Full text: Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend - 3.1808 (3)

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Hofhi an Dffjungen Lefer und 
Leferinnen. 
Die vorftehende Erklärung des Derlegers der Zu: 
gendgeitung hat Sie - mit den Urfahen des dermalis 
gen Aufkörens biefer Blätter hinlänglich befannt ge: 
madt. Der anhegebene Grund ift allerdings fo wid: 
tig, daß fi der gefaßte Entfhlußcburdaus nicht miß- 
billigen laßt. Wenn ich aber auch geftche, daß ich bei 
fo bewandten Umftänden Herrn Voß felbft, ale Sreund, 
zur QUnsführung biefes Entfhlufes rathen muß, fo 
Fan ich doch auch nicht leugnen, baf es mir, mie 
ihm, webe thut, mich von einem: Snftitute, dem id 
mit wahrem- Intereffe und ohne NRädfiht auf beben: 
tenden Gewinn, meine, von Amtsarbeiten freiem, Muße- 
finnden widmete, zu trennen. Cinem mir geidhenf> 
ten ehrenvollen Zutrauen, deflen ich nich ftets mwerth 
zu machen fireben werde, verbanfe ih ed, dab fi 
zu dem fhöonen Zwed der vereinten Chätigkeit für eis 
ne belehrende Sugendunterhaltung, eine bedeutende An: 
zahl geachteter und in der Ecpriftftellerwelt rübhmliaft 
befannter Sugendfreunde mit mir in Verbindung feß» 
te, deren Namen bie erichtenenen Sahrgäange der Siu> 
gendzeitung zum Theil vollftändig enthalten. Sch Ein 
ed der Wahrheit fhuldig, bier öffentlich gu gefteben, 
das diefe würdigen Männer mit wirklich reinem ne 
tereffe einem Smftitute, durch weldes fie ber aufblüs 
benden Sugend unfers Waterlauded einige lehrreiche 
und angenehme Stündhen zu bereiten wünfchten, ihre 
thätige Theilnahme fenkten und, damit nur nicht 
das einmal angefangene Werk in’s Stoden gerathen 
folte, mich felbft in jener Periode, wo eine bange Bes 
forgnig wegen der Zukunft Die freie, hHeitere Geiftes: 
thätigfeit erfämwerte, mit Beiträgen unterftügten. Dies 
fen ehrwürbigen und meinem Herzen theiern Männern 
din ih fhuldig, öffentlih meinen berzlichfien Danf 
zu bezeugen. Da ih mit ihnen allen in den fremnd> 
fchaftlihften Verhältniffen flehe, fo würde eine Erfld 
rung über die Beflimmung derjenigen ihrer lehrreichen 
Auffäge, die bis jent noch nicht zum Drud befördert 
 
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find, hier am unrechten Erte fiehen., Wie fdmeidel- 
haft und anfmunternd bie von Zeit zu Seit von ver 
fhiedenen Gegenden her eingegangenen fAriftlihen Be: 
zeugungen bed Wergnügene, Bas Die Qugendzeitung 
jüngern und felbft erwacfenen 2efern gewähre, für 
mid und meine Freunde fenru mußten, das Idbt fi 
beffer fühlen, als dur Worte ausdbraden. Selbft die 
Deweiie des freundfceftliden Zutrauene, die viele 
junge Lefer und Leferininen der Qugendzeitung aus nas 
ben und fernen Gegenden mir dur Ucberfendung mehs 
rerer, zum Shell recht wohl gerathener und burd ei: 
ne fehr gefälige Handichrift fih empfehlender jugend> 
iger Wrbeiten gaben, welge wegen des Worrathe an- 
derer Auffäpe nicht abgedrudt wurden, maden es mir 
zur Pficht, Diefen jungen Freunden und Freundinnen 
bier üffentlih zu danfen, mit der Werfiherung, daß 
mir biefe fhönen Denkmäler ihres jugendlichen Slei- 
ges, als ein freundlihes Andenken von ihnen, ftet 
werth ‚bleiten werben. En wenin ich and über Beis 
ten und Umfände gebieten Fann, fo werde ich mir 
ed doch zur angelegentlichfien Pfliht madhen, eine 
aänzlihe Trennung eines einmal fo glüdlih bes 
reirften Bereind von edlen Sugendfreunden und 
Sugendfrenudinnen möglicft zu verbüten. Wenn ih 
daher auch mit meinen Freunden vor ber Hand von 
den Lefern und Leferinnen diefer Blätter Atfchied neh 
men nf, fo gefhieht es dod mit der Hoffnung, 
de unfere Verbindung darum noch nit für immer 
aufgelöft fey. Meine Sreunde und ih begleiten unfern 
Abfıhied von Ihnen mit dem herziihen Wunfde, baf 
die Heiterfeit, weihe der fchöne Antheil ber glädli: 
hen Sugendiehre ift, auch das fchönfte Loos Shrer 
fhuldlofen Jugend feyn möge! Sfr biefer Wunfh un- 
ferer Herzen erfült, dann find Sie and gewiß, was 
wir eben fo Herzlich wänfhen, fon jeßt bie Sreube 
geliebter Weltern und einft die Kreube des Waterlan: 
des, das voll Hoffnung auf feine aufblühenden Söhne 
und Töchter blidt. 
Leipzig, am 31. Des, 1808, Dol.
	        

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