Volltext: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

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merwährende Zeiten eine Quelle der Freude für feine Mit- 
bürger feyn folte. — Seine Mitbürger ertannten feinen 
Werth und errichteten ihm, zur VBezeihnung feiner 
Größe und ihres Dankes überall Bilbfäulen, von denen 
noch jene auf dem Brunnen auf unfere Zeiten gefom: 
men ift. — 
Ken:Strelig. Karl Hab. 
 
Du bift Erde, und folft zur Erde werden. 
Alle Nationen der Erde — vielleicht einige ganz 
unbedeutende Völkerfhaften ausgenommen — beobadten 
bei Beerdigung ihrer Todten ein gewiffes Geremoniel, 
welches mehr oder weniger auf ihren Religionsglauben 
Bezug hat. Bei ben meifken liegt aber wol bie Abfiht zum 
Grunde, dem Berftorbenen dadurch bie legte Ehre erzeigen 
zu wollen. Die Beerdigung fallt daher um fo amflänblis 
er aus, je höher der Rang war, ben ber SHingefehiede= 
‚ne bekleidete, - Sclöft die aufgeflärteften und belldenfend: 
fien Menfchen wünfdhen, daß die Ueberrefte ihrer irbifhen 
Hülle, wenn auch nicht auf eine pomrhafte, doch auf ei: 
ne ehrenvolle und anftandige Weife, den Augen der hin: 
terbliebenen Lebendigen entzogen werden mögen; 1md ges 
wiß liegt felbit hierin. eine dunkle Ahnung einer längern 
Sortdbaner, E8 macht daher anf die Menfhen aller Stän: 
einen widrigen Eindrudp wenn man ihnen alles Aufere 
Geremoniel bei Todtenbeerdigungen entziehen will; und 
ale daber vor einiger Zeit ein Heiner deutfcher Fürft in 
feinem Lande, zur Erfparung des Holzes, die Anordnung 
treffen wollte, daß nur in jeder Dorfgemeine zwei Eärge 
gehalten werben follten, in welchen die Todten bloß zum 
Todtenader getragen, dann aber ohne arg der Erde 
übergeben würden, fo entftand darüber ein allgemeiner 
Aufitand und der Fürft fand für gut, feine Verordnung 
zurüd zu nehmen. Das Abfchreddende bei bergleihen Be: 
gräbnißarten liegt unftreitig darin, Daß ber menihlide 
Leib dem thierifchen gleich geftelit wird. Nun fühlt aber 
jeder Menfch den großen Abftand zwilhen fih und dem 
unvernünftigen Thiere, und er verlangt baher au mit 
Recht, feldit im Zode niht mit dem Thiere in eine 
Kaffe geworfen zu werben. con darum alfo hat ein 
ebtenvolles Begräbnih etwas Anziehendes, weil fich ber 
Moni dem Thiere vorgezogen fieht, und wenn man da« 
ber wünfht, daß die Menfchen das Gefühl ihrer Men: 
fdenmürde nicht verlieren follen, fo wird man gewiß dur 
Beibehaltung fhidlicher Beerdigungsgebräude Diefen Zwed 
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am eriten erreichen. Denn wenn vernünftige Wefen im 
Tode den unvernünftigen gleich behandelt werden, fo fon- 
nen mancde gar auf den Gedanken fommen, daß fie in 
der That nichts Befferes feyn, und daß nach dem Tede 
feine gerechte Vergeltung ihrer warte, 
In Dänemark ift in den meiften Kirchfpielen, nad 
bem Zeugniffe des berühmten Holberge, ein fehr paffen- 
der, das Gemüth zu frohen Hoffnungen erhebender, Ge- 
brauch bei’n Einfenfen des Tobten in die mütterliche Erbe 
eingeführt. So bald nämlich bie Leihe an dem Plage, wo 
diefelbe eingefenft werden fol, angelangt ift, tritt ein 
Prediger an den Sarg und wirft mit einer Schaufel zu 
drei wieberholten Dialen Sand über denfelben hin. Bei’m 
Hinwerfen der erfien Schaufel fpricht er die Worte: Du 
bift Erbe; bei der zweiten: Du follft wieder 
sur Erde werden, uud bei der dritten: Du follft 
wieber aus ber Erde auferfiehen. Nun erft 
wird die Leibe zur Gruft hinabgelaffen und mit Erde be: 
bedt. Den aufgeworfenen Grabhügel beftreuen dann die 
Sinterbliebenen mit Blumen, und hat ber Merftorbene 
die Kiebe der Eeinigen im hohen Grade, fo wird biefes 
Blumenftreuen noch oft wiederholt, um bag Andenken dee 
Werfiorbenen recht lange in Ehren zu erhalten. 
Koßer. 
 
Fun ift’s mit dim Neichgadmiral aus! 
Bor einigen fehezig Fahren lebte in Danemarf ein 
Neihsadmiral, Namens Dve Sedbe. Damals wußten 
die nordifchen Bauern noch nichts vom Theetrinfen und 
Sallet:Effen. Zufällig ward einer diefer Bauern von fei- 
nem Gutdheren mit einem Briefe an ben Neichsadmiral 
abgeihidt, mit dem Bebenten, denfelben eigenhändig 
dem Herrn zu übergeben. Als der Briefträger in dag 
Zimmer gelaflen wurde, fand er den Neichgadmiral bei’m 
Theetrinfen, welches ihm fchon munderlich vorlam. Noch 
wundetbarer aber war ihm die Erfheinung, daß er bei’m 
Abholen der Antwort den Admiral Sallat efleud antraf. 
Als ernah Haufe kam, fragte ihn fein Herr, wie er 
den alten Admiral gefunden hatte? Ah!” fagte er, 
„mit dem Dve Gebde wird’s bald aus feyn; denn er ift 
Gras und trinft Wafler.” Kr. 
Aufldfung des geographifchen GSinnräthfels im 
sten Stüd. 
Bortugall,
	        

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