Aeußere Ordnung => Affirmativ - Fragen, 13
ſchrift in jedes menſchliche Herz geſchrieben hat, in ihnen nicht ge-
langt ſind. So wie der erziehende Lehrer dieſe Gebrechen bei dem
einen oder dem andern ſeiner Schüler wahrnimmt, ſo fordert ihn
ſeine Pflicht ſtrengehin auf, dieſes vorhandene Unkraut aus dem
jugendlichen Garten ſorgſam und umſichtsvoll auszureunten,
Aeußere Ordnung. (S, Ordnung.)
Aeuſßere Einrichtung der Schule, (S. Schule.)
Aeußerungen, unfromme und unſittliche, Der
Schullehrer erlaube ſich bei keinem Unterrichtögegenſtande, und über-
haupt bei keiner Gelegenheit unfromme Aeußerungen; eine einzige iſt
im Stande , die quten Eindrücke zu vernichten, die er ſchon hervorge-
bracht, und er kann vielleicht in einem Monate nicht wieder gut
machen, was er in einer Minute verdorben hat. Alles, was die
kindlichen Gemüther beleidiget, niederdrückt, erbittert, wirkt auch
nachtheilig auf ihr religidſes Gefühl ; darum ſei Spott, Hohn, be-
ſchämender Scherz, entehrendes Strafen ec. ferne von ihm, Seine
Schule ſei ihm und ſeinen Kindern nichts anders, als eine Kinder-
kirche, wo das Gute, Fromme und Göttliche in allen Stücken vor-
herrſchen ſoll. Cben ſo genau ſoll es der Schullehrer mit jeder auch
der geringſten Aeußerung der Unſittlichkeit von Seite ſeiner Schüler
nehmen; er laſſe keine von ihm bemerkte ungerügt hingehen. Was
er nicht bemerkt, das können auch die Kinder nicht als von ihm
gebilligt betrachten. Wird aber ein Kind gewahr, daß des Lehrers
Auge darauf gerichtet war, oder daß er etwas hörend vernommen,
ſo ſchließt es aus ſeinem Stillſchweigen nur allzu leicht auf jeine Bil-
ligung, oder wenigſtens auf ſeine Gleichgültigkeit, und wird dadurch
nur deſto ſicherer und dreiſter. Auch Kindern, die in ſittlicher Bil-
dung höher ſtehen, darf der Lehrer nichts Unſittliches hingehen laſſen,
vielmehr muß er dieß um ſo höher anſchlagen; denn gerade, wo er
an ihnen das Geringere rügt, fällt den Verwahrlosten die größere
Unſittlichkeit an ſich ſelbſt greller in die Augen, und ſie erhalten
dadurch eine bedeutende Hülfe zur Belebung ihres eigenen ſittlichen
Gefühls, Jede ſolche Rüge aber, wem ſie auch ertheilt werde, muß
dazu dienen, die Kinder immer aufmerkjam auf ſich ſelbſt zu erhalten.
Affekte, (S. Gefühl, ſinnliches.)
Affenliebe. (S. Verabſäumung des ſinnl. Gefühls.)
Affirmativ- Fragen ſind ſolche Fragen, deren Inhalt von
dem Schüler bloß bejahungsweiſe wiederholt, oder bloß mit einem
Ja beantwortet werden darf. Dagegen werden die Fragen, deren
Inhalt nur verneinungsweiſe und daher bloß mit einem Nein von
dem Schüler beantwortet werden darf, Negativ - Fragen ge-
nannt. Da beide Gattungen von Fragen das Nachdenken der Kinder
zu wenig anſtrengen, die Sprachübung zu wenig berückſichtigen und
die Aufmerkſamkeit ſchwächen , ſo dürfen ſie beim Durchgange geleſe-
ner Penſen oder bei Katechiſationen nicht zu häufig vorkommen. Imns-
deß ſind ſie nicht ganz zu vermeiden, und ſie da vermeiden wollen ,
wo ſie natürlich ſind, würde zur Gezwungenheit führen. Sie ſind
aber natürlich und anwendbayx, ſo oft dadurch bekannte Vorſtellungen

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.