Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

 
 
 
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30. Auguft 1808 
 
Cherouterys Brähmans, 
(Zur Kupfertafel Nr. 27.) 
Ya dad gegenwärtige Kupfer führt ung wieder nad 
Sftindien und zwar nah Bengalen an bie bezaubernden 
Ufer des Banged. 6 zeigt ein Stud diefes großen Fluf: 
fes, einige Fahrzeuge auf demfelben, eine Stadt und 
mehrere Pagoden, die an dem einen Ufer des Flufles er- 
banet find. Auf dem andern Ufer aber fiebt die Haupts 
figur diefes Kupfere. Ein großer, Eupferbrauner Mann, 
der ein weißes Gewand um den Unterleib geworfen und 
einen Cheil diefer Bekleidung über die linfe Echulter und 
die Bruft gefchlagen bat, fteht vermuthlig in, der Stel: 
lung eines Machdenfenden da. Wielleiht ift er ein be- 
deutender Brahmane. Neben ihm ftehen auf einem Al: 
tare der Sarrah nnd der Koffah oder Argab. Das find 
bie Gefäße, die zum Darbringen der Ponjabe oder ber 
Opfer dienen. Hinter ihm fteben zwei andere Braminen 
im Ganges, mit der Neinigung eines Opfergefäßes be- 
Ihäftigt,, die, wie bie Hauptperfon, zur Gefte der Che: 
tonterps gehören. Der Cherouterp macht mit feinen Fin: 
gern verfchiedene Zeichen, die alle mit zu der Handlung 
des Vetens gehören. Diefe Brahminenfefte ift eigentlich 
nur in Bengalen befannt. Der Cheroutery maßt fih dag 
Vorreht der größten Auszeichnung und Würde unter al- 
len Brahmanen an und läßt feinen Namen daher leiten, 
dab er fieben Gooms oder Wiffenfchaften verftebt. Der 
Conlien, die erfte Sekte ber Cherouterns, nennt fi 
Meifter und Lehrer von neun Künften und Wilfenfchaf: 
ten. — Im Allgemeinen unterfheiden fi diefe Brab: 
manen durch ein baummwollenes Echnürden, das ihnen 
von der Edulter bid auf die Mitte des Schenfels hers 
abhangt. Eie adten diefin moflifhen Chmud fehr 
bh. — Diefe Sekte oder Klaffe der Brahmanen ge: 
niept unter den Hindug große Verehrung. Wach einer 
Vorfhrift, die ihnen mit allen andern Braminen ge= 
mein ıft, miüflen die Cherouterps üffentlih Unterricht 
im Lefen ertbeilen und Die heiligen WBücher erflären. 
Auch find fie verpflichtet, die Poujabe ober Opfer zu 
verrichten. Wenn fie teih find, fo theilen fie auch Al- 
mofen aus, Sndeffen erfcheinen fie lieber arms Denn 
da müflen fie von Andern Almofen erhalten. E8 ift ihnen 
durchaus verboten, Handel zu treiben oder fih nebenbei 
einer andern Berufdart zu widmen; fie bürfen auch nicht 
ber Andern in Dienite treten, 
Der Brahmane malt fih, wie jeder andere Hin: 
du, die Etirne, die Ohren oder den Leib mit allen Ars 
ten von Sarben. Auch ber abgebildete Cheroutern bat 
zwei weiße Etreifen über die Etirn, welde bie an bie 
Augen herunter laufen, und zwiihen dDiefen einen to- 
then, runden Zled. Seinen SChren und Kipren bat er 
ebenfalls eine Fünftlihde Nöthe gegeben. E8 giebt felbft 
unter den Cherouteryd einige VBrahmanen, die fi 
auf ihrer Hant den Namen der Gottheit, welde fie an- 
beten, oder Muntere, das find einzelne Ausfprüce ih 
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