Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

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wären ‚fie mit Heinem Schtot ober fogenanntem Vogel: 
dunft angefchoffen. Eie verdorren zuerft im Sipfel, weil 
die Larven die Leitung ber Säfte dur das horizontale 
Zernagen des Baftes abgefchnitten haben. Wollen Sie 
die Lebensart Diefeg Käfers felbft beobachten, fo bürfen 
Sie nur ein fihtenes Holzieit, worin fi eine Larve fins 
bet, an einen verfchloffenen Ort (fogar im Keller geht es 
an) legen, fo wird er fih von Jahr zu Sahr fortpflanzen, 
wenn Sie immer frifchgefälltes Holz hinzuthun, worein fi 
das Weibihen einnagen und die Maden Nahrung finden 
fünnen. 
Den Schaden zu verhindern, den Diefe Käfer durch) 
ihre zu flarfe Vermehrung anrichten, fogar auf immer 
alle Wurmtrodniß abzuwenden, fteht nah dem Urtheile 
und nad ber Erfahrung unferer Naturforfcher vollig in des 
Menfhen Gewalt. Er darf nur erftiens die Thiere nicht 
vermindern, welde die Natur jelbft Dazu beftimmte, bie 
zu farfe Vermehrung biefes Käfers einzufhränfen, und 
äweitens verhüfen, daß fo wenig ald möglich Holz in Wal: 
dungen anzutreffen fey, das diefem Käfer zur Fortpflans 
zung dient. Mad dad Erfte betrifft, fo ift e8 bekannt, 
baf die Fledermänfe, Tinten, Nachtihwalben, alle lies 
genfanger, den fliegenden Borkentäfer — die Epecite aber, 
die Epehtmeifen, Wendehälfe und Banumldufer die Larve 
zwifgen der Borke theild ald Hauptnahrung, tbeils als 
Tebennahrung auffuhen. Wenn man biefe Chiere ver: 
mindert, fo flört man offenbar eine weife Cintihtung, 
welche die Natur zur Einfhränkung des Borkenfäfers ge- 
madht bat. Das andere Mittel, diefes leicht Ihadlic 
werdende Snfelt einzufchränten, ift bes Menfhen Vor: 
fipr and Klugbeit überlaffen. Es ift nämlich befannt, daß 
in WBaldungen, wo nah dem $ällen der Bäume bie 
Stöde oder Strünfe fogleicy zu Klaftern gehauen und ab: 
gefährt werden, wo man alles gefchlagene Holz nicht über. 
Johannis im Walde Iäpt, ben Zimmerleuten Feine Werfa 
ftatt im Walde verftattet, alle beihädigte und zum Vers 
ttodnen geneigte Bäume fogleih fortfhafft, nie Wurm- 
trodniß entftiehen wird, weil au die gänftigfte Witte: 
tung dann jenes nfelt nie zu der verberbliden Menge 
vermehren Fanıı, wenn bieb Holz, weldhes Die eigentlis 
hen Zurmfolonien enthält, entfernt worden if, Wenn: 
glerhnot Wurmtrodnif aud ih den Waldungen, ivo diefe 
Vorfiht nicht gebraucht wird, dar felten. eintritt, fo ifk 
die Uiiache darin zu fugen, dap oft die Natur gut macht, 
was bie iinvorfichrigkeit der Menfchen leicht hätte verber- 
ten Fonnen. Ein Rointer, welder mit Näffe abwechielnde 
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Kälte hat, zerftört diefe Infelten faft ganz und befreit 
auf einmal von diefem Hebel. 
Noch muß ich des Fihtenfäfers (Bostrichus 
piniperda) erwähnen, den man fonft mit Dem Borfenfäs 
fer verwecfelte, und ihm jene DBerheerungen zufchrieb. 
Er ift nur anderthalb bis zwei Linien lang and 3 Linien 
breit, alfo nur halb fo groß, ald jener, fhmädtiger und 
bei eingeftedtem Kopfe ganz eplindrifh rund. Er fieht 
ganz wie der vorige aud; nur find die Flügeldeden nicht 
abgeftupt. Der Kuopf der Zühlbörner und der Zußblät: 
ter find gelbroth. MWebrigeng ift er ganz glänzend fehmarz> 
braun und glatt. Man trifft ihn im Walde gewöhnlich 
in den Zweigen der Fichten und in jungem, abgeftandes 
nem Stammbolze. Zumeilen gebt er auch die Stämme 
an, Eeine Lebensart ift ganz die dee Borfentäfers, doch 
ift er no nie fo fhabli geworden. Zum Glüd find bie 
angeführten Mittel auch gegen diejen anwendbar. 
Sufttinger. 
 
Pater unfer. 
Wenn de Leben! Bürde fchwer, 
Armer Sterblicher, Dich drücdket, 
Und des Freundes Trofi nicht mehr 
Das verzagte Derz erquidet; 
ft die Menfchenhüife fern, 
D dann flileh zu Gott dem Deren ! 
Timm die Zufnucdt zum Gebet, 
Das di Setus CHriftus Ichrer! 
Ehre Defien Maieftiät, 
Ten der Wurm im Gtaube ehret, 
Der dir Licht und Xehen gab 
Und ein Senfeit nah dem Grab. 
Reif dich von der Erde 108, 
Sprenge deiner Menipheir Riegel, 
G:y im Stauden fell und groß, 
Lei dem regen GSeifte Tiügel, 
Eprih mir Mund und Herzen nad, 
Was dein großer LXehrer fprach. 
„Bater nennt Dich deine Welt, 
Bater, fich’, ed nah'n die Sünder! 
SHE herab vom GBternenzelt, 
BUuE Heradb auf deine Kinder! 
Emig, ewig fol auein 
Uns dein Name heilig feyn! 
Bor dir find wir Ale gleich, 
Dein im Keben, dein im Sterben ! 
Zu und fomme, Herr! dein NReich, 
Wir find deines Reiches Erben ! 
Deinem WBiuen leben wir, 
Wie im Himmel, fo auch Hier!
	        

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