Erziehung, öffentliche == Erziehung der Söhne, 297
ſchuldig für die Erziehung ihrer Täuflinge zu ſorgen. Sie ſollten da-
her gleich den Eltern wiſſen, was ſie als Hauptſache und wie ſie
dieſelbe zu erſtreben haben, Schullehrer und Geiſtliche haben dahin
zu arbeiten, daß ſie Alles aufbieten, um die aufblühende Menſchen-
welt auf den Weg zu leiten, der zum Heile fährt. Beide ſind dazu
berufen unmittelbar auf die Kinder einzuwirken. =- Mit Recht ſagt
Widmer hierüber? ,„Wehe dem Prieſter , der aus Trägheit oder
Eigenſinn gleichgültig bei einer Schule vorübergeht! =“ Die Schulen
ſind einmal da und ſind Organe eines unſichtbaren Geiſtes. Unter-
läſſeſt du Samenkörner des ewigen Lebens in die jugendlichen Herzen
zu ſtreuen, ſo wird der Feind alles Guten nicht ermangeln, Unkraut
von mancherlei Art dahin zu pflanzen. Ach! wo ſoll Religion , dieß
leßte Rettungsmittel, wornach wir die Hände ausſtre>ken, herkommen,
wenn der glimmende Funke davon nicht in der Bruſt unſerer Jugend ge-
weckt, genährt und zur Flamme angefacht wird! Woher beſſere Sit-
ten, woher wahrhaft tugendhafte Charaktere, und woher ſonſt gründ-
liche Kenntniſſe ! =“- Wenn Jeſus noc) auf Erden wandelte, würde
Er bei irgend einer Schule vorbeigehen, ohne ſie zu beſuchen, und der
noc ſie von den Anſtekungen des argen und böſen Weltgeiſtes zu bewah-
ven?“ == (Der kathol. Seelſorger, München 1819.) -- Wie die
Eltern und Taufzeugen, Schullehrer und Geiſtliche, ebenſo ſollen auch
die Gemeindevorſteher , und der Staat in Verbindung mit der Kirche
für die gute Erziehung ſorgen. Dieß geht aus der menſchlichen Ver?
einigung zu bürgerlichen und himmliſchen Zwecken von ſelbſt hervor,
und < riſtliche Staaten, die ihren Namen in der That bewähren
wollen, können keine heiligere Pflicht haben, als im gemeinſchaftlichen
Verein mit der Kirche dahin zu arbeiten, daß jedes Kind für Zeit
und Ewigkeit durch Belehrung, und Zucht, durch Glaube und Liebe
gewonnen werde,
Erziehung, öſfentliche. (S. Art. Schule.)
Erziehunngsſchriften (S., Bücherſchau.)
Erziehung der Söhne, (Berückſichtigung ihres
zeitlichen Berufs dabei,) Daß die Erziehung auch den känfs-
tigen Stand und Beruf des Kindes zu berückſichtigen und darauf hin-
zuwirken habe, unterliegt um ſo weniger einem Zweifel , als ſie in
jedem Falle den ganzen Menſchen umfaſſen, und alle ſeine Verhält-
niſſe und Bedürfniſſe beachten muß, wenn ſie ihren Zweck erreichen
will, Ein gottſeliges Leben kann ſo wenig von der Verpflichtung zu
einer gemeinnüßigen Wirkſamkeit ſich entbinden, als vereinzelt ſtehen,
oder bloß ſich dienen laſſen und gemächlich ruhen wollen, ſo gewiß das
Reich Gottes nicht außerhalb der bürgerlichen Geſellſchaft, oder wider
dieſelbe, oder dieſe ihrem Weſen nach, jenem entfremdet iſt, ſo gewiß
iſt es auch dem wahren Chriſten Bedürfniß , auf irgend einem von
GSott ihm beſchiedenen Plaße, in irgend einem ſeinen Kräften ange-
meſſenen Beruf für das gemeine Beſte thätig zu ſeyn. Sein Glaube
erweckt, die Liebe dringt ihn, ſich ſelbſt zu verläugnen und ſich für
Andere hinzugeben, In der Regel muß jedes Kind für einen bürger-
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