Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

 
Jeitune für Die 
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Donnerstag 
Ssuaend. 
21. Januar 1808, 
 
Fonig Auguf8 Nückehr aus Warfchau nad) 
Dresden. 
Trauernd fteht die Verlaßne und jammert um Mitleid, 
wenbet das thränende Auge febnenden DBlideg, 
wo Dder und Meichfel wetteifernd entdonnern zut 
Dftfee, 
wo fi Eichenfränze windet Bater Augufi! 
Sa, Saronie, fiebe, ben Ufern der Elbe 
fhwindet das rollende Rad! E8 jammert ber Gute, 
zu fheiden von Kindern, die lieben den Later des 
Landes! 
Sande, Sachfen; denn bir roßt eine Thrane von 
ihm ! 
Steut euh, Bürger bes norbiihen Gartens der Elbe! 
Segen verbreitend, begrüßt er jüngere Brüder, 
und einet ihr Wohl im tief fühlenden Kerzen für 
Menichheit, 
Eld’ und Weichfel, ranfht ein Halleluja Auguft! 
Polen, uehmet ben Bruderfuß Sahfens von Neuem ! 
©luelide E chwelter, bu fabft den beiten der Fürften! 
Er fgeiber von Warfchau, doch bleibt dir die Liebe 
des Suten! 
greu’ dich, Dresden, heute Fehrt dein König zurüd ! 
Und es freute ih, wie fib Kinder nur immer auf 
die Wiederkunft eines geliebten Waters freuen Eönnen. 
Naher kam der Tag, an weldem Auguft der Ge: 
techte in feine geliebte Königsftadt äurüdfchten wollte, 
und thätiger und eifriger waren die Anrralten, den guten 
Surften mit einer Zreude zu uberraihen. Wlles legte 
Hand an; denn es galt der Freude uniers Auguft’e. 
Künftlerfinn einte fih barmonifh mit fhmudloier Natur. 
Dresdens Bürger wollten zeigen, wie fehr fie dad Giäd 
fühlten, ig ihrer Mitte wieder ihren gusen König am 
fehen. Die Zeit fhlih Jedem zu langfem und fchien den 
Tag der Freude des Wiederfehens gu verzögern, um fie 
beito mehr zu erhöhen. Endlich aber Fam er und mit ihm 
neued Leben und Sreude, 
Der zte Januar war ed, an welbem burd bie 
Zurüdtunft des Könige To Vieler Hoffnung und Ermar- 
tung erfüllt werben folte. Ale öffentliche Pläge waren 
geräumt und fhon in den erften Stunden des Nadmit- 
tags wogten Dresdens Einwohner, wie wachlende Lawis 
nen, durch die Straßen, denen fih Viele aus den nahen 
und entferntern Städten beigefellt hatten. Selbft der 
Landmann machte fich diefen Tag zu einem Zefitag, ihloß 
feine Tenne und wanderte Meilen weit zur fröhlichen Kö: 
nigsftadt. Der Abend nabete und die Menfhenmenge wuchs 
zu vielen Tanfenden. Niemand wollte au diefem Tage der 
Sreude entfagen, feinen König zu bemwilllommen. 
Der Knabe eilt, den König zu begrüßen, 
dem er ale Mann einft feine Kräfte weiht; 
der Tüngling wünfcht, fein Lebe body! zu rufen 
dem edlen Kürft, an deilen Thrones Stufen, 
fein Bolt Hegludend,, firablt Gerechtigkeit! 
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