gegend weit überfehen. As Danzig ned 
eine freie Reiheftadt war und öfter von Feinden (Polen 
und Rufen) belagert wurbe, erhielt auch diefer Ihurm 
mande Kanonenfugel und Bombe. — Ringe um in bem 
innern Hofe gehen Thüren mit einem Vorfprunge in das 
Hauptgebäude. Gie führen zu Gefängniffen. Wie faben 
das Gefänguiß, in weldem ber Graf Königsmart 
vom 2 94ten Dftober 1656 bid 1660 gefeffen hat. Er 
war fchwedifcher Feldmarfchal und wurde in dem damali- 
gen Kriege der Schweden mit Polen bei ber Halbinfel Hela 
von ben Danzigern mit feinem Schiffe gefangen genom- 
63
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.