Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

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Erklärung des DVerlegerg diefer Zeitung. 
Mit einem Herzen, das die Vatergefühle Fennt, 
begann ic) vor drei Jahren in dem Verlage der Jugends 
zeitung ein Werk, das der jungen Lefewelt eine belchs 
rende Unterhaltung gewähren follte. Wie febr ih bemüht 
gewelen bin, mein damals gegebenes Berfprecden befls 
möglichit zu erfüllen, dafür mögen die drei Jahrgänge 
der Bildungsblätter, welde bereits in den Händen des 
Dublitume find, Iprehen. Ein Blid auf die Kupfer, mit 
melden ic diefe Zlätter ausgeftatter babe, Tann Geben, 
der nur einige Kenntniß von dem Koftenaufwande hat, 
der biezu erfoberlich ift, die Ueberzeugung gewähren, daß 
ich keinen Aufwand gefheut habe, um der Sugend ein 
Werk zu liefern, das fich auch dur fein Aeußeres em 
pfeblen und einen bleibenden Werth haben follte. QAud 
der Redaktion der Sugendzeitung gelang es, mit mehres 
ten der beliebteften Jugendfchriftiteller und nahmbhafreften 
Pädagogen Deutilands für diefen Zwed in Verbindung 
zu treten, fo, daß fie in den Stand geleht ward, aus 
der großen Menge eingegangener und no fortwährend 
eingebender Materialien Das, was ihr am zwedmäßig- 
fien fbien, auszubeben und das weniger Gehaltuolle zu: 
rüczulegen. Daß auch fie ihr Seihäft gemwillenhaft zu er: 
füllen bemübt gewefen fep, dafür fprewen, fo viele ins 
firuftive Unffäge aus manden Zachern der für die Jugend 
wiflenswertben Gegenfid:de, melde die erfhienenen drei 
Sahrgänge der Bıldungstlätter enthalten. Qllein jene 
Ungjlattungen macten einen fehr bedeutenden Koftenauf: 
wand mötbig. Dur den nicht unbeträdtlihen Abfag, 
den ich im erften Jahre von den Bildungsblättern machte, 
ward ıh in Anfehbung meiner Koflen gededt. Wls aber 
der unglädliche Krieg eintrat, der viele edle Familienvds 
ter, deren Sergen feinesweges der Vorwurf einer Kälte 
gegen alle Hälfsmittel zur geiftigen Bildung ihrer Kinder 
trifft, zu einer Einfapränfung jeder nur einigermaßen vers 
meidlihen Ausgabe swang, fo verminderte fih aud der 
Abfag der Tugendzeitung, wie mehrerer anderer periodi- 
fden Blätter, merklid. Im Hoffnung beflerer Seiten 
fudte ih auch nod zu Anfang des jeht vollendeten Jahres 
ein Werk, das ic mit berzlider Liebe zur Jugend und 
nicht obne mühevolle Berriebfamkeit unternommen hatte, 
fo gut ed nur immer geben wollte, fortzuführen. Da 
aber diefes Sahr, ungeadtet der vielen Lefer und 
Leferinnen, deren fi die JZugendgeitung zu erfreuen 
batte (von den Lefern find aber die Abnehmer wohl au 
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unterf&eiden), meine gerechten Hoffnungen auf Hinlängs 
libe Unterfiügung von Seiten des Publitumsd nicht ge= 
tewtfertigt bat, Indem von Der Jugendzeitung nicht mehr, 
ale etwa 800 Eremplare, abgelegt wurden, fey es num, 
daß der Grund davon in dem Drude ber Zeiten, oder in 
der Kälte gegen folde Unternehmungen liegt: fo fehe id 
mich genöthiget, fo web wir es auh thut, den Berlag 
der Sugendzeitung vor ber Hand anfsugeten. Daß aber 
die Sugendgeitung mit mehrerer Koftenerfrarniß, die nur 
durh Verminderung der Bogenzabl, ber Kupfer und 
durch ichlechteres Papier möglich fepn fünnte, entweder von 
mir oder von einem andern Verleger fortgefegt würde, 
balte ih der Ehre des bisher in Nüdfict feines Innern 
und Aeußern fo gut ausgeftatteten Inftituts für nactheis 
lig. often fi indeflen im Laufe Diefed Gabred günftis 
gere Ausfichten öffnen, fo würde ich nicht ungeneigt feyn, 
an die Fortferung eines nftituts zu denfen, von wel- 
em ich mi, als von einem meiner Kieblingsfinder, un- 
gern. trenne. — Sm Fall das Publifum im 
Yllgemeinen und insbefondere Aeltern, 
Lehrer und andere Gugendfreunde burd 
ibre Berwendbungen im Sirfel ibrer Bes 
fannten nur die Abnehmer der Tugendzeis 
tung zu der Anzahl bringen, baß meine Ko: 
fien gededt würden, fo würde ih, obne 
Rüdfiht auf Sewinn und obne die bamit 
verbundene Mühe zu abten, nah Verlauf 
ber erfien Monate dbiefes Sahres biefe Zei: 
tung fortzuferen und bie fehlenden et: 
ffen Monate nadznuliefern bereit sen 
Sollte fih eine Binlänglide Anzakl neuer Sntereflenten 
finden, welde zugleich die drei bereits erichienenen Sabre 
Hänge zu befigen wünicten, fo glaube id diefen den größ- 
ten Beweis meiner Uneinennüpigfeit dadurb zu geben, 
daß ih ihnen die drei Eompleten Jahrgänge, fiett des ge: 
wöhnligen Preiied zu 24 Thlr., für 15 ZTbir. oder 
jeden einzelnen SJabraang für 5 Xpaler überlaf- 
fen will, %on den desbalb direkte an mich, oder bei dem 
nächften Buchhandlungen oder Poftämtern zu madenden 
Beftelungen wird es abbängen, eb ich nicht bald mit 
neuer Fröblicfeit ein Snftirut wieder beginnen fann, 
über deflen Nüglickeit die Stimme kompetenter Iugends 
freunde fbon länaft vortheilhaft entihieden bat. 
Reipzig, am 31. Dec. 1808. Heorg Noß. 
Berleger der Jugendzeitung,. 

	        

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