Grenzen der Volksſchule =“ Gründe, 673
durch das Vergleichen , Trennen und Zuſammenſtellen in der Seele
gebildet werden können, Dagegen iſt die katechetiſche Lehrart bei
Geſchichten , welche dem Schüler noch fremd ſind, nicht, wohl aber
die mittheilende (akroamatiſche oder vortragende) anwendbar, und ſo
auch nicht bei Gegenſtänden aus der Naturlehre, Erdbeſchreibung 2c.,
inſofern ſte nicht zur Anſchauung und Erfahrung gebracht werden kön-
nen. Ferner iſt die katechetiſche Lehrart nicht anwendbar bei poſitiven
Lehren und geſeßlichen Vorſchriften der Religion, z. B., Geheimniß
des Altars oder Abendmahl 2c,, bei allen Benennungen, die dem Schü-
ſer noch unbekannt ſind, kurz bei allen Dingen, deren Begriffe er nicht
aus ſeiner Seele zu erzeugen vermag. =“ Die Zeit, in welcher mit
den Kindern im eigentlichen Sinne katechiſirt werden kann, fällt ſonach
nothwendig über diejenige Altersperiode hinaus, wo das Kind noch
den erſten materiellen Stoff zu empfangen, und noch nicht die erfor-
derliche Sprachfertigkeit hat, um ſich über das, was es weiß, beſtimmt
und deutlich ausdrücken zu können, Ueberhaupt darf bei Anwendung
dieſer Lehrvart, inſoweit ſie auf dem Wege des Sokratiſirens fortläuft,
das bedeutſame Wort Peſtalozzi's nie vergeſſen werden: „„Es nülßt dem
Menſchen nicht, ſo viel Warum und Darum in ihn hineinzumorden,
zumal er darüber einen größern Theil ſeines natürlichen Verſtandes
verliert.
Grenzen der Volksſchule (S, Art. Volksſc Großeltern (S, Art. Familie).
Großſprecherei (S, Art. Eitelkeit),
Größenlehre (Geometrie). Eine Größen: oder Erdmeßlehre
vom wiſſenſchaftlichen Standpunkte aufgefaßt , kann ſchon der Natur
der Sache nach in keiner Volksſchule behandelt werden. Was davon
etwa in den Unterricht für Knabenſchulen in den Städten aufgenom-
men werden könnte, haben wir oben (Art, Formenlehre) angegeben.
Wir verweiſen deßhalb hier den Lehrer auf das dort Bezeichnete und
auf den zweiten Theil des Leitfadens von Türk, in welchem die Be-
handlung dieſes Wegenjtandes genau angegeben iſt, Der erſte Ab-
ſchnitt umfaßt die Linien und Winkel, und beſtimmt beſonders auc
das Maaß der leßtern; der zweite Abſchnitt handelt von der Ver-
gleichung der Seiten und Winkel geſchloſſener Figuren (des Dreie>s,
Vierecks 2e.) , mit Beſtimmung des Maaßes; der dritte Abſchnitt hat
es mit der Vergleichung des Inhalts geſchloſſener Figuren, und der
vierte mit dem Kreiſe zu thun,
Grübler (S. Wißbegierde).
Gründe hat der Lehrer von den Schülern hinſichtlich ihres
Verfahrens ſich angeben zu laſſen. (S. Art, Flüchtig, Flüctig-
keit.) Wie nothwendig dieß ſey, bedarf wohl keines Beweiſes ;
denn nur durch Gründe, woraus ſich das Vorhandenſeyn oder die Be-
ſchaffenheit einer Sache begreifen läßt, kann eine deutliche und feſte
Ueberzeugung bewirkt werden. Gründe ſind jonach Säke , aus wel-
kann. Daher muß der Lehrer auch immer darauf bedacht ſeyn , daß
er da, wo Kinder zum Fürwahrhalten einer Lehre oder Wahrheit,

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