Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

 
 
 
Neue Stidemufter 
(Zur Kupfertafel Nr. 22.) 
Hr diefer Kupfertafel find verfchiedene ganz neue Mu: 
fter zum Stiden angegeben, welche nicht nur leicht nad: 
gebildet, fondern auch auf mannichfaltige Weife gebraucht 
werden lönnen, 
Nr. 1. ifkein ganz einfahes Blättermufter, von wel- 
hem fih nicht nur auf Safimirweften, fondern au zu Hals- 
tuch: oder Modkanten mit buntem Garne, ingleihen auf 
Muffelin und Linon beitm Tambonrin: und Plattitih Ge: 
brauch machen läßt. Es fällt fo leicht und ficht boch gut aus. 
Soll die Tuchkante in Muffelin, Per. 2., tet 
ho ausfallen, fo fidt man diefes Mufter mit Platt- 
fih und fugt die Neifer mit ben Perlen fo fein ale mög- 
ih zu machen. Dadurch awhält es ein gefhmadvolles An- 
fehen und fällt fehr in die Augen. . 
Pr. 3. nimmt fih im Plattftih ebenfalls nicht 
übel aus, wenn man ed mit feinem Glanzgarı in Linon 
oder Schleier ftidt und zu Trifurftreifen, Kopffcleiern, 
Bufenftreifen u. dgl. anwendet. Dean Eann es aber auch, 
wie Nr. ı., für wollene oder baummollene Zeuge, bes 
außen, 
Tr. 4. leidet feine Anwendung auf Halbhembchen, 
0 €8 auf ber Mitte herunter angebracht werden Fann 
und, wenn auf beiden Seiten eine Hohlnath gemacht 
wird, fhön ausfieht. Nur mit fehr feinem Garne läßt 
e8 fi gut ftiden. Die Perlen Inn man auf bie Art, 
wie Kuötchen, und die Neifer und Sweige fehr fein mit 
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Ssusend. 
19. Sul 1808, 
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Plattftich verfertigen. Will man aber diefed Mufter mit 
bunten Zarben fliden, fo maht man den Hauptiiamm 
braun, die Meifer dbunfelgrän, Die Spigen aber etwas 
lipter. Zu den Vepfeln nimmt man zweierlei Roth; die 
eine Seite buntel: und die andere lichtroth, 
Die Kante Nr. 5. ift auf verfhiedene Art anzu: 
wenden; fie wurde um ein Haldtuch, auch zu einer fohma: 
len Rodfante gut paflen, 
‚Rr. 6. und 7. werden fih bei Halbhemdchen aut 
ausnehnen, wenn man in der Mitte eine Hohlnath 
macht und auf beiden Seiten diefe Mufter flidt. 
Die Mufter zu Bufenftreifen, Nr. 8. und 9., Tann 
man in Battift ober anderes feines Zeug mit und ohne 
Hohlnath fiden. 
Diefe Enrze Beichreibung fol nur Anfängeriunen in 
der Kunft einige Winfe geben. Geäbte Stierinnen wirh 
ıbre eigene geihmadvolle Wahl leicht auf verfhiebene an- 
dere Arten des Gebrauchs, der fi von biefen neuen Din: 
fern machen laßt, führen. 
 
Wirkungen der Mufik, 
Ein Beitrag zur Seelenfunde, 
€8 ift unleugbär, daß die Mufil eine von benienigen 
fhönen Künften fey, welche Durch die Zauberfraft ihrer Töne 
ihre Macht am unmiderftehlichften auf und dufert, 
er bat nicht felbit fhon diefe Wirkungen der Ten- 
Eunft an fih empfunden? Wir hören eine melandolifcye 
Melodie, eine Tranermufit — und die Seele fühlt fig 
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