Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

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„HD mein Eohn! SHofbuben, böfe Yuben! Bift du zu 
Hof gewefen und hajt keine Federn da gelaffen, fo haft du 
zi.mlich gelernet; du wirft in der Welt wohl willen durd: 
zuialünfen. Dod fiebe did um und auf, die Nüölfe fref- 
fen aud oftmals die geibeidten Hundlein.” 
Der Vater nimmt den Dritten aus für fih. „Wo 
haft du Dein Heil veriudt 2” — ,„Quf den Landiirafen 
und da bisweilen ein reihlih Körnlein funden!! — 
„Das ift 10,‘ fagt der Water, „eine feine Nahrung! 
ber merk gleihmol auf deine Schanz’ und fiebe fleißig 
auf, fonderiih wenn fib Einer büdet und einen Stein 
auffeben will, da ift dir nice lang zu bleiben,’ — 
„Wahr ift’s,” fagt der Sohn; „wenn aber Einer einen 
Stein im Bufen oder in der Taihe trüge?! — „Wo 
haft du dieß aelehn 2?” — „Bei Bergleuten, lieber Ba: 
ter; wenn fie augfabren, führen fie gemeiniglih Hand: 
fteine bei ih.” — „Bergleut’, Werfleur, anfchlägige 
Leu’! Bit du um Bergburi’ gewefen, fo bafı du was 
gefeden und erfahren. Sabre hinund nimm deiner Sachen 
gleihwol gut Acht. Bergbuben haben manden Eperling 
mit Kobalt umbradt.” 
Endlih fommt der Dater an ben jüngftien Eohn, 
„Du, mein liebes Nefihäthen, du warft allzeit der Als 
berfte und Echwäcfte; bleib du bei mir, die Welt hat 
viel grober und bofer Vögel, die Irumme Schnäbel und 
fharfe Krallen haben und nur auf arme Vöglein lauern 
und fie verihluden. Halt dih zu deines Gleihen und 
fies die Epinnlein und Nänplein von den Bäumen oder 
Häuslein, fo bleibft du lang zufrieden. — „Du, mein 
lieber Water, fpricht der Kleine, „wer fih nähret ohne 
andzer Leut’? Schaden, der fommt lang hin und Fein 
Sperber, Habigt oder Weih wird ihm fhaden und erhält 
feine Nahrung vom lieben Gott, der auch der jungen 
Mädlein Gefchrei höret. — ,„MWo Haft du dieß geler: 
ner? — Untwortet der Sohn: „Wie mi der große 
Wındbraus von dir wegriß, irtte ih in eine Kirche, ba 
(ad ich den Sommer über die Zliegen und Spinnen von 
den Zenftern abe und höret’ diefe Eprühe predigen, da 
bat mich der Vater aller Eperlinge ben Eommer über et> 
nahrer und bebütet für allem Unglüd und grimmigen Bos 
gein. — „Traun, mein lieber Sohn!” verfegt der 
Hlte freudig, „fleusft du in die Kirchen und hilft Spin» 
nen und die fumnfenden Zliegen anfraumen und zirpft zu 
Gott, wie die jungen Räblein, fo wirft du wohl bleis 
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ben und wenn die ganze Welt vol wilder und tüdifcher 
Wögel wire, Denn wer dem Herrn befichilt 
feine Sad, fhmweıgt, leidet, wartet, bes 
bet, braudt Slimpf, thut gemad und be: 
wabret gut Gemiffen rein, deß will Bott 
Shus und Helfer feyn.” 
Dıda, © NReander. 
 
Lied für Edhlittfchuhlauftr. 
Falob: Dauch! Wer ıkurs und gleich? 
Wer foiget urfern Tritten ? 
Wer ichivebt, wie wir, auf bianfem Teich 
Mit ungemefi'nen Echritten? 
Wie Sänger des Wardes Durh wehenden Duft, 
Durchfhneiden wir munter die eifige Kuft, 
Dauog! Hauch! Wie Wirbeimind 
Umtrelfen wir den Spiegel 
Der langen Bahn und fiehn gefchwind, 
Wie auf Aurorend Flügel; 
Wie lachende Ziuren der goldige Strahl, 
QDurcheltet Die Släche der biinkende Sıapf. 
Was trobeft du aus Nord und Dft, 
Du Eturm, mit deinem Wuthen ? 
Wir fpotten deiner, achten Sroft 
Und Schnee, wie Trühlingsbrütken. 
Ninis fchrefer den Segler auf biitkender Bahn, 
Qurh Winterfiurm firebt er zum Ziele binan. 
DatoH! Hauch! Ihr Brüder, auf! 
Last frohlidy ung beginnen! 
Wer träge zögert in dem Kauf, 
Wird keinen Kranz gewinnen. 
Wer folge mir? — Nur munter! — Wer eilet, ge 
iwinnt ) 
Auf! vaich, eh die Treude zu Wailler zerrinnt ! 
€ 2. Saw, 
 
tiogen. 
Sie du die Rede mit Lügen, fo Haft du Die übel ge: 
rathen. 
Db du auch Ricfei und NKidft — überaut bleibe dir 
ein Loc. 
Dredden. E Neumann, 
 
Yurflöfung der Charade im ı52. Stüd. 
Nasionalgeift.
	        

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