8 Abrichten ==“ Achtung.
B. wie nennen wir das, was uns Vortheil bringt oder bringen kann ?
(nüßlich, =-) wie nennen wir den, der viel Kraft und Wirkſamkeit
hat? (ſtark.) u. ſ. w,
Abrichten beſteht in einem blos gedankenloſen Beibringen ge-
wißer Kenntniſſe (nicht Einſichten), in einem bloßen Gewöhnen an
Geſchicklichkeiten , nicht ſo, daß der Menſch mit ſeinem eigenen Ver-
ſtande ſich dabei zu helfen weiß, und es auc verſtändig anwenden
kann. So richtet mancher Lehrer ſeine Schüler nur ab, jtatt ſie zu
unterrichten ; z- B. im. Rechnen, wenn er dieſelben ohne alle Kennt-
niß der Gründe und Erläuterung der Regeln des Rechnens an die
Zahlenveränderungen gewöhnt.
Abrichten hinſichtlich der Erziehung. (S. Charakter-
bildung.)
Abſcheu. Der Lehrer als Erzieher zeige ſeinen Abſcheu vor
allem, was das ſittliche Gefühl beleidiget. Etwas Unſittliches darf
nie mit Gleichgültigkeit angejehen oder behandelt und beſprochen wer-
den; ſein Ernjt muß jeder Unſittlichkeit entgegentreten, ſein Abſcheu
davor in Worten und Mienen ſich ſpiegeln, und das am meiſten dann,
wenn das Kind ſieht, daß er ſie bemerkt. Dabei aber iſt ſorgfältig
zun verhüten, daß er ſeinen Abſcheu nicht auf das Kind, ſondern nur
auf die Unſittlichkeit richte, daß er alſo niemals richtend ausſpreche ,
z- B. du biſt ein Lügner, oder gar ein böſer Menſch , anſtatt zu
ſagen : du haſt gelogen, oder böſe gehandelt.
Abſchnitte, bibliſche. (S. bibliſche Abſchnitte.)
Abſentenliſte. (S. Schulverſäumniſſe.)
Abſtumpfen, das ſinnliche Gefühl. Der erziehende Lehrer ſei
behutſam und gewählt in ſeinen Ausdrücken. Hat er einigen Anſpruch
auf Bildung, ſo wird ihm nicht erſt geſagt werden dürfen, daß
Schimpfwörter, Spott - und Schimpfnamen und unanſtändige Re-
densarten aller Art aus ſeinem Munde fern bleiben müſſen; denn er
weiß, daß ſolche Ausdrücke nicht allein nicht beſſern, ſondern das
Gefühl einerſeits erbittern und verhärten, andererſeits noch mehr
abſtumpfen. Ueberhaupt ſoll der Lehrer jeden Ausdruck vermeiden,
der dem Emporheben des Gefühls auf irgend eine Weiſe hinderlich
ſeyn könnte. Hieher gehören harte Worte, ſchonungsloſe Vorwürfe,
- andauerndes Ausſchelten , erniedrigende Demüthigungen 2c.; ſelbſt die
Verweiſe, die. ungebildeten Kindern zu geben ſind, müſſen ſo beſchaf-
fen ſeyn, daß ihrem Gefühle noch Raum gelaſſen wird , ſich zum Beſ-
ſern zu erheben. Bei zarten fühlenden Kindern iſt oft eine feine
Satyre,, eine ironiſche Aeußerung von erwünſchtem Erfolge, dagegen
iſt ſie bei rohen nur ſehr ſelten anzurathen , weil ſie dieſelbe nicht ver-
ſtehen, und darin eher einen böſen Willen , als ein herzliches Wohl-
meinen erkennen.
Abtheilungen. (S. Claſſificirung der Schüler.)
- Achtung gegen Aeltern und Erzieher. Die Achtung
des Kindes gegen ſeine Aeltern und Erzieher entſpringt aus der guten
Meinung , welche dasſelbe von dem intellektuellen und moraliſchen
Uebergewichte derſelben hat. Auf der Erhaltung dieſer guten Mei-

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.