Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

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über ihnen weg; Truthäfne Tollerten; ein zahmer 
Nabe rief bazwifden; ein Etorh Fapperte auf dem 
Sheunendage; — aBes bieß Leben, bdieß Geräufd 
Fündigte ihnen an, wo fie waren. Den Großen, mie 
den Kleinen, flug das Herz it gleicher Zreude — nur 
eder träumte es fi anders, wie er fich hier ergösen 
würde, 
(Die Zortfegung folgt.) 
 
An eine gute Mutter. 
Reu veriüngt, im rofenfarbnen Slanze, 
EStelgt der Tag der Zreude mir empor, 
Den ich aud der Doren RBechleltange 
Mir zum Liebling und zum Geft erfor. 
Aber fern vom väterlichen Derde, 
Den heut Luft und Freude nur ummwehs; 
gern von tbeurer, beimatlicher Erbe, 
Muß id} dDiefen Tag aleln begehn. 
Zern Wr euch, ihr, die ihre ewig theuer 
Meinem euch fo treuen Kerzen feyd, 
Die ihr Dielen fehonen Tagesfeter 
Eure befien, größten Wünfche weißt; 
Die ige heut’ im trauiich Allen Bunde 
Süßer, veiner Liebe Süd genießt, 
Und, vereiner froh mir Einem Munde 
Subelind diefen Wonhetag begrüßt. 
gern von Dir, die meiner Jugend Vlütke 
Treu bewahrt vor Unfau und Gefahr, 
Die, erfült mit Zärtlichfeit und Güte 
Diie noch mehr, aid meine Mutier, war; 
Term von Die am Tag, da Dir das Leben 
Einf verlich das gütige Seihid, 
An dem Tag, der, Mutter, Dich gegeben, 
Theure, Did, Du melned Dafeynd Siüd, 
Beidiich eh’ Ich Heut’ die Worten ziehen, 
Neivifh fchaue Ich der Vögel Tiug, 
Gen mög ich in ente Arme fliehen, 
Solgen gern ded Derzend füßem Zug; 
Aber ach! der Wunfh wird nicht gefliliet, 
Der fo laut in meinem Innern fpricht. 
Ah, dieß Sehnen bleibt mir unerfület; 
Denn der Spruch ded Schirtfals wi ed nicht, 
Run fo wis Im Geift ih end umichweben, 
Stoh ergriffen von Begehterung; 
Döher fou Ihr Zietih mich erheben, 
Und mich trage die Erinnerung, 
Sich’, die Liedhen Du der Mütter befle, 
Das Dir Tank und Kindestiebe weih’n, 
ou bei Dir, an Deinem Lebensfefte, 
gern von Div, für mich ein Eprecher feym. 
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Auf zum eroigguten Vater fchWeben 
Meine heifen Wünfche jegt für Di, 
Mög er Dir die fhönften Güter geben, 
gaben fleıd mit Hoßen Sreuden Di; 
Sa, ex fchaffe Deine Lebenshunden 
Eteid zu einem keihten Mergentraum, 
und mit Luft und Freude eng verbunden, 
EZinde nie der Kummer bei Dir Raum, 
©&o verieb’ noch ft im trauten reife 
Deines Dafeyns erfien Lebenstag. 
ern fey Dir das Ziet der ird’fchen Nelfe, 
Ah fo fern, ald Gott nur wollen mag. 
Lebe lange in dee Deinen Witte, 
Mir zur Sreude und zum Höchften Stüd; 
Doh, o Mutter, höre meine Bitte: 
Dente Reid an Deinen Eohn zurüd! 
€. 2. Shw—k, 
 
Beifpiele von großer Kiche der Kinder gegen die 
Aeltern in Ebina. 
on einem Lande find, durch Herfommen und Ges 
fege, die Bande der Blutsfreundfchaft fo feft zufanmens 
gezogen, ale in China. Dieß ift aud die Urfach, wars 
um ung biefed Land, mehr, als irgend ein anderes, fo 
viele Beifpiele von Neltern: und Sefchwifterliebe barbies 
tet. Unter fo vielen Beweiten diefer LKiebe, weldhe uns 
die Reifenden mitgetheilt haben, begnüge ih mid, nur 
folgende drei anzuführen. 
Ein guter Sreis erreichte ein fo hohes Alter, daß 
er ganz Findifh ward und an Eindifhen Spielen ein gros 
bes Ergößen fand. Sein Sohn, ber fchon fechszig Sabre 
alt war, pflegte ihn nicht nur auf’s forgfältigfte, fondern 
fuchte ihn auch anf eine Weife, bie bem ehrmärdigen Als 
ten Freude machte, zu zerfireuen und zu vergnügen. Ans 
dieß zu bewirken, Tam er auf einen Einfell, ber Mandens 
länerlih vorfommen wirb, mir aber die Gröfe feiner 
Tindlihen Liebe recht auffallend beweifet. Er ftellte fi 
nämlid, vor Ihn wie ein Kind, machte fih Kleider von 
allerlei Farben, fpiekte, lachte unb weinte, wie die Kins 
der, fprang um ihn herum, fiel abfihtli Hin umd rollte 
fi auf der Erde, Kurz, er that Alles, was feinem als 
ten Vater nur Unterhaltung gewähren Fonute, und ee 
war zufrieden, wenn er ihm nur ein freundliches Lächeln 
abgewinnen fonnte, 
Ein autiähriger Knabe gab einen noch größern Be- 
weis von Särtlihleit gegen feine Aeltern. . Diele waren 
fo arn, daß fie au nicht eine Dede hatten, um fid 
Damit des Hachts gegen die Menge großer Müden zw
	        

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